Das sogenannte Opting-out im Rahmen der betriebliche Altersversorgung (bAV) sei „eine Art sanfter Zwang“, dem sich die meisten Arbeitnehmer nicht widersetzen würden, sagt Jürgen Helfen, Partner bei Pricewaterhouse Coopers (PWC) – und das Prinzip kommt bei Arbeitnehmern offenbar gut an.
So würden sich vier von fünf Befragte (78 Prozent) laut einer aktuellen PWC-Umfrage unter 1.000 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in Deutschland dazu bereit erklären, mit ihrer Unterschrift unter den Arbeitsvertrag automatisch an einer Entgeltumwandlung teilzunehmen – und damit „vom ersten Arbeitstag an in die betriebliche Altersversorgung einzubezahlen“, wie die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft erklärt (siehe Grafik).
Gleichwohl sei das Modell der automatischen Entgeltumwandlung aus Sicht der Unternehmen „eine zweischneidige Sache“, sagt Experte Helfen. „Für Arbeitgeber wäre eine bewusste Entscheidung ihrer Mitarbeiter der deutlich bessere Weg. Denn dann kennen Beschäftigte das Angebot und Engagement des Arbeitgebers und wissen es zu schätzen.“
Bei der Entgeltumwandlung können Beschäftigte Teile ihres Bruttoeinkommens steuer- und sozialversicherungsfrei in eine Betriebsrente einzahlen. „Eine Einzahlung von 100 Euro in die bAV kann einem Nettoverzicht von 50 Euro entsprechen“, heißt es bei PWC.
Grundsätzlich befürwortet es PWC-Partner Helfen, wenn sich Mitarbeiter bewusst für eine Teilnahme entscheiden: „Nur wenn Beschäftigte dieses Angebot wertschätzen, können Unternehmen mit ihrer betrieblichen Altersversorgung wirklich punkten.“ Doch eine ähnlich hohe Teilnahmequote wie beim Opting-out sei Helfen zufolge nur mit einem „überzeugenden Gesamtpaket zu erzielen“.
Dazu gehöre ein gutes Informationsangebot und vor allem Zuschüsse des Unternehmens zu den Eigenbeiträgen, meint Helfen. So erwarten 39 Prozent der Mitarbeiter laut Umfrage von einem idealen Arbeitgeber eine finanzielle Unterstützung zur bAV, nur 23 Prozent wünschen sich eine vollständig finanzierte betriebliche Altersversorgung.
Als sinnvolles Mittel, um für mehr Aufklärung zu sorgen, empfiehlt PWC auf Basis der Studienergebnisse Vorsorge-Apps, „die sich leicht bedienen lassen und vorrechnen, wie sich das Sparen fürs Alter konkret auswirkt“. So ein Angebot würde sie motivieren, sich deutlich mehr als bisher mit Vorsorge zu beschäftigen – das meint immerhin ein Drittel (33 Prozent) der Befragten (siehe Grafik). Weitere 24 Prozent geben an, dass sie sich mithilfe der App überhaupt erst einmal mit dem Thema auseinandersetzen würden. 43 Prozent halten diese Form der Information dagegen für ungeeignet.

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