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Morgen & Morgen bewertet Krankenzusatzversicherungen

670 Tarife aus der privaten Krankenzusatzversicherung hat sich das Rating-Haus Morgen & Morgen für sein aktuelles Rating angeschaut. Ein Ergebnis: Zahnzusatz- und Krankenhauszusatzversicherungen konnten weitgehend überzeugen. Beim Krankentagegeld gibt es aber Nachholbedarf. Die Details.
Vor allem Behandlungen im Krankenhaus wirken als Treiber für steigende Beiträge in der Krankenversicherung.
© picture alliance/dpa | Marijan Murat
Ärzte führen eine OP im Krankenhaus durch: Die Rating-Agentur Morgen & Morgen hat den Markt für PKV-Zusatzversicherungen analysiert.

Die Rating-Agentur Morgen & Morgen hat sich den Markt der privaten Krankenzusatzversicherungen vorgenommen und unter anderem die besten Tarife in der Zahnzusatz-, Krankenhauszusatz- und Krankentagegeldversicherung gekürt. 670 Angebote der privaten Zusatzversicherer schauten sich die Analysten insgesamt an.

„Die Angebote der Privaten Krankenzusatzversicherer haben zugenommen, vor allem im Bereich der Zahnzusatztarife“, sagt Thorsten Bohrmann, Senior-Versicherungsanalyst bei Morgen & Morgen. Die privaten Zahnzusatztarife lägen auf einem sehr hohen Niveau, und auch die Krankenhauszusatztarife seien größtenteils sehr leistungsstark. Bei den Krankentagegeldern gäbe es noch Luft nach oben, meint er.

Zahnzusatzversicherung

Die Zahnzusatzversicherung als beliebteste Zusatzversicherung bietet über 200 Tarife mit weiteren Tarifkombinationen, die sich vor allem stark in der prozentualen Höhe der Leistung und den immer differenzierteren Bedingungen unterscheiden. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen die Analysten 20 Prozent mehr Tarife. „Wir beobachten, dass Anbieter zunehmend mindestens einen Tarif anbieten, der 100 Prozent leistet. Hier findet nach wie vor der Wettbewerb statt“, so Bohrmann.

Die meisten Tarife übernehmen zwischen 70 und 90 Prozent der Behandlungskosten. Ein Teil der Tarife schließt inzwischen auch so etwas wie Bleaching mit ein. Das Tarifangebot, als auch die Preisspanne, weitet sich laut der Analyse damit immer weiter aus.

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Beispiel: Bei einer Berechnung für eine 30-jährige Angestellten mit der gewählten Leistung Zahnersatz von mindestens 70 Prozent und dem Ausschluss von Risikotarifen, liegt der teuerste Tarif bei 30,13 Euro und der günstigste Tarif bei 9,85 Euro pro Monat. Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich ein leichter Preisanstieg: 2021 kostete der teuerste Tarif 29,69 Euro und der günstigste 9,70 Euro pro Monat.

Insgesamt sei das Niveau sehr hoch, heißt es in der Analyse. Mehr als die Hälfte der Tarife erreichten die Bestbewertung von fünf Sternen. 40 Tarife ordneten sich in der Vier-Sterne-Kategorie ein. „Das Niveau in der privaten Zahnzusatzversicherung steigt stetig. Die Anzahl der Vier- und Fünf-Sterne-Tarife hat in diesem Jahr besonders stark zugenommen“, kommentiert Bohrmann die Entwicklung.

Hier geht es zu den gesamten Rating-Ergebnissen zur Zahnzusatzversicherung.

Krankenhauszusatzversicherung

Die ebenfalls sehr beliebten Krankenhauszusatztarife sind laut Rating um 8 Prozent angestiegen und kommen auf 144 Tarife mit weiteren Tarifkombinationen. Ihre Kernleistungen bestehen aus der Erstattung der Unterbringung in Ein- oder Zweibettzimmern sowie dem Zugang zur Chefarztbehandlung. „Nach wie vor nimmt die Zahl der sogenannten Einbettzimmertarife zu, deren Nachfrage ebenfalls steigt, wie die Berechnungshäufigkeiten in unserer Vergleichssoftware zeigen“, sagt Bohrmann.

Die Tarife unterschieden sich zudem vor allem in den Regelhöchstsätzen. Die Preisspanne liege bei rund 25 Euro. Der teuerste Tarif koste heute 54,53 Euro pro Monat und sei damit um knapp 7 Euro teurer als im vergangenen Jahr (47,99 Euro pro Monat).

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Die Riege der Top-Bewertungen von vier und fünf Sternen habe sich weiter gefüllt und sei auf 111 Tarife angestiegen. „Es gibt weiterhin eine Teilung zwischen Einbettzimmertarifen und Zweibettzimmertarifen. Das Angebot ist gut, sodass zwischen einem in der Regel etwas günstigeren Zweibettzimmertarif oder doch einem Einbettzimmertarif gewählt werden kann. Von 38 Anbietern hat jeder Anbieter mindestens einen Einbettzimmertarif im Angebot“, kommentiert Bohrmann die Tariflandschaft.

Hier geht es zu den gesamten Rating-Ergebnissen zu Krankenhauszusatzversicherung.

Krankentagegeld

Weitaus weniger nachgefragt sind laut Morgen & Morgen die Tarife des Krankentagegeldes. Die Beiträge seien im Schnitt moderat. In einem Alter von 30 Jahren belaufe sich der durchschnittliche monatliche Beitrag für ein Krankentagegeld mit 10 Euro Leistung am Tag beziehungsweise 300 Euro im Monat auf knapp 5 Euro. Ab einem Alter von 50 Jahren werde es mit einem Beitrag von durchschnittlich rund 9 Euro im Monat knapp doppelt so teuer.

Die 91 Tarife sind im M&M Rating Krankentagegeld hinsichtlich ihrer Leistungen sowie auf die Verbraucherfreundlichkeit ihrer Versicherungsbedingungen bewertet worden. Die von Morgen & Morgen angesetzten Mindestkriterien legen besonderen Wert darauf, dass der Versicherer auch bei Wiedereingliederungsmaßnahmen und Teilarbeitsunfähigkeit leistet.

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Das Ratingergebnis hat sich laut Analyse im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert und zeigt noch Luft nach oben. Auch wenn sich von 91 Tarifen 37 Tarife in der vier bis fünf Sterne Range befinden, ballen sich 49 Tarife im Mittelfeld und fünf Tarife sind schwach bewertet. „Die Tarife der Krankentagegeldanbieter haben weiterhin Potenzial. Viele scheitern nach wie vor bei dem Sprung über die 3 Sterne hinaus, da sie nicht auf das ordentliche Kündigungsrecht verzichten, sollte nur eine Teilversicherung bestehen“, so Bohrmann.

Hier geht es zu den gesamten Rating-Ergebnissen zu Krankenhauszusatzversicherung.

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Autorin

Karen

Schmidt

Karen Schmidt ist seit Gründung von Pfefferminzia im Jahr 2013 Chefredakteurin des Mediums.

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