Assekurata-Marktausblick

Der Druck auf die Beiträge in der PKV wächst

Ein nicht allzu schlechtes Jahr liegt hinter den privaten Krankenversicherern. In der Zusatzversicherung konnten sie mehr Policen verkaufen, und der Abrieb in der Vollversicherung verlief weniger heftig als in den Jahren zuvor. Trotzdem bleibt der Druck hoch – vor allem auf die Beiträge. Den Grund dafür, erfahren Sie hier.
© Assekurata
Die Grafik zeigt die durchschnittlichen Beitragsanpassungssätze bei den von Assekurata gerateten Krankenversicherungsunternehmen.

Für die privaten Krankenversicherer war das Jahr 2016 ein recht durchwachsenes bis stabiles. In der Krankenzusatzversicherung ging es weiter bergauf – allerdings mit gebremstem Schaum. So erhöhte sich die Zahl der Zusatzversicherungsverträge um 1,30 Prozent, 2015 waren es noch 1,75 Prozent. Pflege- und Zahntarife sorgten hier vor allem für Wachstum.

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Beim Problemkind Vollversicherung konnten die PKV-Unternehmen 2016 ein wenig aufatmen. Der Bestandsabrieb fiel mit netto 14.600 Personen (minus 0,2 Prozent) im Vergleich zu den Vorjahren recht gering aus.

Der Hoffnungsträger betriebliche Krankenversicherung (bkV) indes dümpelt weiter vor sich hin. Nach Angaben des PKV-Verbands stieg die Zahl der versicherten Personen in diesem Geschäftsfeld im vergangenen Jahr um 31.800 auf 606.800.

Wie sieht es bei den Beiträgen aus?

Im Zehnjahresvergleich 2007 bis 2017 haben sich im Assekurata-Durchschnitt die Bestandsbeiträge im Normalgeschäft um rund 53 Prozent erhöht. Das entspricht einem Plus pro Jahr von 4,2 Prozent. Das beitragsstabilste Unternehmen in der Analyse kommt auf einen Wert von 2,9 Prozent pro Jahr.

Zum Vergleich:

Der Höchstbeitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ist inklusive Zusatzbeitrag in den vergangenen zehn Jahren um knapp 30 Prozent beziehungsweise 2,8 Prozent pro Jahr gestiegen.

„Absolut gesehen liegt die GKV mit einem Beitragsanstieg von insgesamt 156 Euro jedoch rund 17 Euro über dem Assekurata-Durchschnitt“, heißt es in der Analyse.

Quelle: Assekurata

Hohe Kundenzufriedenheit bei den Vollversicherten

Weiteres Ergebnis: Die Zufriedenheit der vollversicherten Kunden mit der Beitragsentwicklung hat sich verbessert, zeigen Kundenbefragungen von Assekurata. Hatten sich 2013 nur 63,8 Prozent der Vollversicherten zufrieden bis vollkommen zufrieden geäußert, lag der Wert 2016 bei 71,2 Prozent.

„Auch wenn die Zufriedenheit mit der Beitragsentwicklung aus unserer Sicht noch verbesserungswürdig ist – dies betrifft insbesondere die Nicht-Beihilfeversicherten in der Altersklasse 50 bis 69 – zeigen die Analysen im Ergebnis dennoch eine konstant hohe Kundenzufriedenheit“, sagt Assekurata-Mann Gerhard Reichl. „So waren zuletzt 96,0 Prozent der Vollversicherten alles in allem betrachtet mit ihrem privaten Krankenversicherer zufrieden, sehr oder gar vollkommen zufrieden.“

Damit könnte es aber bald vorbei sein.

Warum?

Die Zinsentwicklung ist schuld. Sie schlage nun endgültig auch auf die Kunden der privaten Krankenversicherung durch, so die Assekurata-Analysten.

Besonders deutlich zeige sich das am Rückgang der laufenden Durchschnittsverzinsung. Sie erreichte im vergangenen Jahr mit rund 3,5 Prozent ein historisches Tief. „Auch der aktuarielle Unternehmenszins, AUZ, fällt weiter und rutscht 2017 im Assekurata-Durchschnitt bereits auf 2,8 Prozent ab, sodass branchenweit bei gleichbleibender Entwicklung kurzfristig ebenfalls der Rechnungszins der Unisex-Tarife gesenkt werden müsste“, so Reichl.

„Einige Unternehmen haben diesen Schritt bereits vollzogen. Im Assekurata-Durchschnitt liegt der Rechnungszins im Bestand aktuell noch bei 3,07 Prozent, sodass sich für die kommende Beitragsanpassungsrunde 2018 im Mittel ein Senkungsbedarf von rund 30 Basispunkten ergibt.“

RfB für Beitragsstabilität nutzen

Nachhaltige Ruhe an der Beitragsfront sei damit nicht in Sicht. Reichl: „Die Krankenversicherer sind angehalten, die größtenteils üppige Rückstellung für Beitragsrückerstattung, RfB, dazu zu nutzen, die notwendigen Beitragsanpassungen im Kunden- aber auch im Unternehmensinteresse abzumildern.“

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