Trotz Erkältung, mitten drin im Leben, so die Werbeaussage. Ein anderes Mittel verspricht Symptome zu behandeln und Entzündungen zu bekämpfen. So soll es einem schnell wieder besser gehen. Das klingt doch gut. Wer möchte schon mehrere Tage mit einer Erkältung im Bett oder auf der Couch liegen? Mit Freunden, trotz Erkältung, Einkaufen gehen zu können, klingt doch viel verlockender.
Auf der Arbeit ist schon genug zu tun. Bleibt man eine Woche krank zu Hause, erledigt das oft niemand anderes für einen – danach hat man nur noch mehr abzuarbeiten. Wenn Symptome behandelt werden und es einem schnell wieder besser geht, spricht doch auch nichts dagegen, die Freizeitaktivitäten wieder aufzunehmen und zur Arbeit zu gehen, oder?
Wie Erkältungsmittel wirken
Die allermeisten der beworbenen Mittel behandeln aber weder Symptome, geschweige denn deren Ursachen. Die Symptome werden schlichtweg unterdrückt. Deshalb werden sie nicht mehr wahrgenommen und subjektiv geht es einem schon gleich viel besser. Krank ist man dennoch weiterhin.
In der Regel sind in den Erkältungsmitteln sogenannte nichtsteroidale Antirheumatiker (NSAR), sprich Schmerzmittel enthalten. Dazu zählen beispielsweise die Wirkstoffe Ibuprofen, Acetylsalicylsäure (ASS) und Diclofenac. Letzterer Wirkstoff wird auch Salben zugeführt, die man verwenden kann, wenn einem beispielsweise das Knie schmerzt. Salbe darauf und schon ist das Knie wieder heile und man kann die Wanderung fortsetzen. Ist es natürlich nicht, nur der Schmerz ist betäubt.
Der gleiche Effekt tritt bei Erkältungsmitteln ein. Kopf- und Gliederschmerzen werden für ein paar Stunden betäubt, eventuelles Fieber sinkt und schon fühlt man sich gleich wieder viel besser. Auch hier wurden also nur die Symptome unterdrückt, nicht wirklich behandelt und schon gleich gar nicht die Ursachen behoben. Die Krankheit ist weiterhin vorhanden.
Manchen dieser Erkältungsmittel, oder auch bestimmten Nasensprays, werden als Wirkstoff Pseudoephedrin zugefügt (Pseudoephedrinhydrochlorid). Hierbei handelt es sich um sogenannte sympathomimetische Stoffe. Diese greifen also am Sympathikus, unserem Stressnerv, an und verstärken die Wirkung der Stresshormone Adrenalin und Nordadrenalin (Epinephrine). Das verengt die Blutgefäße, wodurch die Schleimhäute abschwellen und das Durchatmen erleichtert wird.
Kennt man die Hintergründe der Funktionsweise, klingt das alles gar nicht mehr so gesund. Statt dem Körper Ruhe zu gönnen, damit er dem Immunsystem und der Abwehr der Krankheitserreger möglichst viel Energie zur Verfügung stellen kann, unterdrücken die Mittel die Erkältungssymptome. Wir wenden nun für andere Dinge Energie auf, beispielsweise eben für das Shoppen, oder die Arbeit und wundern uns, weshalb wir im Herbst und Winter von einem Infekt in den nächsten geraten.
Die enthaltenen Wirkstoffe haben jedoch auch Nebenwirkungen. ASS, bekannt durch Aspirin®, kann zu einem reduzierten Vitamin-C-Spiegel führen, da dessen Aufnahme durch die Darmwand gehemmt und es somit ausgeschieden wird. Gerade Vitamin C ist eines der besonders wichtigen Vitamine für das Immunsystem bei der Erkältungsabwehr. Um das auszugleichen, wird einigen Mitteln deshalb Vitamin C zugesetzt.
Die Vorteile von Erkältungssymptomen
Erkältungssymptome wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit haben, so unangenehm sie sind, Vorteile. Wer erkältet ist und die Symptome nicht unterdrückt, zieht sich zurück und ruht sich aus. Damit kann der Körper möglichst viel Energie für die Abwehr von Erkältungsviren aufwenden. Wer sich isoliert, hat weniger Kontakt mit anderen Menschen und kann somit weniger Personen anstecken. Aus evolutionärer Sicht ist es also sehr sinnvoll, während einer Erkältung Symptome wie bei einer Depression zu entwickeln und sich von anderen Menschen zu distanzieren.
