IW-Report

Diese Faktoren beeinflussen die Entwicklung des Fachkräfteangebots

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat mögliche Entwicklungen des deutschen Arbeitsmarkts vorausberechnet – sowohl sehr positive als auch sehr negative sind möglich. Von zwei Faktoren hängt jedoch alles ab: den kommenden Wanderungsbewegungen zwischen Deutschland und dem Ausland und den Erwerbsbeteiligungen der über 60-Jährigen hierzulande. Hier kommen die Details.
© picture alliance / Zoonar | Vichaya Kiatying-Angsulee
Eine Frau prüft die Bestandszahlen in einer Lagerhalle: Laut dem IW steht der deutsche Arbeitsmarkt kurz vor einem grundlegenden Umbruch.

Eines ist sicher: Der deutsche Arbeitsmarkt wird sich innerhalb der kommenden rund 20 Jahre sehr verändern. Im Vordergrund steht dabei vor allem der Übergang der geburtenstarken Jahrgänge der Babyboomer in den Ruhestand. Ob sich das Fachkräfteangebot jedoch ins Positive oder Negative verändern werde, sei aktuell noch nicht genau erkennbar, schreibt das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in einer Pressemitteilung.

Es seien vor allem zwei Faktoren, die diese Entwicklung beeinflussten, erklärt das IW weiter: Auf der einen Seite seien hier die schlecht voraussagbaren Wanderungsbewegungen zwischen Deutschland und dem Ausland zu nennen. Auf der anderen Seite hätte auch die zukünftige Erwerbsbeteiligung der über 60-Jährigen einen großen Einfluss auf den Arbeitsmarkt. Denn diese werde mit dem Übergang zur Rente mit 67 Jahren aller Voraussicht nach noch weiter steigen. Zudem ist laut dem IW auch wegen des demografischen Wandels ein weiterer Anstieg des gesetzlichen Renteneintrittsalters in den nächsten zwei Jahrzehnten denkbar.

Um trotzdem zumindest in Teilen einen ersten Ausblick in den Arbeitsmarkt der Zukunft geben zu können, hat das IW seine Vorausberechnungen unter verschiedenen Annahmen zu Wanderungsbewegungen und Erwerbsbeteiligung vorgenommen: Bei sehr positiven Verläufen in beiden Bereichen könnte die Zahl der am Arbeitsmarkt aktiven Fachkräfte zwischen 20 und 69 Jahren nahezu konstant bleiben. Dies könne aber wohl nur mit „gezielten Weiterentwicklungen des ordnungspolitischen Rahmens zur Zuwanderung und späterem Renteneintritt erreicht werden“, heißt es dazu in der Pressemitteilung. Im Jahr 2040 könnte sie dann mit 35,2 Millionen nur marginal niedriger liegen als im Jahr 2020 mit 35,5 Millionen.

Rückgang vor allem bei „beruflich qualifizierten Erwerbspersonen“

Bei einer geringen Zuwanderung und einem geringen Anstieg der Erwerbsbeteiligung könnte sich indes ein Rückgang um 4,2 Millionen oder 12,0 Prozent entwickeln. „In einem nach aktuellem Stand besonders plausiblen mittleren Szenario“ seien es 3,1 Millionen oder 8,8 Prozent, schreibt das IW.

In jedem Fall werde es dabei aber zu einer „starken Verschiebung zwischen den akademischen und den beruflich qualifizierten Erwerbspersonen kommen“. So würde die Zahl der Ersteren bis zum Jahr 2040 in allen betrachteten Szenarien zwar noch stark ansteigen, bei Letzteren würde sich jedoch ein viel größerer Rückgang als bei den Fachkräften insgesamt entwickeln.

Das Fazit der IW-Experten lautet daher:

„Die deutsche Wirtschaft muss sich also nicht nur darauf einstellen, dass das Fachkräfteangebot insgesamt zurückgeht, sondern auch, dass sich seine Zusammensetzung stark verändern dürfte.“

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Autorin

Juliana Demski gehörte dem Pfeffi-Team seit 2016 an. Sie war Redakteurin und Social-Media-Managerin bei Pfefferminzia. Das Unternehmen hat sie im Januar 2024 verlassen.

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