Normalerweise hat der Bund der Steuerzahler angesichts der großzügigen staatlichen Unterstützungsmaßnahmen in Zeiten der Pandemie vieles zu beanstanden, was die Bundesregierung so alles plant – nicht so bei diesem Vorschlag: „Der Bund der Steuerzahler begrüßt die Pläne der Bundesregierung, eine Homeoffice-Steuerpauschale einzuführen.“ Das teilte der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) mit, nachdem sich dessen Präsident Reiner Holznagel am Montag vom RBB-Inforadio interviewen ließ.
Es sei gut, dass nun endlich konkret darüber gesprochen werde, sagte Holznagel. Die Politik müsse jetzt schnell in die Spur kommen, damit das Homeoffice im nächsten Jahr steuerlich anerkannt werde. „Die geplante Tages-Pauschale von 5 Euro gehe da in die richtige Richtung“, wird Holznagel zitiert. Als „abwegig“ kritisierte er allerdings die geplante Deckelung auf höchstens 600 Euro im Jahr. Derjenige, der diese Kosten habe, müsse sie auch „völlig zur Geltung bringen können“.
Zugleich plädierte Holznagel dafür, das Homeoffice-Steuerrecht zu modernisieren. Die „Lebensrealität der Menschen“ müsse sich dort widerspiegeln. Diese so aus, dass viele Menschen einfach zuhause eine Ecke des Schlafzimmers oder ein Teil des Wohnzimmers für das Homeoffice genutzt haben. Das entspreche zwar nicht den Vorgaben für die Anerkennung eines Arbeitszimmers, aber am Ende sei das „aus meiner Sicht völlig irrelevant“, so Holznagel. Die Zeiten hätten sich völlig geändert. Deswegen wäre die Anerkennung in Form einer Pauschalregelung von fünf Euro pro Tag ein richtiger Schritt. „Da sollte das Steuerrecht gleichgezogen werden, damit die Menschen keine Nachteile dadurch haben“, resümierte der Präsident des Bundes der Steuerzahler.
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