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Die privaten Krankenversicherer mit den besten Bilanzen

Das Analysehaus Franke und Bornberg hat seinen alljährlichen Map-Report zum Thema private Krankenversicherung (PKV) veröffentlicht – genauer: zum Thema Bilanzstärke der PKV-Anbieter. Sieben Versicherer erhielten dabei das Rating „mmm“ für hervorragende Leistungen.
© picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Soeren Stache
Eine Ärztin geht im St. Josefs-​​Krankenhaus Potsdam-​​Sanssouci über einen Flur der Station für an Corona erkrankte Patienten: Inwiefern Corona sich auf die Bilanzen der PKV auswirken wird, bleibt noch abzuwarten.

Die Analysten des Map-Reports haben sich auch in diesem Jahr wieder die Bilanzen der privaten Krankenversicherer angeschaut. Zehn Kennzahlen gingen sie dabei durch, die einen Überblick über die Geschäftsentwicklung der Versicherer im Sinne von Erfolg, Sicherheit und Effizienz geben. Diese sind: Nettorendite, Bewertungsreservequote, RfB-Zuführungsquote, RfB-Quote, versicherungsgeschäftliche Ergebnisquote, Überschussverwendungsquote. Vorsorgequote, Verwaltungskostenquote, Abschlusskostenquote und Solvabilität.

Maximal 300 Punkte können Versicherer bei diesem Bilanztest erreichen. Die höchste Bewertungsklasse, das „mmm“ für hervorragende Leistungen, gibt es ab 225 Punkten. Im diesjährigen Map-Report schafften sieben Versicherer dieses Ergebnis (welche das sind, erfahren Sie auf den nächsten Seiten).

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„Unternehmenskennzahlen sind neben Leistung und Preis ein wichtiges Qualitätsmerkmal, denn sie zeigen, ob der Versicherer in den letzten Jahren verantwortungsbewusst und zukunftsorientiert gewirtschaftet hat“, sagt Michael Franke, geschäftsführender Gesellschafter von Franke und Bornberg und Herausgeber des Map-Reports. Die PKV stehe in Zeiten von Corona besonders im Spannungsfeld von Zinsentwicklungen, gesellschaftlichem und medizinischem Fortschritt sowie Konjunktur und Arbeitsmarkt. „Gerade im aktuellen Umfeld, das durch besondere Herausforderungen für das Gesundheitswesen bei gleichzeitig niedrigen Zinsen gekennzeichnet ist, gewinnt die wirtschaftliche Situation des Versicherers als Auswahlkriterium an Bedeutung“, so Franke weiter.

Der Blick auf die Bilanzen machte deutlich, dass das Sorgenkind der Branchen nach wie vor die Krankenvollversicherung ist. Auch 2019 sei es den privaten Krankenversicherern nicht gelungen, den Bestandsabrieb zu stoppen. 14 der 33 Anbieter mit Vollversicherten in den Büchern konnten die Bestände ausbauen. In absoluten Werten dominierte hier die Debeka mit einem Plus von 41.243 Kunden, gefolgt von Hanse-Merkur (7.728.) und Axa (3.933). Den größten Bestandsabrieb mussten wie in den Vorjahren DKV (-16.497), Allianz (-10.167) und Bayerische Beamtenkrankenkasse (-6.568) verkraften.

Concordia ist Gewinner bei den Beitragseinnahmen

Die Beitragsentwicklung hat nach durchschnittlich 1,9 Prozent im Vorjahr wieder etwas an Fahrt aufgenommen und steigt zum Jahresende 2019 um 3,1 Prozent. Überdurchschnittliche Zuwächse der Beitragseinnahmen verbuchten Concordia (10,5 Prozent), Mecklenburgische (9,8 Prozent), Ergo (6,9 Prozent) und DEVK (5, Prozent). Von den Schwergewichten mit mehr als einer Milliarde Euro Beitragseinnahmen befanden sich vor allem Hanse-Merkur (5,6 Prozent), Hallesche (4,5 Prozent) und Continentale und Axa mit jeweils 4,1 Prozent auf Wachstumskurs. Deutschlands größter Anbieter Debeka konnte die Beitragseinnahmen um 3,3 Prozent ausbauen.

Abschlusskostenquote legt leicht zu

Die Abschlusskostenquote ist im Schnitt von 6,34 auf 6,52 Prozent gestiegen, was die Analysten etwas verwunderte. Denn: „Generell müsste in einer wachstumsschwachen Phase der Abschlusskostensatz sinken“, heißt es im Report. Das sei aber nur bei einigen Unternehmen der Fall gewesen, wie bei Alte Oldenburger, DKV, SDK, Universa, Continentale und UKV. Bei der Mehrzahl der Anbieter seien die Quoten jedoch gestiegen.

