Für Menschen, die eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) abschließen wollen, kann eine Erkrankung mit Covid-19 darüber entscheiden, ob sie ihre Arbeitskraft absichern können oder nicht – das zeigt eine aktuelle Umfrage des Verbraucherportals Finanztip unter den 20 nach Marktkapitalisierung größten Lebensversicherern. Denn in vielen Fällen verhindert ein einst schwerer Corona-Verlauf eine BU-Absicherung.
„Der Gesundheitszustand ist der wichtigste Faktor dafür, ob ich überhaupt einen Vertrag bekomme – und zu welchem Preis“, sagt Martin Klotz, Versicherungsexperte bei Finanztip. „Das beinhaltet auch Angaben zum Verlauf einer etwaigen Erkrankung mit Covid-19.“ In ihrer Risikoeinschätzung im Hinblick auf Corona lägen die BU-Versicherer in Deutschland weit auseinander, entscheidend sei jedoch bei allen der Verlauf der Erkrankung, so Klotz.
„Verläuft die Krankheit leicht, bieten mehr als die Hälfte der Versicherer nach einer vierwöchigen Wartezeit eine Absicherung ohne Beitragszuschlag oder zusätzliche Ausschlussklauseln an“, teilt Finanztip mit. Anders verhalte es sich jedoch bei ausgeprägten Symptomen oder gar einem schweren Verlauf mit Krankenhausaufenthalt.
„In diesen Fällen prüfen die Versicherer den Antrag erst gar nicht, sondern stellen den Vorgang zurück“, sagt Martin Klotz von Finanztip. In so einem Fall sei wohl mit drei bis zwölf Monaten zu rechnen – aber viele Versicherer wollten sich laut Umfrage sogar gar nicht auf einen konkreten Zeitraum festlegen. Heißt: In dieser Zeit könnten sich Betroffene nicht versichern.
Ganz schlechte Karten hätten indes Betroffene, die nach einer Covid-19-Infektion dauerhaft beeinträchtigt seien. „Bei Long-Covid ist alles möglich: von langfristiger Zurückstellung bis hin zur direkten Ablehnung“, heißt es seitens Finanztip weiter.
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