Gerade jetzt hört man häufig Aussagen wie „Mich hat die Grippe erwischt“. Meist handelt es sich hierbei jedoch um eine Erkältung, also einen grippalen Infekt, und nicht um die Grippe, in der Fachsprache Influenza genannt. Diese zeigt in der Regel plötzlich auftretende starke Erkältungssymptome mit Fieber, Muskel- und/oder Kopfschmerzen und Reizhusten.
Bei einem grippalen Infekt entwickeln sich die Krankheitssymptome meist langsamer. Sie sind geprägt durch Schnupfen, Halsschmerzen und Husten, manchmal verbunden mit erhöhter Temperatur oder Fieber. Auslöser der echten Grippe sind Influenza-Viren. Laut Robert Koch-Institut (RKI) wird die saisonale Influenza seit Jahrzehnten durch die Typen H1N1 und H3N2 dominiert. Als Auslöser grippaler Infekte sind über 30 verschiedene Erreger bekannt, wie beispielsweise Rhino- und Coronaviren. In beiden Fällen wird die Erkrankung also durch Viren verursacht, weshalb Antibiotika in der direkten Behandlung wirkungslos sind.
Welche Schutzmaßnahmen vor Viren gibt es?
Die erste Maßnahme, um sich vor Infektionen zu schützen, ist die sogenannte Expositionsprophylaxe. Gemeint ist damit, den Kontakt zu infizierten Personen und Viren zu reduzieren. Gerade größere Menschenansammlungen bieten Viren in der Erkältungszeit eine optimale Verbreitungsmöglichkeit. Kann man diese nicht vermeiden, weil man beispielsweise auf die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel angewiesen ist, können folgende Maßnahmen dabei helfen, die Infektionswahrscheinlichkeit zu reduzieren:
Muss ich während der Erkältungszeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Flugzeug oder Bahn reisen, oder Vorträge halten, so behelfe ich mir mit einem kleinen Trick. In meine Nase schmiere ich mir Zinkpaste und lutsche ein bis zwei Zinktabletten. Bitte achten Sie hier auf zuckerfreie Lutschtabletten. Zink erschwert es Viren, in Schleimhäute einzudringen. Bei manchen Personen kann die Zinkpaste dazu führen, dass die Nasenschleimhäute austrocknen. Das wäre kontraproduktiv. Bei mir selbst ist das nicht der Fall. Im Gegenteil. Meiner Nase tut es sogar sehr gut. Gereizte und trockene Schleimhäute heilen bei mir mit der Zinkpaste schnell aus. Probieren Sie es einfach selbst mal aus, wie es Ihnen damit geht. Kleiner Praxistipp: Kontrollieren Sie mit einem Spiegel, ob auch keine weißen Stellen unterhalb Ihrer Nase zu sehen sind. Das erleichtert die Passage durch den Sicherheitsbereich am Flughafen ungemein – glauben Sie mir das bitte.
Immununterstützung
Als zweite Maßnahme unterstützen Sie Ihr Immunsystem möglichst optimal. Der beste Schutz vor einer Infektion ist ein optimal funktionierendes Immunsystem. Dies lässt sich zum Beispiel durch regelmäßigen Sport aufbauen. Dabei sollte man jedoch nicht überehrgeizig werden. Hochleistungssport hat wenig bis nichts mit Gesundheitssport zu tun.
Hinzu kommt die optimale Versorgung mit Mikronährstoffen und Vitaminen wie Zink, Vitamin C, E und sekundären Pflanzenstoffen. Diese wirken unter anderem antioxidativ. Achten Sie außerdem darauf, gut mit Eiweiß versorgt zu sein, denn daraus besteht auch das Immunsystem zum großen Teil. Als Faustformel gilt hier: ca. 1 Gramm Eiweiß pro Tag und Kilogramm Körpergewicht.
Zusätzlich ist es wichtig, darauf zu achten, ausreichend mit Enzymen versorgt zu sein. Diese werden ebenfalls aus Aminosäuren, also aufgespaltenem Eiweiß, gebildet. Enzyme modulieren das Immunsystem. Bei Bedarf helfen Enzyme also dabei, die Immunzellen zu aktivieren. Nach getaner Arbeit muss das Immunsystem jedoch auch wieder herunter reguliert werden. Auch hier spielen Enzyme eine entscheidende Rolle. Heute weiß man, dass der Enzymstatus im Blut, die proteolytische Serumaktivität (PSA), etwa ab dem 40. Lebensjahr stetig abnimmt. Dies ist einer der Gründe, weshalb Wunden bei jüngeren Menschen besser und schneller abheilen als bei älteren.
Enyzme können sowohl als Therapie (systemische Enzymtherapie) als auch präventiv eingenommen werden. Beachten Sie dabei bitte, dass weder der Verzehr von Ananas (Bromelain) und Papaya (Papain) noch das Trinken von Enzymgetränken hilft, die Enzymaktivität zu erhöhen. Oral zugeführte Enzyme werden, sofern nicht beispielsweise in magensaftresistenten Kapseln verpackt, durch die Magensäure zerstört. Verfügt der Mensch über eine hohe enzymatische Serumaktivität, so kann das Immunsystem schneller und ausreichend stark aktiviert werden.
Enzyme sind wiederum auf eine Reihe von Co-Faktoren angewiesen, um optimal funktionieren zu können. Im Speziellen sind hier Zink, Selen, Magnesium und Calcium zu erwähnen. Allein bei Zink ist bekannt, dass es ein Co-Faktor für rund 170 Enzyme ist. Ob es sich bei einem Begriff um ein Enzym handelt, ist übrigens leicht zu erkennen. Diese enden meist mit „ase“, wie beispielweise bei dem Enzym Alkoholdehydrogenase, das am Abbau von Alkohol beteiligt ist. Sehr bekannt sind auch die Enzyme Amylase (Kohlenhydratverdauung) und Lipase (Fettverdauung). Ein paar Ausnahmen gibt es bei Verdauungsenzymen wie beispielsweise Trypsin (Vorkommen: Dünndarm) und Pepsin (Magen) sowie bei den bereits erwähnten Enzymen Bromelain und Papain. Beim Menschen sind übrigens aktuell rund 6.000 Enzyme bekannt und erforscht (Hellmut Münch, Enzyme – Dein Biofaktor).
Auch der Darm spielt eine große Rolle bei der Abwehr von Erregern, welche die Magensäure überstanden haben. Im und um den Darm befinden sich rund 80 Prozent der Immunzellen. Ein gesunder Darm mit einer gesunden mikrobiellen Besiedlung ist damit ebenfalls sehr wichtig für die Erregerabwehr und ein stabiles Immunsystem. Ist die Darmschleimhaut beispielsweise ausreichend mit bestimmten Enterokokken (Enterococcus faecalis) besiedelt, so kann die Funktionsweise der dortigen Immunzellen verbessert werden. Wie gut dieser Teil des Immunsystems funktioniert, kann übrigens mit einer Stuhlanalyse ermittelt werden. Hier spielt der Wert sIgA (sekretorische Immunglobulin A) eine entscheidende Rolle.
Sollte es Sie doch einmal erwischt haben, finden Sie in diesem Beitrag ausführliche Informationen, wie Sie möglichst schnell wieder fit werden und weshalb Sie klassische Erkältungsmedikamente eher vermeiden sollten.
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