Eine Krise nach der anderen

Der deutschen Wirtschaft fehlen 545 Milliarden Euro

Weniger Konsum und weniger Investitionen – die Krisen der vergangenen vier Jahre stellen die deutsche Wirtschaft vor Probleme. 545 Milliarden Euro sind ihr seit Beginn der Corona-Pandemie verloren gegangen, hat eine Auswertung des Instituts der Deutschen Wirtschaft ergeben.
© picture alliance/dpa | Monika Skolimowska
Nach der Corona-Pandemie beeinflusst die hohe Inflation seit Ausbruch des Ukraine-Kriegs den Binnenkonsum.

Vor vier Jahren hielt die Corona-Pandemie die Welt in Atem. Kaum überstanden überfiel vor zwei Jahren Russland die Ukraine, vergangenes Jahr kam nun auch noch der aktuelle Nahost-Konflikt hinzu. All diese Krisen haben heftige wirtschaftliche Folge für die deutsche Wirtschaft. 545 Milliarden Euro sind ihr über die vergangenen vier Jahre entgangen. Das hat das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) in Köln ermittelt. Allein der Konsum sei in der Zeit um 400 Milliarden Euro zurückgegangen. Das entspricht rund 4.800 Euro pro Person.

Der Analyse zufolge gaben die Deutschen allein in den Jahren 2020 und 2021 für Einkaufen und Freizeit fast 250 Milliarden Euro weniger aus – und sparten. In Zahlen: Vor der Pandemie legten die Bundesbürger etwa 10 Prozent ihres Einkommens zur Seite. Während der Pandemie waren es bis zu 16 Prozent.

Aufgrund des Krieges in der Ukraine und der gestiegenen Energiekosten seit 2022 zehrte sich das Ersparte aber schnell auf. Die hohe Inflation schränkte den Konsum der Deutschen zusätzlich ein.

Folgen der Krisen auf die deutsche Wirtschaft

Auch die Firmen hierzulande leiden durch die Krisen. In Deutschland sind die Unternehmen dem IW-Bericht zufolge stärker betroffen als in anderen Ländern. Die deutsche Industrie hänge als Exporteur mehr vom internationalen Handel ab und sei daher anfälliger für ein Schwächeln der Weltwirtschaft. Zudem gibt es hierzulande viele energieintensive Branchen, die empfindlich auf die hohen Energiekosten reagierten.

Investitionen seien in den vergangenen vier Jahren auf der Strecke geblieben und werden vom IW auf 155 Milliarden Euro beziffert. Michael Grömling, Ökonom beim IW, warnt vor den Folgen: „Die mangelnden Investitionen senken langfristig unsere Möglichkeiten, mit Herausforderungen wie Digitalisierung, Fachkräftemangel oder Klimawandel umgehen zu können.“

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Autorin

Manila Klafack war bis März 2024 Redakteurin bei Pfefferminzia. Nach Studium und redaktioneller Ausbildung verantwortete sie zuvor in verschiedenen mittelständischen Unternehmen den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

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