Wenzel will‘s wissen

Makler, entscheide Dich!

Entscheidungen aufzuschieben, kann für Makler nach hinten losgehen. Denn in der Zeit, in der man noch abwägt, ob man etwas tut oder nicht, hat ein Konkurrent den Markt vielleicht schon besetzt. Wie zügiges Entscheiden geht, erklärt Versicherungsmakler Philip Wenzel in seiner neuen Kolumne.
© Philip Wenzel
Philip Wenzel ist Versicherungsmakler und Experte für biometrische Risiken.

Wir sind jeden Tag gezwungen, mehr oder weniger wichtige Entscheidungen zu fällen. Und da ich für alles, was ich täglich mache, überlegen sollte, ob der Prozess optimierbar wäre, habe ich entschieden, heute mal über Entscheidungen zu schreiben.

Eine ganz wichtige Erkenntnis für mich war, dass wir nicht nicht entscheiden können. Jede aufgeschobene Entscheidung bedeutet, dass wir zumindest heute dagegen sind. Das liegt in den allermeisten Fällen daran, dass wir Zweifel haben. Und Zweifel bedeutet nichts weiter als zu wenig Wissen über Vor- und Nachteile einer Entscheidung.

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Wenn Sie Mitarbeiter haben, dann kommunizieren Sie deutlich, auf wann die Entscheidung verschoben wird und wie Sie bis dahin eine Entscheidungsgrundlage schaffen wollen.

Die Grundlage ist immer das Wissen um die möglichen Konsequenzen der Entscheidung. Das ist sehr wichtig und sollte möglichst schnell angeeignet werden. Denn je länger ich für eine Entscheidung benötige, desto niedriger sind am Ende auch die positiven Effekte der Entscheidung. 

Der Wettbewerber könnte schneller sein

Sie kennen sicherlich den Spruch „Während die Schlauen debattieren, stürmen die Dummen die Burg!“ In der Zeit, in der ich überlege, könnte ein anderer es einfach tun und den Markt besetzen. Oder die alten Prozesse fahren sich ein und lassen sich nicht mehr vollständig umkehren. 

Deswegen ist es wichtig, schnell alle wichtigen Informationen zusammenzutragen und zu entscheiden. 

Je nach Wichtigkeit sollte ich lernen, mal auf den Kopf zu hören, aber eben auch mal auf den Bauch zu vertrauen. Unsere Intuition, unser erster Eindruck oder eben unser Bauch verarbeitet die Informationen unterbewusst und damit viel schneller als wir das bewusst könnten. Oft ist es den Aufwand nicht wert, den ersten Eindruck über den Verstand widerlegen zu wollen. Denn meistens kommt der Verstand zum gleichen Ergebnis. Es ist ja der gleiche Kopf, der die Entscheidung trifft. Einmal unterbewusst und schnell, einmal langsam und bewusst.

Dieses System funktioniert dann nicht, wenn wir im ersten Moment nicht alle Informationen haben, um eine Entscheidung zu fällen. Dann entscheidet das Unterbewusstsein sozusagen auf falscher Datengrundlage. Wenn ich also bewusst mit dem Kopf entscheiden muss, ist es hilfreich, auf das eine oder andere System zugreifen zu können.

Stehe ich vor einer Entscheidung, die von mir eine Veränderung verlangt, frage ich mich, was mich hält und was mich an der Veränderung anzieht. Ich zwinge mich so, mich auf die wesentlichen Punkte, die mich betreffen, zu konzentrieren. Es ist keine umfassende Analyse notwendig. 

Ja/Nein-Fragen als Leitplanke

Bei komplexeren Entscheidungen versuche ich über Ja/Nein-Fragen zur Lösung zu kommen. Hilft die Entscheidung dem Unternehmen, den Mitarbeitern und mir? Die Entscheidung ist für niemanden eine größere Belastung? Es ist finanziell und zeitlich machbar? Wir rechnen mit einem Gewinn in Zeit/Geld/Zielerreichung?

Unterm Strich ist es egal, ob ich die Eisenhower-Matrix oder eine SWOT-Analyse bemühe. Wichtig ist, dass ich ein System habe, um wichtige Entscheidungen schnell zu fällen. Denn ansonsten lautet die Entscheidung Nein, bis ich mal dazu komme, anders zu entscheiden. 

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