10 Prozent aller Vermittler sind mit den Anforderungen der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) überfordert und denken daran, aufzugeben. Wenn ich sowas lese, bin ich kurz traurig. Aber dann überlege ich, wie ich 10 Prozent Mehrgeschäft mit den jetzigen Arbeitsprozessen abbilden kann oder ob ich die Prozesse neu denken muss.
Aber vorher fairerweise der Hinweis an alle, die ans Aufgeben denken: Angst kommt von Unwissenheit. Der weiße Hai bei Spielberg ist deshalb so gruselig, weil wir ihn fast nie sehen. Holt euch einen Datenschutzbeauftragten ins Haus. Der kostet 1.000 Euro im Jahr und kann euch alles erklären. Oder geht zu dem einen großen Pool, der hat eine günstigere Lösung.
Jetzt aber wieder zurück zu dem Szenario der 10 Prozent Mehrgeschäft. Wer Einzelkämpfer ist, steht immer vor dem Problem, dass sich mehr Geld nur mit mehr Zeitaufwand verdienen lässt. Oder ich habe gute digitale Lösungen, die mir einfache Prozesse abnehmen, wie Erinnerungs-E-Mails oder automatische Wiedervorlagen bei Ablauf einer Lebensversicherung.
Wenn ich mehr Geld in der gleichen Zeit verdienen will, dann geht es nicht ohne sinnvolle Strukturen.
Am Anfang steht wie immer, egal ob geschäftlich oder privat, die Frage: Was ist mein Ziel? Wenn ich das nicht weiß, dann weiß ich auch nicht, ob ich in die richtige Richtung laufe. Das Ziel kann so gut wie alles sein. Außer Geld. Geld ist nie ein Ziel. Geld ist immer nur der Weg.
Wie gut, dass die zweite Frage lautet: Welcher Weg ist für mich richtig?
Wer sich mal einen Baum für den Garten ausgesucht hat, weiß, dass ich mir entweder einen zwölf Jahre alten Baum für 500 Euro kaufen kann oder einen einjährigen Baum für 45 Euro. Ich bin 39 Jahre alt, also kann ich es auch abwarten, bis ein Baum groß ist. Den Garten genießt man ja eh erst im Ruhestand. Will ich mein Ziel aber schneller erreichen, würde ich auch mehr investieren.
Im Büro ist es die Überlegung, einen Azubi einzustellen oder eine ausgebildete Kraft. Hängt halt davon ab, ob es jetzt brennt oder ob ich gerade meinen Bestand vergrößere und in zwei Jahren mit vielen Neukunden rechne.
Wichtig ist, dass ich alle Arbeit im Büro in drei Ebenen unterteile. Die erste Ebene ist die operative. Das alltägliche Geschäft. Hier wird zählbar Geld gemacht. Oder auch verbrannt. Kommt drauf an. Eine katastrophale Schadenbearbeitung kostet Zeit und Nerven. Hier helfen Standards.
Standards definiere ich auf der taktischen Ebene. Die Frage, die sich hier stellt, lautet: Wie kann ich das operative Geschäft effizienter gestalten. Das sollte am besten monatlich zwischen Mitarbeitern und einer Führungskraft besprochen werden. Wenn ich das Ganze dann schriftlich festlege, habe ich einen Leitfaden, an dem sich auch eine ungelernte Kraft entlang hangeln kann.
Operativ, taktisch, strategisch
Die dritte Ebene ist die strategische. Hier legt der Chef fest, was die Ziele für die nächsten drei Jahre sind. Die Mitarbeiter sollten über diese Ziele informiert werden, aber es ist Aufgabe des Chefs, die strategischen Fragen zu beantworten.
Der größte Fehler, den die 10 Prozent, die aufgeben wollen, machen, ist wahrscheinlich der, dass der Chef im Betrieb arbeitet und in der operativen Ebene festsitzt. Er hat nicht die Zeit, mal einen Tag mit einem Datenschutzbeauftragten das Thema DSGVO zu klären. Er ist Angestellter in seiner eigenen Firma.
Unterm Strich ist Aufgeben aber keine Option. Besser ist, eine Taktik schriftlich zu fixieren und sich dann mit einer ungelernten Kraft vom operativen Geschäft zu befreien, um mehr Zeit zu haben für die Zukunft.
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