Die meisten schleppen sich jedoch mit einer Erkältung zur Arbeit, benutzen öffentliche Verkehrsmittel und können so auf engstem Räumen möglichst viele Menschen infizieren. Dass etwa Büroräume im Winter auf Grund der Kälte auch noch schlechter gelüftet sind, erhöht die Zahl der Erreger pro Kubikmeter zusätzlich.
Entwickelt der Körper Fieber, ist das ein Zeichen für ein funktionierendes Immunsystem. Schafft es dieses mit seinen verschiedenen Zellen nicht, die Erreger abzuwehren, stellt das Gehirn den Sollwert für die Körpertemperatur nach oben. Die Folge: erhöhte Temperatur, oder Fieber. Fieber hat den Vorteil, dass sich Erreger schlechter vermehren können. Die Körpertemperatur wird im Hypothalamus gesteuert. Damit der Thermostat hochgedreht und damit der Sollwert erhöht werden kann, sind Hormone notwendig – Prostaglandine. Genau hier setzt Ibuprofen an. Der Wirkstoff hemmt ein Enzym (Cyclooxygenase). In der Folge werden weniger Prostaglandine ausgeschüttet und der Thermostat im Hypothalamus wird entweder nicht hochgestellt oder wieder herunter geregelt.
Es entsteht kein Fieber, oder es sinkt. Das freut dann auch die Viren. Denn die meisten mögen keine Temperaturen deutlich oberhalb von 37 Grad. Man könnte fast den Eindruck gewinnen, moderne Erkältungsmittel seien eine schlaue Erfindung von Viren, um ihre Verbreitung zu optimieren und möglichst viele Menschen infizieren zu können.
Erkältungs- und Schmerzmittel sind nicht harmlos
Erkältungsmittel und Wirkstoffe wie Ibuprofen sind ein großer Segen und können eine Erleichterung sein, um während einer Erkältung einmal ein paar Stunden durchatmen und zu hohes Fieber senken zu können, oder eine Pause von den Kopfschmerzen zu haben. Bei Erkältungen sollten diese Medikamente jedoch nur genau für diese Ausnahmen eingesetzt werden (bestimmte Risikogruppen ausgenommen) – nicht jedoch als Dauermedikation während eines grippalen Infektes über sieben bis zehn Tage.
Bei wiederholter, oder langanhaltender Einnahme kann es zu gefährlichen Nebenwirkungen und Nährstoffmängeln, oder auch -überschüssen kommen. Im Speziellen erwähnt seien hier: Vitamin C, B-Vitamine wie Folat und B12, Eisen, Vitamin E, Kalium, Glutamin und Omega-3-Fettsäuren. Glutamin schützt die Magen- und Darmschleimhaut. Herrscht hier durch regelmäßige Einnahme von Schmerzmitteln ein Mangel, kann dies zu Reizungen der Schleimhäute führen, bis hin zu Magengeschwüren. Deshalb werden bei längerer Einnahme von Schmerzmitteln Magenschutztabletten verschrieben. Diese können als Nebenwirkungen jedoch weitere Nährstoffmängel zur Folge haben (Vitamin B12, Folat, Calcium, Magnesium und Eisen). Die Einnahme von Erkältungs- und Schmerzmitteln sollte also, obwohl rezeptfrei, nicht verharmlost werden.
Was bei Erkältungen noch helfen kann
Das beste Mittel gegen Erkältungen ist natürlich erst gar keine zu bekommen. Stärken Sie Ihr Immunsystem durch regelmäßige Bewegung an der frischen Luft und einer individuellen, artgerechten Ernährung. Weitere Informationen finden Sie in unserem Dreiteiler zum Immunsystem. Lüften Sie regelmäßig Ihre Wohnung und Ihr Büro und waschen Sie sich ausreichend lange die Hände. So lange Sie nicht in Arztpraxen, Altenheimen, oder in einer Umgebung mit stark erkrankten Menschen sind, reicht es dafür Wasser und Seife zu verwenden. Achten Sie darauf, dass die Luftfeuchtigkeit durch Heizungsluft nicht zu niedrig ist, damit Ihre Schleimhäute feucht bleiben und sich Erreger weniger gut einnisten können.
