Bau- und Handwerksbranche

Betriebshaftpflicht – Warum sie auch für Subunternehmer wichtig ist

Für den Schadenfall vorbeugen: Subunternehmer sollten sich mit einer eigenen Betriebshaftpflicht schützen, auch wenn sie über ihren Auftraggeber mitversichert sind. Warum das so ist, erfahren Sie hier.
© picture alliance / rtn - radio tele nord | rtn, frank bründel
Baustelle am Hamburger Elbtunnel: Bei Großprojekten werden oft Subunternehmen eingesetzt.

Trotz der Corona-Einschränkungen sind die Auftragsbücher in der Bau- und Handwerksbranche noch gut gefüllt. Viele Aufträge werden von Subunternehmen erledigt. Sie sind damit einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt. Doch wer haftet, wenn ein Schaden entsteht?

Viele Subunternehmer gehen davon aus, dass sie über ihren Auftraggeber versichert sind. Das ist jedoch ein Irrtum. Zwar müssen sich die Kunden keine Sorgen machen, wenn ein Subunternehmer einen Schaden verursacht. Zum Beispiel, wenn beim Teeren eines Dachs ein Feuer ausbricht und der Dachstuhl abbrennt. Oder wenn beim Aufbau einer Wand die Elektroinstallation vergessen wird und die Wand abgerissen und wieder aufgebaut werden muss. All das ist tatsächlich über die Betriebshaftpflichtversicherung des Auftraggebers abgedeckt. Der Versicherer reguliert zunächst den entstandenen Schaden.

Subunternehmen drohen Regress-Forderungen

Allerdings schließt die Betriebshaftpflichtversicherung Schäden, die durch Subunternehmer verursacht werden, in der Regel aus. Daher muss der Subunternehmer damit rechnen, dass er nach der Leistungsregulierung in Regress genommen wird. Hat er nicht mit einer eigenen Absicherung vorgesorgt, kann es schnell eng werden. Er muss den Schaden begleichen. Ist der Betrag zu hoch, kann das zur Insolvenz des Unternehmens führen.

Daher raten Experten wie Reinhard Richter, Betriebsberater bei der Handwerkskammer Hamburg, zum Abschluss einer eigenen Betriebshaftpflichtversicherung. Das sei eine Pflichtübung, so Richter, „damit die Subunternehmer bei einem Personen- oder Sachschaden nicht die Kasse aufmachen und im schlimmsten Fall hinterher die Tür abschließen müssen“. Besonders gefährdet seien aufgrund der hohen Schadensummen Klempner- und Installationsbetriebe, Elektriker und das Kfz-Handwerk.

Für Subunternehmer beginnt der Vorteil der Betriebshaftpflichtversicherung zudem bereits vorher. Denn viele Bauunternehmen erteilen die Aufträge zum Beispiel erst, wenn der Subunternehmer einen Versicherungsschutz vorweisen kann. Das ist oftmals eine Bedingung ihrer eigenen Betriebshaftpflichtversicherung. Unter Umständen machen für Subunternehmer auch eine Vermögensschadenhaftpflicht, eine Inhaltsversicherung sowie eine Maschinenversicherung Sinn.

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Autorin

Manila Klafack war bis März 2024 Redakteurin bei Pfefferminzia. Nach Studium und redaktioneller Ausbildung verantwortete sie zuvor in verschiedenen mittelständischen Unternehmen den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

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