Umfrage unter KMUs

Kleinere Unternehmen finden eher neue Mitarbeiter als größere

Flexible Arbeitszeiten, Teilzeitmodelle und Homeoffice werden mittlerweile bei kleinen und mittelständischen Unternehmen häufig für die Mitarbeitergewinnung und -bindung eingesetzt. Betriebliche Altersversorgung und betriebliche Krankenversicherung führen dagegen noch ein Schattendasein, wie eine Umfrage zeigt.
© picture alliance / Zoonar | Robert Kneschke
Kleinere Unternehmen finden in der Regel besser Mitarbeiter als größere Betriebe.

40 Prozent der kleinen und mittelständischen Unternehmen haben Schwierigkeiten, qualifiziertes Personal für ihr Unternehmen zu gewinnen und zu binden. Im Vorjahr lag das Niveau mit 39 Prozent gleichauf. Zu diesem Ergebnis kommt die KMU-Studie des Marktforschers Heute und Morgen im Auftrag der Gothaer Versicherung.  

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Interessant seien die Unterschiede zwischen kleinen und größeren Unternehmen: Während 44 Prozent der Unternehmen mit 11 bis 20 Mitarbeitenden diese Schwierigkeiten haben, sind es beim Kleinstgewerbe mit einem bis zu zehn Arbeitskräften nur 28 Prozent. Je größer die Firma, desto größer die Probleme der Mitarbeitergewinnung.

Betriebliche Krankenversicherung noch selten in kleinen Betrieben

Die Unternehmen haben verschiedene Strategien entwickelt, um attraktiv für Fachkräfte zu sein. 28 Prozent der Unternehmen beispielsweise bieten ihren Mitarbeitenden eine betriebliche Altersversorgung (bAV) an, genauso viele wie 2020. Allerdings unterscheiden sich hier kleinere und größeren Firmen: Beinahe die Hälfte (47 Prozent) der Großbetriebe hat eine bAV im Programm. Aber je kleiner das Unternehmen, desto seltener wird sie angeboten. Eine betriebliche Krankenversicherung (bKV) bieten bislang sogar nur 10 Prozent der KMUs an.

„Vermutlich treibt die Sorge um zu viel Aufwand und zu hohe Kosten die KMUs dazu, auf eine bAV oder bKV zu verzichten“, mutmaßt Gothaer-Vertriebsvorstand Oliver Brüß. „Aber diese Sorge ist eigentlich unbegründet. Dank digitaler Verwaltung können auch kleine Unternehmen eine betriebliche Altersversorgung und Krankenversicherung ohne großen Verwaltungsaufwand anbieten und damit auch bei der Gewinnung von Mitarbeitern punkten“, so Brüß.

Flexibel soll Arbeiten heute sein

Andere Maßnahmen werden dagegen deutlich häufiger eingesetzt. Dazu zählen zum Beispiel flexible Arbeitszeiten. 43 Prozent der befragten Unternehmen setzen das ein. Zudem verfügen 47 Prozent der Befragten über ein Teilzeit-Angebot, 39 Prozent über Gleitzeit.

Auch für Familien attraktiv und durch die Pandemie zeitweise zum Pflichtangebot geworden: das Homeoffice. Jedes zweite KMU (48 Prozent) setzt auf das Arbeiten von zu Hause aus, um die Vereinbarkeit von Arbeit und Familie zu erleichtern. Im Vorjahr waren es noch 9 Prozentpunkte weniger. Gerade große Unternehmen mit mehr als 200 Mitarbeitern unterstützen den Schreibtisch zu Hause mit 56 Prozent.

Autorin

Manila Klafack war bis März 2024 Redakteurin bei Pfefferminzia. Nach Studium und redaktioneller Ausbildung verantwortete sie zuvor in verschiedenen mittelständischen Unternehmen den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

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