BU-Versicherung

„Der Schuldige ist nicht die Versicherungswirtschaft, er findet sich im Spiegel“

Die Wahrnehmung des Risikos, berufsunfähig zu werden, muss sich verändern, findet Fachmakler Frank Dietrich. Jeden kann es treffen. Daher plädiert er dafür, dass die Menschen schon ab dem zehnten Lebensjahr für den Fall der BU vorsorgen.
© dpa/picture alliance
Zu viel Arbeit, zu wenig Privatleben: Auch das kann zum Burnout und damit zu einer Berufsunfähigkeit führen.

Klare Worte sind (mal wieder) notwendig. Gerade jetzt, wenn abzusehen ist, dass die Prämien zur Sicherung des Einkommens im nächsten Jahr wiederholt steigen werden. Seit Jahren versucht die Versicherungswirtschaft entsprechende Angebote am Markt zu machen, wenn es um die Sicherung dieses Risikos geht. Dabei teilt sich die Gesellschaft immer weiter auf. Die Prämien für körperlich Tätige, meist auch mit geringeren Einkommen, sind sehr viel höher als bei Bürotätigkeiten.

Wer hat Schuld daran?

Die Schuld liegt nicht in der Versicherungswirtschaft, die die Aufgabe nach entsprechenden Versicherungsschutz vom Staat überlassen bekam, der sich über Nacht aus der Verantwortung stahl. Niemand hat das kritisiert. Die Gegebenheiten des Vertragsrechts lassen sich nun mal nicht „solidarisch“ verändern, wenn es um den Risikoausgleich geht. Verändert werden muss die Wahrnehmung des Einzelnen innerhalb der Gesellschaft. Selbstverantwortung stärken. Der Schuldige ist nicht die Versicherungswirtschaft, er findet sich im Spiegel.

Erst wenn der Dachstuhl brennt

„Mir wird das nicht passieren“, ist immer wieder zu hören. Dabei ist der Hauptgrund, berufsunfähig zu werden die Psyche, die meist durch Überlastung und die nicht vorhandene Trennung zwischen Privat- und Berufsleben erkrankt. Demnach ist jeder gefährdet, egal welche Tätigkeit er ausübt. Meist aber wird erst Versicherungsschutz gesucht, wenn man älter ist, einen Beruf ergriffen hat und oft schon die ersten Zipperlein bestehen. Späte Einsicht, die hohe Beiträge, Leistungsausschlüsse oder auch nur Zuschläge begründet.

Wahrnehmung ändern

Die Wahrnehmung des Risikos, insbesondere auch in Bezug auf plötzliche Erkrankungen oder Unfälle hat sich zu verändern. Zu empfehlen ist die Absicherung bereits ab dem zehnten Lebensjahr, wenn die Gesundheit noch unbeeinträchtigt ist, und ein Beruf, der die Risikobewertung verändert, noch nicht ergriffen wurde.

Der Hinweis, eine Berufsunfähigkeitsversicherung erst dann abzuschließen, wenn ein Beruf ergriffen wurde, ist falsch. Falsch ist demnach der Name: Berufsunfähigkeitsversicherung! Gesichert wird eine soziale Stellung, die unter anderem auch durch Einkommen definiert ist.

Sie definiert sich aber auch durch Kenntnisse, Fähigkeiten und Erlerntes. Bitte beachten Sie, dass nicht alle Schüler-Berufsunfähigkeitsklauseln gleich sind. Es gibt Anbieter, die den Versicherungsschutz im Schulalter auf eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung hin mindern.

Alternativen?

Wer der Meinung ist, dass Alternativen, die der Markt bietet, wirklich solche sind, der irrt meines Erachtens. Die sogenannten Alternativen, beginnend bei der Erwerbsunfähigkeitsversicherung über die Absicherung von Schweren Krankheiten, die Grundfähigkeitsversicherung und oder auch Körperschutzpolicen sind jeweils nur Ausschnittsdeckungen.

Die Definitionen, die zum Leistungsfall führen sollen, kann ein Makler, der kein ausgebildeter Mediziner ist, nicht wirklich beurteilen. Unüberschaubare Tarifmerkmale, von Anbieter zu Anbieter anders, erschweren die Auswahl und damit die Empfehlung gegenüber dem Kunden. Warum sich solches erst antun? Die ständigen Bemühungen, Versicherungsschutz dieser Art bezahlbar zu machen, gehen auf Kosten von klaren Begriffen innerhalb der Vertragswerke. Der Versicherungsschutz wird aufgeweicht.

Den Gewinner erkennt man am Start. Wenn Sie zu denen gehören, die Versicherungsschutz suchen, so beachten Sie bitte, was Fritz falsch gemacht hat (hier geht es zum Video „Fritz und die Berufsunfähigkeitsversicherung“). Wurden die Daten zur Gesundheit recherchiert, kauft man Inhalte oder Ratings und Gütesiegel? Der Berater sollte auch später die Betreuung Leistungsfall übernehmen. Schon deshalb empfiehlt sich ein Fachmakler/Spezialist.

Über den Autoren

Frank Dietrich ist Premiumfachmakler in Potsdam. Zu seinen Fachgebieten gehört die  Private Krankenversicherung, die Berufsunfähigkeitsversicherung und die Pflegezusatzversicherung.

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