Sollte es Sie doch einmal erwischt haben, können zum einen die klassischen Hausmittel bei der Heilung unterstützen. Die Wissenschaft hat inzwischen nachgewiesen, dass beispielsweise Omas Hühnersuppe tatsächlich helfen kann. Jedoch nur, wenn diese als Kraftbrühe gekocht wird, also inklusive Hühnerknochen und wenn ordentlich Fleisch enthalten ist. Tütensuppen oder Konserven haben höchstens wärmende und Placebo-Effekte.
Essen Sie aber nur, wenn Sie wirklich Hunger haben. Verminderter Appetit ist ebenfalls eine durchaus positive Begleiterscheinung einer Erkältung. Hat man längere Zeit nichts gegessen, so erhöht sich die Autophagie. Vereinfacht gesagt: Beschädigte Zellen und Stoffwechselabfälle werden verstärkt entsorgt, was die Heilung unterstützen kann. Das ist der gleiche Effekt des Heilfastens und des intermittierenden Fastens. Zwingen Sie sich, Ihre Freunde, oder Verwandte also nicht zum Essen. Wenn Ihr Körper wieder Nahrung braucht, wird er es Ihnen durch verstärktes Hungergefühl zeigen.
Neben den klassischen Hausmitteln und Kräutern, können Sie bei ersten Anzeichen einer Erkältung auch folgende Mikronährstoffe einsetzen. Im Idealfall können Sie die Erkältung so noch abwenden. Wichtig ist, diese gleich bei den ersten Anzeichen (Abgeschlagenheit, Halskratzen, verstärkt gerippter Gaumen und so weiter) zu nehmen:
– Vitamin C: Sofort eine höhere Dosis, dann stündlich am ersten Tag. Ab dem zweiten Tag die erste hohe Dosis insgesamt über den Tag verteilt.
– Vitamin E: Einmal täglich – Vitamin E und C ergänzen sich in der Wirkung gegenseitig
– Selen: Einmal täglich
– Vitamin-B-Komplex
– Zink: über den Tag verteilt und im Abstand von 2 Stunden von der
Magnesiumeinnahme
– Glutamin: Können Sie als Pulver in der Apotheke kaufen und in Wasser auflösen
– Lysin: sofort, alle 1-2 Stunden zusätzlich, an den Folgetagen über den Tag verteilt.
– Magnesium: 2 Mal täglich
– NAC (Acetylcystein): Bei NAC handelt es sich um Derivat der Aminosäure Cystein, welches schleimlösend wirken kann. Im zeitlichen Abstand zu Zink einnehmen.
– Eiweiß: Gegebenenfalls 1–2 Eiweiß-Shakes am Tag
Während einer Erkältung kein Eisen zuführen. Außer, es wurde Ihnen ärztlich verschrieben. Dann besprechen Sie die weitere Einnahme mit Ihrem Arzt oder Heilpraktiker. Gleiches gilt, wenn Sie regelmäßig Medikamente einnehmen. Eine der Abwehrmaßnahmen des Immunsystems ist, dass Eisen aus dem Blut in den Eisenspeicher gepackt wird, da Erreger Eisen zur Vermehrung brauchen.
Wird nun Eisen zugeführt, sabotiert man unter Umständen das eigene Immunsystem. Die genaue Dosis der oben genannten Mikronährstoffe besprechen Sie bitte mit Ihrem auf Naturheilkunde spezialisierten Arzt oder Heilpraktiker. Mit den oben genannten Nahrungsergänzungsmitteln hat der Autor seine echte Influenza Anfang 2018, ohne weitere Medikation, innerhalb von sieben Tagen überwunden und war wieder fit.
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Eine Antwort
Mich erwischt es immer wieder mal im Winter und ich habe irgendwann rausgefunden, dass es am effektivsten ist, gleich was bei den ersten Symptomen zu unternehmen anstatt zu hoffen, dass es von alleine wieder weggeht. Ich greife generell sehr gerne auf pflanzliche Mittel zurück und habe bei Erkältungen gute Erfahrungen mit Kaloba gemacht, vor allem, wenn ich es gleich beim ersten Husten oder Kratzen im Hals anwende. Gleichzeitig kann ich aus Erfahrung aber auch sagen, dass es immer Sinn macht, sich auch zumindest eine Weile zu schonen und dass man einen Schnupfen mit der Kombination am besten wieder los wird. Und im Winter eben warm genug einpacken, das wird wohl von vielen auch unterschätzt.