Handelsblatt versus Hennig – Ring frei zu Runde 3

Redakteur nennt neun Gründe gegen eine BU-Versicherung

Der Streit zwischen Handelsblatt-Redakteur Martin Dowideit und Versicherungsmakler Sven Hennig über Sinn oder Unsinn einer BU-Versicherung für Jüngere geht in die dritte Runde. Nun verteidigt der Finanzjournalist seinen Beitrag, in dem er jungen Menschen in ungefährlichen Berufen von einer Absicherung ihrer Arbeitskraft abrät. Er nennt neun Gründe, die aus seiner Sicht gegen eine BU-Versicherung sprechen.
© dpa/picture alliance
Eine junge Frau im Rollstohl schaut sich eine Kunstausstellung an: In der Diskussion zwischen Makler Sven Hennig und Journalist Martin Dowideit geht es darum, ob sich eine BU-Versicherung für jüngere Leute lohnt.

Was bisher geschah

Junge Menschen mit einem ungefährlichen Job können auf eine Berufsunfähigkeits-Versicherung verzichten, erklärte Martin Dowideit vergangene Woche im Video-Beitrag für Orange, den Jugend-Ableger von Handelsblatt. Damit löste der Handelsblatt-Redakteur eine Empörungswelle unter Versicherungsmaklern wie Sven Hennig aus (wir berichteten). Die Vermittler fragten, ob Krebs & Co. nur in gefährlichen Berufen vorkämen und warfen dem Journalisten Naivität und verantwortungsloses Verhalten vor.

Daraufhin veröffentlichte Orange einen BU-Artikel, der mit den Mythen rund um die Absicherung der Arbeitskraft aufräumen sollte. Der Makler-Kommentar darauf: „Ich weiß nicht mehr, ob ich lachen oder weinen soll“. Denn der Jungredakteur habe zwar richtigerweise auf die Notwendigkeit einer BU-Versicherung hingewiesen, viele weiteren Aussagen in seinem Artikel seien aber falsch gewesen. „Setzen, fünf!“

Handelsblatt-Redakteur wehrt sich

Und nun? Folgt ein neuesr Artikel von Dowideit. „Bloß nichts Kritisches zur Berufsunfähigkeitsversicherung“, so der Titel des Beitrags, in dem sich Dowideit gegen die Vorwürfe der Makler zur Wehr setzt.

Die Folgen einer Berufsunfähigkeit könnten tatsächlich drastisch sein, gerade in jungen Jahren, meint der Handelsblatt-Redakteur. Und gerade junge Leute neigten verstärkt dazu, diese Gefahr zu unterschätzen. Andererseits könne jemand jedoch auch zu dem Ergebnis kommen, dass er eine solche Absicherung nicht braucht oder möchte, erklärt Dowideit und zählt neun Gründe auf, die gegen den BU-Schutz sprechen.

Erstens: Die recht hohen monatlichen Belastungen, vor allem wenn die von Versicherungen empfohlenen 75 Prozent des Nettoeinkommens oder mehr abgesichert werden.
Zweitens: Die höheren Preise bei Vorerkrankungen, risikoreichen Berufsbildern oder gefährlichen Hobbys.
Drittens: Die Unsicherheit, ob die Versicherung im Zweifelsfall tatsächlich leisten wird.
Viertens: Die Sorge, Ansprüche in möglicherweise jahrelangen juristischen Auseinandersetzungen durchsetzen zu müssen. Schließlich geht es vor allem bei Leistungsfällen bereits in jungen Jahren um hohe Summen, die Versicherungen über Jahre leisten müssen. Das birgt Konfliktpotenzial.

Fünftens: Die Abschlusskosten und die jährlichen Kosten als Bestandteil der BU-Beiträge.
Sechstens: Die Aussicht im Notfall ohne BU von der Familie gestützt werden zu können.
Siebtens: Eine positive Beurteilung der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente.
Achtens: Eine mögliche Benachteiligung von Teilzeitbeschäftigten im Leistungsfall.
Neuntens: Die Anrechenbarkeit von BU-Renten bei Bezug von Arbeitslosengeld-II („Hartz IV“).

Die Verbraucherzentralen raten zwar „aus sehr guten Gründen“ dazu, ein „großes Lebensrisiko“ durch eine BU-Police auszuschließen, gibt Dowideit zu. Denn die gesetzliche Absicherung (Erwerbsminderungsrente) habe in der Tat deutliche Nachteile gegenüber der privaten Variante. „Doch auch letztere ist bei weitem nicht frei von Fehlern. Ein Abschluss muss gründlich vorbereit sein – und kann durchaus auch verworfen werden“.

Makler Sven Hennig hat auch auf diesen Handelsblatt-Text geantwortet. Seine Ausführungen finden Sie hier.

Teilen:
Nicht verpassen!

Pfefferminzia.pro

Eine Plattform, die liefert: aktuelle Informationen, praktische Services und einen einzigartigen Content-Creator für Ihre Kundenkommunikation. Alles, was Ihren Vertriebsalltag leichter macht. Mit nur einem Login.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Pfefferminzia