Studie

Wie Vermittler mit der betrieblichen Krankenversicherung punkten können

Die betriebliche Krankenversicherung (bKV) kann sich in Deutschland nur langsam etablieren. Aktuell haben 9 Prozent der Unternehmen ab zehn Beschäftigte ein bKV-Angebot eingeführt – das sind 2 Prozentpunkte mehr als 2014, wie eine aktuelle Studie zeigt. Immerhin rund 40 Prozent der Betriebe können sich demnach vorstellen, ein bKV-Angebot zu schaffen. Wie Makler bei den Interessenten punkten können, erfahren Sie hier.
© Heute und Morgen
Jedes fünfte Unternehmen bewertet die Idee einer betrieblichen Krankenzusatzversicherung als attraktiv.

Verglichen mit der betrieblichen Altersversorgung (bAV) führe die noch recht junge bKV-Sparte bislang ein „Nischendasein“ in Deutschland, berichtet das Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Heute und Morgen auf Basis einer Umfrage unter 300 Unternehmensverantwortlichen aus kleinen, mittleren und großen Betrieben. Diese wurde in Zusammenarbeit mit dem auf betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) spezialisierten Beratungsunternehmen Schedding durchgeführt.

42 Prozent der Betriebe wissen laut der Umfrage bis heute nicht einmal von der Existenz der betrieblichen Krankenversicherung. Immerhin können sich aber rund 40 Prozent der Unternehmen, die bisher noch keine bKV anbieten, zumindest vorstellen, eine entsprechendes Konzept einzuführen; 8 Prozent planen dies sogar konkret binnen der kommenden zwölf Monate. Besonders abschlussaffin seien vor allem Unternehmen, die im Bereich Gesundheitsmanagement „bereits nachhaltig aktiv sind“ und unter betrieblicher Gesundheitsförderung (BGF) „mehr als nur ‚Salatbar‘ oder ‚Obstkorb‘ verstehen“, berichten die Studienautoren.

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Zuwächse konnten den Angaben zufolge vor allem in kleinen und mittleren Unternehmen sowie speziell in solchen Unternehmen erzielt werden, die bereits ein systematisches betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) etabliert haben. Auch die Mitarbeiter in den Unternehmen zeigen laut Heute und Morgen „hohes Interesse an der bKV“ – gleichwohl sei auch hier der Kenntnisstand bisher allerdings „noch gering“.

„Beratungskompetenzen und Angebote in den Bereichen BGM und BGF aufzubauen, erscheint für die Versicherer ein zukunftsweisender Vertriebsansatz, der dann auch als Türöffner für die bKV zu nutzen ist“, kommentiert Tanja Höllger, Geschäftsführerin bei Heute und Morgen, die Studienergebnisse. Noch würden die Potenziale hier deutlich unterschätzt, findet Höllger.

Bei psychischen Erkrankungen ansetzen

Die Marktforscherin empfiehlt den Versicherern dabei, dass „isolierte und kleinteilige Verkaufsargumentationen“ zur bKV der Vergangenheit angehören sollten. „Vergleichbar mit manchen Pharmafirmen sollten Krankenversicherer und Vertrieb stärker auf integrierte Gesundheitsberatung und Gesundheitsdienstleistungen statt auf reinen Produktverkauf setzen“, so Höllger.

Gerade vor dem Hintergrund der „deutlichen Zunahme krankheitsbedingter Fehlzeiten aufgrund psychischer Überlastungen und Erkrankungen“ sei ein großes und akutes Handlungsfeld entstanden, das in seiner Entwicklung und Umsetzung noch „in den Kinderschuhen“ stecke. Generell bestehen laut der Autoren in den Unternehmen deutliche Defizite in puncto Sensibilität und Umsetzung von Maßnahmen, um psychische Belastungen zu reduzieren; nur 16 Prozent böten solche bisher aktiv an.

Die Autoren geben Vermittlern außerdem Empfehlungen an die Hand, wie sie bei bKV-willigen Unternehmen punkten können. „Generelle Erfolgstreiber“ für die bKV sind demnach „ganzheitliche Beratungskompetenz, Orientierung am individuellen Unternehmensbedarf und der Zuschnitt passender Leistungsbausteine als attraktives, lösungsorientiertes und einfach umzusetzendes Gesamtpaket“, fassen die Marktkenner zusammen. Gelinge dies, könne die bKV ihr volles Potenzial einlösen und zu weit mehr als einem „Anhängselprodukt“ oder reinen „Nice-to-have-Goodie“ werden.

Auch auf die Verpackung kommt es an

Darüber hinaus sollte auch die „äußere Verpackung“ stimmen, lautet eine weitere Empfehlung der Berater. Vorhandene Hürden und Einwände auf Unternehmensseite – wie etwa ein befürchteter hoher Verwaltungsaufwand, hohe Kosten und die Langfristigkeit der Ausgaben – könnten durch „lösungsorientierte Produktzuschnitte und überzeugende Nutzen- und Mehrwertargumentationen“ entkräftet werden, heißt es.

Die Autoren verweisen dabei vor allem auf die Steigerung der Arbeitgeberattraktivität. Diejenigen Unternehmen, die bereits eine bKV eingeführt haben, berichteten zudem in hohem Maße von positiven Erfahrungen in der Praxis (88 Prozent positive Erfahrungen).

Zudem gelte, dass im noch recht jungen bKV-Markt auf Unternehmensseite keine ausgeprägten Anbieterpräferenzen vorhanden seien – für agile und innovative Anbieter und Vertriebe ergebe sich daraus „ein hervorragendes Positionierungsfeld“, so das Resümee der Marktforscher.

Autor

Lorenz

Klein

Lorenz Klein gehörte dem Pfefferminzia-Team seit 2016 an, seit 2019 war er stellvertretender Chefredakteur bei Pfefferminzia. Im Oktober 2023 hat Klein das Unternehmen verlassen, um sich neuen Aufgaben in der Versicherungsbranche zu widmen.

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