DIHK-Umfrage

80 Prozent der Betriebe erwarten 2020 deutliches Umsatzminus

Mehr als 80 Prozent der deutschen Unternehmen rechnen wegen der Corona-Krise in diesem Jahr mit einem deutlichen Umsatzminus. Fast jeder fünfte Betrieb bangt gar um seine Existenz, wie eine aktuelle Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) zeigt.
© DIHK/ Chaperon
Ist Präsident des DIHK: Eric Schweitzer.

Mehr als 80 Prozent der deutschen Unternehmen rechnen 2020 mit deutlichen Umsatzeinbußen – mehr als jedes vierte geht sogar von mindestens 50 Prozent weniger Einnahmen aus. Und: Fast jeder fünfte Betrieb fürchtet eine Insolvenz, wie eine Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) unter bundesweit 15.000 Betrieben aus allen Branchen und Regionen zeigt.

Auf die Frage nach den Schwierigkeiten nannten vier von zehn Unternehmen Liquiditätsengpässe und 43 Prozent sogar den völligen Stillstand der Geschäftstätigkeit.

„Damit spitzt sich die Krise dramatisch zu“, sagt DIHK-Chef Eric Schweitzer. In seinen Augen seien vor allem mittelgroße Unternehmen gefährdet. Denn: „Das Paket der Bundesregierung bietet vor allem Sofortzuschüsse für Kleinstunternehmen und in Notfällen auch direkte Kapitalspritzen für große Unternehmen an.“

Mittelgroße Betriebe drohen durchs Raster zu fallen

Bei den mittelgroßen Unternehmen tue sich nun aber eine Lücke auf, so Schweitzer. „Dort kann die Liquiditätslücke bei aktuellen Umsätzen nahe Null und absolut unsicherer Perspektive nicht mit Kreditprogrammen im banküblichen Verfahren geschlossen werden.“

Und weiter: „Wir sind jetzt Ende März. Die Zahl der betroffenen Unternehmen hat sich durch die angeordneten Einschränkungen des öffentlichen Lebens von Woche zu Woche schnell erhöht. Bislang ist von den Hilfen noch wenig angekommen. Gerade jetzt zum Monatswechsel wird es für viele ganz eng.“

Laut der Umfrage benötigen mindestens zwei Drittel aller Unternehmen staatliche Unterstützung, um diese Krise zu überstehen. Dazu der DIHK-Präsident: „Ein zentrales Element sind Steuerstundungen sowie die Anpassung der Steuervorauszahlungen.“ Damit bleibe Geld in den Betrieben, um sie in dieser schwierigen Phase zu stabilisieren.

Zwar gebe es bei den deutschen Unternehmen ein sehr großes Verständnis für die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus. „Aber sie empfinden den Stillstand als noch einschneidender als viele andere. Denn sie sorgen sich nicht nur um die kommenden Wochen, sondern dauerhaft um ihre Existenz und die ihrer Belegschaften“, so Schweitzer weiter.

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Autorin

Juliana Demski gehörte dem Pfeffi-Team seit 2016 an. Sie war Redakteurin und Social-Media-Managerin bei Pfefferminzia. Das Unternehmen hat sie im Januar 2024 verlassen.

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