PKV-Rating

Map-Report lobt und kritisiert private Krankenversicherer

Viel Licht, aber auch viel Schatten offenbart das aktuelle PKV-Rating des Map-Reports aus dem Hause Franke und Bornberg. Acht private Krankenversicherer dürfen sich über eine Bestnote freuen, andere müssen sich aber auch Kritik wegen mangelnder Transparenz gefallen lassen. Hier kommen die Hintergründe.
© picture alliance / SchwabenPress | Guenter Hofer
Eine Ärztin unterhält sich in einer Hausarztpraxis mit einer Patientin.

Im Rahmen seines alljährlichen „Map-Reports“ hat das Analysehaus Franke und Bornberg auch in diesem Jahr wieder private Krankenversicherungen (PKV) unter die Lupe genommen. Achtmal wurde dabei die Höchstwertung vergeben. Unzufrieden zeigten sich die Analysten jedoch mit der mangelnden Bereitschaft mancher Versicherer, ihre Zahlen herauszugeben.

13 Gesellschaften mit knapp 47 Prozent Marktanteil lieferten in diesem Jahr die für das Rating erforderlichen Daten. Weitere 17 Gesellschaften steuerten keine Antworten bei, so dass der Map-Report nur die öffentlich zugänglichen Bilanzkennzahlen sowie Beschwerdequoten auswerten konnte. Untersucht wurden Bilanzdaten und Servicekennzahlen der Jahre 2016 bis 2020 sowie die Bestandsbeiträge im Zeitraum 2000 bis 2021. 

Kritik an mangelnder Transparenz

Michael Franke, geschäftsführender Gesellschafter von Franke und Bornberg und Herausgeber des Map-Reports kritisiert die Zurückhaltung vieler Versicherer. „Ratings, die eine Mitwirkung erfordern, sind mehr als eine Summe von Punkten und Teil-Ergebnissen“, sagt er. Und weiter: „Allein die Bereitschaft, Transparenz zu zeigen, ist heute eine Qualität und Auszeichnung an sich, denn offensichtlich hat Transparenz heute weniger Auswirkung auf Vertriebserfolge als noch vor einigen Jahren.“

Debeka verteidigt Spitzenposition 

Für das Rating wurden die Anbieter in den drei Bereichen Bilanz, Service sowie Vertrag untersucht. Auch die Flexibilität kam auf den Prüfstand. Insgesamt waren 100 Punkte zu erreichen. Ab 75 Punkten gab es die Bestnote „mmm“.

Im Ergebnis konnte die Debeka erneut ihre Position als bester privater Krankenversicherer verteidigen. Mit 82,90 Punkten setzte sich die Koblenzer Gesellschaft einmal mhr gegen die Mitbewerber durch und wurde für hervorragende Leistungen mit der Best-Bewertung „mmm“ ausgezeichnet. Ein „mmm“ erreichten außerdem Signal Iduna, LVM, R+V, VGH Provinzial, SDK, Alte Oldenburger sowie Allianz (siehe Grafik).


Beiträge steigen

Der Map-Report zeigt auch, dass die 13 Teilnehmer im PKV-Rating 2021 wieder „umfangreichere Beitragserhöhungen“ vorgenommen haben. Im untersuchten Zeitraum der Jahre 2000 bis 2021 lag die durchschnittliche Beitragserhöhung demnach für einen Angestellten im Branchenschnitt bei knapp 3,9 Prozent. Zum Jahresbeginn 2021 wurde der Beitrag durchschnittlich um knapp 6,0 Prozent erhöht (Vorjahr: 3,2 Prozent).

In der Musterberechnung für einen Beamten stiegen die Bestandsbeiträge von 2000 bis 2001 laut Untersuchung um durchschnittlich 3,1 Prozent. Zum Jahresanfang wurde der Beitrag durchschnittlich um 7,1 Prozent erhöht (Vorjahr: 3,9 Prozent). Das ist laut Map-Report die umfangreichste Beitragsanpassung bei den Beihilfeversicherungen im gesamten Bewertungszeitraum der vergangenen 21 Jahre.

Ein anderes Bild zeigt sich in der stationären Zusatzversicherung. Über den Vergleichszeitraum der Jahre von 2000 bis 2021 halten sich Beitragserhöhungen und -reduzierungen hier in etwa die Waage.

Niedrigzinspolitik beeinflusst Kalkulation

„Gerade die PKV steht häufig wegen vermeintlich zu hoher Beiträge für ältere Versicherte und großer Beitragssprünge im Kreuzfeuer der Kritik“, schreiben die Map-Analysten zur Einordung der Zahlen. In der Berichterstattung falle jedoch häufig unter den Tisch, dass es klare Vorgaben für Beitragserhöhungen gibt. „So darf der Beitrag erst steigen, wenn die tatsächlichen Kosten die Kalkulation um mehr als 10 (teilweise 5) Prozent übersteigen.“ Größere Beitragssprünge seien damit programmiert.

Auch die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) und die Entwicklung neuer Medikamente und Behandlungsmethoden hätten ihren Preis. „Das schlägt sich nicht nur in den GKV-Beiträgen nieder. Auch in der PKV steigen die Ausgaben.“

Den gesamten Map-Report Nummer 921 „Rating private Krankenversicherung“ können Interessenten kostenpflichtig bei Franke und Bornberg bestellen. Eine kostenlose Basisinformation kann unter diesem Link aufgerufen werden.

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Autor

Achim

Nixdorf

Achim Nixdorf war von April 2019 bis Mai 2024 Content- und Projekt-Manager bei Pfefferminzia. Davor arbeitete er als Tageszeitungs- und Zeitschriftenredakteur mit dem Fokus auf Verbraucher- und Ratgeberthemen.

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