Umfrage

Berufsunfähigkeit – Bewusstsein da, Handeln na ja

Viele Deutsche wissen um das Risiko, aufgrund einer Berufsunfähigkeit Einkommenseinbußen zu erleiden. Eine Absicherung halten auch viele für sinnvoll, handeln aber oft nicht danach, so das Ergebnis einer aktuellen Studie des Lebensversicherers HDI. Außerdem glauben die Bundesbürger, dass die Digitalisierung Arbeitsplätze bedroht – nicht aber den eigenen Job.
© YouGov/HDI
Das Bewusstsein für berufsbedingte Erkrankungen ist in den verschiedenen Berufsgruppen sehr unterschiedlich.

Die Deutschen schätzen ihr persönliches Risiko für eine berufsbedingte Erkrankung auf 36 Prozent – unter den Bundesbürgern, die in medizinischen Gesundheitsberufen oder im Sicherheits- und Reinigungsgewerbe tätig sind, trifft dies sogar auf 53 Prozent zu.

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Dennoch haben Berufsunfähigkeitsversicherungen in der Praxis bei weitem nicht die Bedeutung, die sie haben sollten. Zu diesem Fazit kommt der Lebensversicherer HDI auf Basis seiner bundesweiten Berufe-Studie 2019, die das Marktforschungsunternehmen Yougov für jedes Bundesland repräsentativ durchgeführt hat.

„Die Ergebnisse der Studie haben uns selbst überrascht. Erkenntnisse und Handeln klaffen bei vielen Berufstätigen weit auseinander“, stellt HDI-Leben-Chef, Patrick Dahmen, fest. Frappierend sei etwa, „wie stark gerade junge Berufstätige eine Absicherung gegen den Verlust der Arbeitskraft wegen Unfall oder Krankheit befürworten, aber in der Praxis viel zu selten besitzen.“ Mit der Studie wolle HDI „eine gesellschaftliche Debatte rund um das Thema Arbeitskraftabsicherung anstoßen“, heißt es.

Einfluss der Digitalisierung auch ein Umfragethema

Neben dem Thema Arbeitskraftabsicherung stand die Frage nach den Einflüssen der Digitalisierung auf die Menschen in ihren jeweiligen Berufen im Mittelpunkt der Studie. Sechs von zehn Berufstätigen sind der Meinung „durch die Digitalisierung werden in Deutschland mehr Arbeitsplätze verschwinden als neue entstehen“. Bei den Über-45-Jährigen (65 Prozent) glauben das noch mehr als unter den Jüngeren (57 Prozent). Trotz dieser Einstellung halten drei Viertel der Über-45-Jährigen (75 Prozent) es für unwahrscheinlich, dass der eigene Job durch die Digitalisierung bedroht ist. Bei den jüngeren sind es 69 Prozent.

Eine ähnliche Diskrepanz wie bei der Digitalisierung zeige sich beim Thema Flexibilität im Job. Drei Viertel der Erwerbstätigen (76 Prozent) halten Fort- und Weiterbildung zur ständigen Anpassung an Veränderungen in ihrem Beruf für wichtig oder sehr wichtig. Auf der anderen Seite sind fast zwei von drei Berufstätigen aber ausdrücklich nicht bereit, für ihren Beruf den Wohnort zu wechseln. In Sachsen sind es sogar 75 Prozent. Dafür am ehesten bereit sind die Menschen in Hessen und Hamburg.

Autorin

Manila Klafack war bis März 2024 Redakteurin bei Pfefferminzia. Nach Studium und redaktioneller Ausbildung verantwortete sie zuvor in verschiedenen mittelständischen Unternehmen den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

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