Menschen mit Vorerkrankungen und in Risikoberufen

Drei Forderungen für eine BU-Versicherung für Jedermann

Beschäftigte in Risikoberufen und Menschen mit Vorerkrankungen haben derzeit kaum Möglichkeiten, eine BU-Versicherung zu annehmbaren Konditionen abzuschließen. Das muss sich ändern, erklären der Bund der Versicherten (BdV) und die Verbraucherzentrale NRW. Sie stellen drei Forderungen auf, die den Zugang zur BU-Versicherung für jedermann sichern sollen.
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Dachdecker bei der Arbeit.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine der existenziellsten Versicherungen, denn das Risiko berufsunfähig zu werden, ist hoch. Ungefähr jedenr fünften Arbeitnehmer trifft es, zitieren der BdV und die Verbraucherzentrale NRW aus der Statistik der Deutschen Rentenversicherung. Doch nur wenige haben für den Ernstfall mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung vorgesorgt.

An der Ignoranz der Deutschen liegt die fehlende Vorsorgebereitschaft laut den Verbänden aber nicht. „Das bestehende Modell der privaten Vorsorge hat sich für viele Berufstätige als untauglich erwiesen und muss dringend reformiert werden“, sagt Wolfgang Schuldzinski, Vorstand der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. „Jeder potenziell Betroffene sollte ein Anrecht auf eine ausreichende Rente bei Verlust seiner Arbeitskraft haben.“

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Derzeit sei es jedoch nicht jedem interessierten Verbraucher möglich, eine solche Absicherung zu erlangen. Häufig würden Vorerkrankungen, das Berufsbild, das Alter oder ein viel zu hoher Beitrag den Abschluss erschweren oder verhindern. „Politik und Versicherungswirtschaft sind daher gefordert, allen einen erleichterten Zugang zu privaten qualifizierten Arbeitskraftabsicherungen zu ermöglichen und ihnen hierbei eine fachliche Unterstützung bei Vertragsschluss und der Leistungsstellung – falls nötig gesetzlich – fest zur Seite zu stellen“, sagt BdV-Vorstand Axel Kleinlein.

BdV und die Verbraucherzentrale stellen drei Forderungen auf, die eine flächendeckende BU-Absicherung ermöglichen sollen.

1. Zugangserleichterung zur privaten qualifizierten Arbeitskraftabsicherung

Um Menschen mit Vorerkrankungen und den Beschäftigten in gefährlichen Berufen einen Zugang zur BU-Versicherung zu erleichtern, fordern die beiden Verbände unter anderem:

•    „Versicherer sollten künftig nicht mehr bestimmte Vorerkrankungen wie Diabetes oder psychische Erkrankungen komplett aus dem Versicherungsschutz ausschließen, sondern stattdessen eine alternative Form einer qualifizierten Arbeitskraftabsicherung anbieten. Können Betroffene aufgrund der Vorerkrankung überhaupt keiner Arbeit mehr nachgehen, erhalten sie dann ebenfalls eine Rente.

•    Die Berufsgruppen sind größer zu fassen, damit größere Kollektive entstehen, die einen besseren Risikoausgleich ermöglichen. Alternative Formen einer qualifizierten Arbeitskraftabsicherung können darüber hinaus dazu beitragen, den Versicherungsschutz bezahlbar zu gestalten“

2. Versicherungsnehmer sollen auf Augenhöhe mit Versicherungsunternehmen agieren

Mit dieser Forderung prangern BdV und die Verbraucherzentrale das derzeitige Ungleichgewicht zwischen den Versicherungsunternehmen und deren (potenziellen) Kunden an. Nach Ansicht der beiden Verbände könnte hier durch unabhängige, professionelle und flächendeckende Beratungsangebote Abhilfe geschaffen werden.

3. Transparenz in Form von Offenlegung der gesamten Datengrundlage

Damit fordern die Verbände eine öffentlich zugängliche ausreichende Datengrundlage zur Kalkulation der Prämie für eine qualifizierte Arbeitskraftabsicherung.

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