HDI Berufe-Studie 2020

Potenzielle Selbstständige geben ihre Pläne wegen Corona auf

Mehr als ein Drittel aller Angestellten, die vor der Corona-Zeit Pläne gemacht haben, in die Selbstständigkeit einzusteigen, haben diese wieder verworfen. Und 64 Prozent der heutigen Selbständigen rechnen wegen der Pandemie mit einer Pleitewelle in Deutschland. Das zeigt eine aktuelle Umfrage.
Freiberuflerin bei der Arbeit im Büro: Viele potenzielle Unternehmensgründer verfolgen ihre Selbstständigkeitspläne seit Ausbruch der Corona-Pandemie nicht mehr.

Fast die Hälfte aller Berufstätigen in Deutschland befürchtet, dass es durch die Corona-Krise zu einem Schwund an Selbstständigen kommen wird. Und diese Sorge ist auch nicht ganz unberechtigt. So wollen 38 Prozent der Angestellten, die vor Corona Pläne für eine berufliche Selbständigkeit hatten, diese jetzt nicht mehr weiterverfolgen. Und fast jeder sechste Selbstständige gibt an, dass er bei passender Gelegenheit „jetzt lieber in ein Angestelltenverhältnis wechseln möchte, wenn ich die Gelegenheit hätte“.

Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Befragung von mehr als 3.600 Berufstätigen in Deutschland, die von HDI zusammen mit dem Institut Yougov durchgeführt wurde.

Jeder siebte Selbständige sagt außerdem, dass „ich meinen Kindern durch die Erfahrungen der Corona-Zeit nicht mehr zur beruflichen Selbstständigkeit raten könnte“. Die finanziellen Risiken für Selbstständige seien durch Corona größer geworden, geben 71 Prozent als einen Grund hierfür an.

Pleitewelle in Deutschland wird befürchtet

Mehr als jeder fünfte Selbstständige (21 Prozent) hat seither persönlich auch bereits finanzielle Existenzängste. 64 Prozent der Befragten sagen daher auch voraus, „dass es durch die Corona-Zeit zu einer Pleitewelle in Deutschland kommen wird“.

Unter den Angestellten in Deutschland sehen ähnlich viele wie auch unter den Selbstständigen eine Pleitewelle durch die Corona-Krise in Deutschland kommen. Bei berufstätigen Männern ist diese Sorge dabei noch größer als unter berufstätigen Frauen (59 zu 50 Prozent). Mit Abstand am stärksten ausgeprägt ist die Furcht bei Erwerbstätigen im Bereich Marketing, Werbung und Medien (75 Prozent).

„Die Ergebnisse sind leider sehr ernüchternd, bestätigen aber den Trend in Deutschland zu weniger Selbstständigkeit“, kommentiert Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), die Ergebnisse der HDI-Studie. „Die Politik und die Gesellschaft müssen schon jetzt Anreize dafür schaffen, Selbstständigkeit zu fördern – sei es durch den Abbau bürokratischer Hürden, Förderung oder einer höheren Wertschätzung von Unternehmertum in Deutschland.“

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Autorin

Karen

Schmidt

Karen Schmidt ist seit Gründung von Pfefferminzia im Jahr 2013 Chefredakteurin des Mediums.

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