Patientendaten

Weniger Krankenhaus-Behandlungen während der Lockdowns

Die Zahl der akutstationär zu behandelnden Erkrankungen wie Schlaganfälle oder Herzinfarkte ist während des ersten und zweiten Corona-Lockdowns erheblich zurückgegangen. Das zeigt eine Untersuchung der Knappschaft. Dasselbe trifft auch auf Sportverletzungen zu. Allerdings zeichnet sich hier aktuell schon wieder ein gegenläufiger Trend ab.
© picture alliance / Ulrich Baumgarten | Ulrich Baumgarten
Blick in einen Krankenhausflur.

In deutschen Krankenhäusern sind während des ersten und zweiten Corona-Lockdowns deutlich weniger Patienten wegen eines Schlaganfalls oder Herzinfarkts behandelt worden als zu normalen Zeiten. Auch die Zahl der Schenkelhalsfrakturen ging stark zurück. Das meldet die Knappschaft nach einer Auswertung der Fallzahlen ihrer rund 1,5 Millionen Versicherten.

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Danach wurden gut 20 Prozent weniger Patienten mit einem Herzinfarkt (minus 21 Prozent) in ein Krankenhaus eingeliefert, beim Schlaganfall (Hirninfarkt) war der Trend noch deutlicher (minus 24 Prozent). Bei der Schenkelhalsfraktur gab es im zweiten Lockdown einen Rückgang von 27 Prozent.

Experten vermuten, dass viele potenzielle Schlaganfall- und Herzinfarkt-Patienten in dieser Zeit offenbar stark verunsichert waren und sich auch bei eindeutigen Symptomen gescheut haben, medizinische Hilfe zu rufen und in Anspruch zu nehmen.

Weniger Bewegungsfreiheit

Dass es zu weniger Oberschenkelhalsfrakturen gekommen ist, hängt wiederum mit der „deutlichen Reduktion der Bewegungsfreiheit und der damit verbundenen Einschränkung der Mobilitätsmöglichkeiten“ während der Lockdown-Phasen zusammen, betont Markus Bruckhaus-Walter, Sportmediziner bei der Knappschaft.

Diese Einschätzung wird auch dadurch untermauert, dass bei allgemeinen Sportverletzungen ein ganz ähnlicher, rückläufiger Trend zu beobachten war. „Die im Lockdown selbst durchgeführten Aktivitäten führten angesichts geringerer Intensitäten zu nachweisbar weniger Verletzungen im Bereich des Bewegungsapparates wie Muskeln oder Gelenke“, weiß Bruckhaus-Walter.

Sportverletzungen steigen wieder

Nach der Corona-bedingten Sportpause steigt die Zahl der Verletzungen aktuell aber wieder stark an. Der Sportmediziner führt das auf Überlastung infolge übertriebenen Ehrgeizes zurück. Für alle, die nach längerer Zeit wieder aktiv werden wollten, gelte daher, mit geringer Intensität anzufangen und sich langsam zu steigern. Ebenso wichtig sei gezieltes Dehnen und Strecken zum Aufwärmen der Muskulatur.

Autor

Achim

Nixdorf

Achim Nixdorf war von April 2019 bis Mai 2024 Content- und Projekt-Manager bei Pfefferminzia. Davor arbeitete er als Tageszeitungs- und Zeitschriftenredakteur mit dem Fokus auf Verbraucher- und Ratgeberthemen.

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