Jugendstudie

IG Metall warnt vor Generation Corona

Ängste, Unsicherheiten und Zukunftssorgen – die Corona-Pandemie hat jungen Berufstätigen und Auszubildenden in Deutschland heftig zugesetzt. Das zeigt eine aktuelle Studie der IG Metall. Viele haben demnach das Gefühl, ihr eigenes Leben nicht mehr kontrollieren zu können. Die Gewerkschaft warnt bereits vor einer Generation Corona.
© picture alliance / Rupert Oberhäuser | Rupert Oberhäuser
IG-Metall-Domo bei bei Thyssen Krupp: Die Corona-Pandemie hat die Ausbildungssituation junger Menschen verschärft.

Die Corona-Pandemie hat sowohl die Ausbildungssituation als auch das persönliche Wohlbefinden junger Menschen erheblich beeinträchtigt. Zu diesem Ergebnis kommt die Jugendstudie „Plan B“, die die IG Metall gemeinsam mit dem Jugendforscher Simon Schnetzer erstellt hat.

Ihre allgemeine persönliche Situation beschreiben junge Menschen demnach als eher düster. 61 Prozent geben an, dass sich ihre psychische Verfassung während der Pandemie verschlechtert habe. 55 Prozent klagen über negative Auswirkungen auf ihre Freundschaften und 51 Prozent meinen sogar, ihr eigenes Leben nicht mehr kontrollieren zu können.

Auszubildende fürchten um Übernahme

Unter den befragten Auszubildenden berichtet die Hälfte (50 Prozent) von verschlechterter Motivation. 53 Prozent gehen davon aus, dass sich ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt durch Corona verschlechtert hätten, und 40 Prozent sehen sogar ihre Übernahme in Gefahr. Insbesondere in den Berufsschulen habe sich die Situation massiv verschlechtert, schildern 71 Prozent der Azubis.

„Die Auswirkungen der Corona-Pandemie treffen junge Menschen hart“, sagt Stefanie Holtz, Bundesjugendsekretärin der IG Metall. „Die Qualität der Ausbildung und des dualen Studiums nimmt durch digitale Lernangebote ab.“ So fürchteten viele junge Menschen um ihre Übernahme und wollten sich gänzlich beruflich neu umorientieren. „Als Gewerkschaft werden wir nicht lockerlassen und die Arbeitgeber dazu verpflichten, ihrer Verantwortung gerecht zu werden und der jungen Generation Zukunftsperspektiven zu geben.“ Es dürfe keine „Generation Corona“ geben.

Gewerkschaft warnt vor „gravierenden Folgen“

Sollte sich die Situation für die junge Generation nicht nachhaltig verbessern, ist nach Einschätzung der IG Metall mit gravierenden Folgen zu rechnen. Es drohe dann ein Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit bei gleichzeitigem Fachkräftemangel. „Die Alarmsignale dafür bestehen bereits: Erstmals seit der deutschen Einheit ist im Jahr 2020 die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsplätze in Deutschland unter 500.000 gefallen“, sagt Christiane Benner, die Vize-Vorsitzende der IG Metall.

Für die IG Metall-Jugendstudie „Plan B“ wurden zwischen Januar und März 2021, also während des zweiten Lockdowns, insgesamt 3.229 junge Menschen zu ihrer Ausbildungssituation und ihrem persönlichen Wohlbefinden befragt. Alle Ergebnisse finden Sie hier.

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Autor

Achim

Nixdorf

Achim Nixdorf war von April 2019 bis Mai 2024 Content- und Projekt-Manager bei Pfefferminzia. Davor arbeitete er als Tageszeitungs- und Zeitschriftenredakteur mit dem Fokus auf Verbraucher- und Ratgeberthemen.

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