„Trotz Deckelung der Abschlusskosten und offenbar schwachem Neugeschäft sind die Aufwendungen für Vertragsabschlüsse in den vergangenen Jahren kaum gesunken“, erklärt Reinhard Klages, Chefredakteur des Map-Reports. „Kein gutes Zeichen von einer Branche, die seit Jahren unter kritischer Beobachtung der Politik steht.“

Im Gegensatz zu den Abschlusskosten bewegten sich die Aufwände für die Verwaltung der Bestände auf Vorjahresniveau, berichten die Analysten weiter. Insgesamt gab die PKV dafür 895 Millionen Euro aus. Da die Verwaltungskostenquote in Relation zu den gestiegenen Beitragseinnahmen berechnet wird, ging die Quote von 2,26 auf 2,23 Prozent leicht zurück. Die niedrigste Verwaltungskostenquote hatte die Huk-Coburg mit 0,91 Prozent, gefolgt von Debeka (1,38 Prozent), R+V (1,58 Prozent) und Alte Oldenburger (1,60 Prozent).

Auswirkungen von Corona sind ungewiss

Die Schadenaufwendungen der Branche legten 2019 um 811,1 Millionen Euro auf 29,3 Milliarden Euro zu. Damit verbunden erhöhte sich die Schadenquote leicht von 77,8 auf 79,4 Prozent. Wie sich Corona auf die Bilanzen der privaten Krankenversicherer auswirken wird, bleibt abzuwarten. „Vorerst sieht es für die Branche nicht sehr kritisch aus, zumal ein Großteil der Pandemie-bedingten Gesundheitskosten vom Bund getragen wurde. Und auch, ob das Schlimmste bereits überstanden ist oder noch weitere Wellen folgen werden, ist bisher höchst spekulativ und nicht abschließend zu beantworten. Unter den gegebenen Umständen zeigen sich die Privatversicherer jedoch gut gerüstet“, heißt es im Report.

Alterungsrückstellungen auf Rekordniveau

Während Bestände weiter schrumpfen, sind die Kapitalanlagen der Branche weiter gestiegen. Innerhalb eines Jahres wuchsen sie von 6,3 Milliarden auf 294,1 Milliarden Euro. Das gleiche Bild zeigt sich bei den Alterungsrückstellungen. Das Plus lag für 2019 bei rund 2,8 Prozent. Inzwischen hat die PKV 294,1 Milliarden Euro eingesammelt, um die Beiträge der Kunden auch im Alter bezahlbar zu halten.

Die Nettorendite der Kapitalanlagen lag 2018 mit 3,26 Prozent deutlich über dem Vorjahresniveau (3,03 Prozent). Den höchsten Wert erzielte nach Berechnungen des Map-Report nach der auf Brillenversicherungen fokussierten Schwestergesellschaft Hanse-Merkur Speziale die Hanse-Merkur mit 3,99 Prozent (Vorjahr: 3,66 Prozent). Anders als die Nettorendite sank die laufende Durchschnittsverzinsung im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich auf nunmehr 2,8 Prozent (Vorjahr 3,13 Prozent) und lag damit 0,46 Prozentpunkte unter der Nettorendite.

Den vollständigen Map-Report mit Einzelübersichten zu 28 Gesellschaften können Sie bestellen unter service@fb-research.de.

Auf den folgenden Seiten kommen nun die sieben Gesellschaften, die ein hervorragendes Ergebnis im Bilanztest erzielten.

Foto: Universa
Universa

Punkte (von 300): 226

In Prozent: 75,3

Rating: mmm

Foto: Hallesche
Hallesche

Punkte (von 300): 227

In Prozent: 75,7

Rating: mmm

Foto: Provinzial
Provinzial

Punkte (von 300): 232

In Prozent: 77,3

Rating: mmm

Foto: picture alliance / Bernd Thissen/dpa
Signal Iduna

Punkte (von 300): 234

In Prozent: 78,0

Rating: mmm

Foto: R+V
R+V

Punkte (von 300): 242

In Prozent: 80,7

Rating: mmm

Foto: LVM Versicherungen/Ralf Emmerich
LVM

Punkte (von 300): 246

In Prozent: 82,0

Rating: mmm

Foto: Alte Oldenburger
Alte Oldenburger

Punkte (von 300): 262

In Prozent: 87,3

Rating: mmm

Autorin

Karen

Schmidt

Karen Schmidt ist seit Gründung von Pfefferminzia im Jahr 2013 Chefredakteurin des Mediums.

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