Versicherer gibt sich reuig

Rentner wartet nach Unfall drei Jahre auf 5.000 Euro

Erst der WDR, nun „Bild“: Im Abstand von nur vier Tagen hat die Presse über zwei unterschiedliche Fälle berichtet, in der die Versicherungsbranche nicht gut wegkommt. Die Berichte haben die Gemeinsamkeit, dass die darin vorgestellten Kunden seit drei Jahren auf eine Leistung ihres Versicherers warten. Zumindest in einem Fall gab es nun offenbar eine Einigung.
© picture alliance/Waltraud Grubitzsch/dpa-zentralbild/ZB
Ein Feuerwehrmann trägt Ölbinder auf eine Straße auf (Symbolfoto). Die Reste des Bindemittels können sich als rutschig erweisen. Diese Erfahrung musste ein Rentner aus Wilhelmshaven machen, der mit seinem Fahrrad wegrutschte und daraufhin eine Leistung aus seiner Unfallversicherung geltend machte. Das Geld floss allerdings erst drei Jahre später.

Kürzlich griff Pfefferminzia den Fall eines Landwirts auf, der seit drei Jahren auf eine Leistung seiner Berufsunfähigkeitsversicherung wartet – wie die Sache ausgehen wird, muss das Berufungsverfahren zeigen. Das berichtete der WDR in der Sendung „Servicezeit“ am vergangenen Mittwoch.

Nun ist ein weiterer Fall öffentlich geworden, in dem ein Versicherter ebenfalls seit drei Jahren auf eine Leistung wartet – wenngleich es diesmal um eine andere Police und einen anderen Versicherer geht.

Wie „Bild“ am vergangenen Sonntag berichtete, wartet der 71-jährige Rentner Gerfried aus Wilhelmshaven seit einem Fahrradsturz im August 2016 auf eine Leistung durch seine Unfallversicherung. Diese hatte er als Metallbauer im Jahr 2006 bei der Debeka abgeschlossen (Versicherungssumme: 50.000 Euro, Monatsbeitrag 5,13 Euro).

Der Rentner fordert laut dem Bericht 5.000 Euro, die ihm aufgrund eines erlittenen Schädel-Hirn-Traumas zustehen würden. Der Unfall ereignete sich demnach auf einer Landstraße, auf der die Feuerwehr kurz zuvor eine Ölspur entfernt hatte. Der Rentner sei auf den verbliebenen Resten des Bindemittels weggerutscht.

Debeka gibt sich zerknirscht 

In der Folge seien Schwindel, Gedächtnislücken und Sprachaussetzer bei dem Mann aufgetreten. Doch nachdem er die Unterlagen eingereicht habe, sei er von der Versicherung „über drei Jahre immer wieder vertröstet“ worden, so „Bild“.

Erst als sich die Zeitung der Sache annahm, sei Bewegung in den Fall gekommen, der bei der Debeka prompt zur „Eilsache“ erklärt worden sei, so die Zeitung. Das Unternehmen zahlte schließlich 5.000 „Invaliditätsleistung“ – und gab sich gehörig zerknirscht. „Leider ist bei unserer Bearbeitung etwas nicht so gelaufen, wie es hätte laufen sollen“, wird ein Sprecher von „Bild“ zitiert.

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Autor

Lorenz

Klein

Lorenz Klein gehörte dem Pfefferminzia-Team seit 2016 an, seit 2019 war er stellvertretender Chefredakteur bei Pfefferminzia. Im Oktober 2023 hat Klein das Unternehmen verlassen, um sich neuen Aufgaben in der Versicherungsbranche zu widmen.

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