Stromausfall in Berlin: Für die betroffenen Bürgerinnen und Bürger gibt es wie hier im Bezirksamt Zehlendorf Schlafmöglichkeiten, heißes Essen und Co. © picture alliance/dpa | Christophe Gateau
  • Von Karen Schmidt
  • 05.01.2026 um 17:47
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Nach einem Anschlag sind viele Menschen in Berlin von einem Stromausfall betroffen. Mehrere Tage wird die Reparatur dauern. Greifen hier Versicherungen? Und wenn ja, welche? Hier erfahren Sie es.

„Stromausfälle wie jetzt in Berlin zeigen, wie verletzlich unsere Infrastruktur ist. Versicherungen können viele Schäden auffangen, aber eben nicht alle“, sagt Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), anlässlich des großflächigen Stromausfalls in Berlin.

Laut einem Bekennerschreiben hat die linksextremistische „Vulkangruppe“ den Anschlag auf die Stromkabel verübt. Der Verfassungsschutz prüft das aktuell.

„Umso wichtiger ist es, dass auch die öffentliche Hand Vorsorge trifft“, so Asmussen weiter. „Kritische Infrastrukturen müssen widerstandsfähiger werden und die Bevölkerung besser vorbereitet“.

Im Fall des aktuellen Stromausfalls in Berlin stünden die Versicherer bereit, versicherte Schäden für Bürger und Betriebe rasch zu regulieren. Für Verbraucher dürfte es dabei vor allem um frostbedingte Schäden durch Leitungswasser sowie Schäden durch Einbruchdiebstahl gehen, die über eine Wohngebäude- oder Hausratversicherung abgedeckt sind.

Versichert seien auch Schäden an Gefriergut, die dadurch entstünden, dass eine Tiefkühlanlage durch eine Unterbrechung der öffentlichen Stromversorgung ausfalle. Lebensmittel im Kühlschrank gehörten aber nicht dazu, so der GDV.

Was empfehlen die Versicherer?

Bei einem längeren Stromausfall in der kalten Jahreszeit seien Schutzmaßnahmen gegen Frostschäden besonders wichtig. Der GDV rät, die Trinkwasserzufuhr am Hausanschluss – also am Wasserzähler oder Gebäudeeintritt – abzusperren, um Wasserschäden durch geplatzte Leitungen zu vermeiden. Wenn möglich, sollten wasserführende Leitungen zusätzlich entleert werden. Sind Leitungen bereits eingefroren, sollten sie nur unter Aufsicht und nach dem Absperren der Wasserzufuhr aufgetaut werden.

Darüber hinaus rät der GDV von gasbetriebenen Heizgeräten in geschlossenen Wohnräumen ab. Ebenso sollten Verbraucher auch nicht versuchen, die Wohnung mit Holz oder Holzkohlegrills zu heizen. In beiden Fällen bestehe Lebensgefahr aufgrund von Sauerstoffmangel oder Kohlenmonoxidvergiftung. Wenn Kaminöfen regelmäßig vom Bezirksschornsteinfeger kontrolliert und abgenommen seien, sich in einem einwandfreien Zustand befänden und bestimmungsgemäß genutzt würden, gehe keine erhöhte Gefahr von ihnen aus

Betriebsunterbrechungsversicherung für Unternehmen

Für Unternehmen kann eine Betriebsunterbrechungsversicherung sinnvoll sein, wenn durch einen Stromausfall oder das Wiederanlaufen der Energieversorgung ein Sachschaden entsteht, wodurch der Betriebsablauf zusätzlich stillsteht. In bestimmten Branchen, etwa der Lebensmittelwirtschaft, gibt es zudem spezielle Versicherungen, die den Verderb von Kühlgut infolge eines Ausfalls der öffentlichen Stromversorgung finanziell absichern, so der GDV weiter.

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Karen Schmidt

Karen Schmidt ist seit Gründung von Pfefferminzia im Jahr 2013 Chefredakteurin des Mediums.

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