Unfallversicherung

Warum 10 Millionen Euro Deckungssumme nötig sind

„10 Millionen Euro? Ist eine Deckungssumme in dieser Höhe nicht unrealistisch?“ Vermittler und Makler ernten bei der Beratung zur Unfallversicherung nicht selten skeptische Blicke. Dabei wird anhand anschaulicher Beispiele schnell klar, dass bei einem Unfall sehr wohl schnell hohe Summen zusammenkommen.
© Panthermedia
Beim Fensterreinigen kann es schnell zu einem Unfall kommen.

Bürokauffrau Petra Sander verliert beim Fensterputzen das Gleichgewicht und stürzt von der Leiter. Die 47-Jährige fällt unglücklich auf den Hinterkopf und zieht sich ein schweres Schädelhirntrauma zu. Nach mehreren Not-OPs liegt sie vier Wochen im künstlichen Koma. Als sie erwacht wird klar, dass die Frau geistig und körperlich eingeschränkt und ein Vollpflegefall bleiben wird.

Bei einem durchschnittlichen Stundensatz von 25 Euro für eine häusliche 24-Stunden-Pflege, für zusätzliche Ausgaben und medizinische Gerätschaften, für Hilfsmittel, Wohnungsumbauten oder auch Nahrungsmittel zieht das Kosten von etwa 150.000 Euro pro Jahr nach sich – und das zusätzlich zu den Leistungen der Sozialversicherer und der Pflegekasse. Wenn man davon ausgeht, dass Petra Sander nach dem Unfall noch eine Lebenserwartung von zirka 20 Jahren hat, müsste sie selbst beziehungsweise ihre Familie Gesamtkosten in Höhe von 3 Millionen Euro zahlen.

Mit einer Unfallversicherung der Bayerischen könnte Petra Sander auf 500.000 Euro Schmerzensgeld, Umbaukostenzuschuss für die Wohnung in einer Höhe von 40.000 Euro und einer monatlichen Unterstützung von 2.000 Euro für Lebensmittel rechnen, die übrigens vom Sozialversicherer nicht erstattet werden.

„Um eine Vorstellung davon zu bekommen, welche Kosten durch einen Unfall auftreten können, ergibt es Sinn, konkrete Situationen wie diese zu veranschaulichen“, erklärt Martin Gräfer, Vorstand der Bayerischen und nennt ein konkretes tragisches Beispiel: „Ein dreijähriges Kind ist nach einem schweren Unfall bis zum Hals gelähmt und wird sein ganzes Leben lang eine Rund-um-die-Uhr Betreuung brauchen. Bei etwa 25 Euro pro Stunde und 24 Stunden pro Tag kommt bei einer Lebenserwartung von etwa 70 Jahren eine enorme Summe zusammen. Versicherungsnehmer wissen in den seltensten Fällen, wie sich die Deckungssumme im Einzelnen zusammensetzt, daher unterschätzen die meisten die Gefahr, im Ernstfall nicht ausreichend abgesichert zu sein. Aber 10 Millionen Euro Deckungssumme sind durchaus realistisch.“

Verminderte Berufschancen für verunfallte Kinder und Jugendliche

Gerade Kinder benötigen ausreichenden Versicherungsschutz. Bei Unfällen in der Schule, im Kindergarten sowie auf dem direkten Weg dorthin und zurück greift in der Regel die gesetzliche Unfallversicherung. Doch zwei von drei Kinder verunglücken, ohne dass Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung fällig werden, berichtet die Debeka Versicherung, die den jüngsten Versicherungsnehmern mit der Debeka-Kinder-Unfallversicherung finanzielle Absicherung bietet.

Diese schließt beispielsweise Sonderkonditionen für Auszubildende und Studierende sowie Jungakademiker/innen ein. Außerdem übernimmt sie Rooming-In-Leistungen: Eltern dürfen bis zu 4 Jahre lang ihre Kinder bis zum 18. Lebensjahr ins Krankenhaus begleiten. Darüber hinaus sind Such-, Bergungs- und Rettungskosten bis 50.000 Euro beitragsfrei mitversichert. Im Comfort-Plus Paket liefert die Debeka auch eine Einmalzahlung bei Knochenbruch bis zu 2.000 Euro.

Nicht nur Extremsportler sollten auf Nummer sicher gehen

Laut Angaben des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ereignen sich in Deutschland jedes Jahr gut 1,5 Millionen Sportunfälle. Zwar zahlen in der Regel die gesetzliche oder private Krankenversicherung akute Behandlungskosten, wie die Arzt- oder Klinikrechnung und in manchen Fällen auch Reha-Maßnahmen. Bei dauerhaften Folgeschäden wird es allerdings heikel. Dann greift in den überwiegenden Fällen nur die Unfallversicherung.

Daher sollten auch Freizeitsportler auf einen angemessenen Versicherungsschutz achten. Denn nicht bei allen Unfällen gibt es beispielsweise automatisch Ausgleichszahlungen. Aus diesem Grund raten die Experten, in den Unfallschutz auch die sogenannte Eigenbewegung  einzuschließen.

Verletzungen, die etwa durch das Umknicken passieren, sind nicht in jedem Vertrag enthalten. Für den vollen Schutz gilt daher, Vertragsbedingungen genau zu checken. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte entsprechend mehr investieren.

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Je höher die Versicherungssumme ist, desto teurer werde natürlich der Vertrag, weiß auch Elke Weidenbach von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Als grobe Faustregel gilt: Bei 25 Prozent Invalidität sollten Versicherungsnehmer 25.000 Euro erhalten, bei 50 Prozent 100.000 Euro, und bei 100 Prozent seien 500.000 Euro angebracht. Die Verbraucherzentrale empfiehlt daher Policen, bei denen die ausgezahlte Leistung stufenweise ansteigt. Bei schweren Folgeschäden bekämen Versicherungsnehmer dann ein Vielfaches der vereinbarten Versicherungs-Grundsumme. Diese solle daher nicht zu gering ausfallen.

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