Betriebliche Altersvorsorge

Unternehmen machen zu wenig Eigenwerbung in Sachen bAV

Unternehmen klären ihre Mitarbeiter nicht genug über die Vorteile der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) auf. Das zeigt eine Studie der Unternehmensberatung Pricewaterhouse Coopers (PWC). Danach kennen 41 Prozent der Befragten ihre eigene arbeitgeberfinanzierte Versorgung nicht, weniger als ein Drittel entscheidet sich für die Entgeltumwandlung. Wie das Problem behoben werden kann, lesen Sie hier.
© dpa/picture alliance
Arbeiter in einem BMW-Werk in Regensburg.

15 Prozent erhalten zwar eine komplett vom Arbeitgeber finanzierte Betriebsrente, aber nur die Hälfte von ihnen hat eine konkrete Vorstellung, wie viel der Arbeitgeber überhaupt bezahlt. 75 Prozent der Befragten würden eine Einzahlung von 100 Euro in die Altersvorsorge einer heutigen Nettoauszahlung von 50 vorziehen – doch nur knapp ein Drittel von ihnen betreibt Entgeltumwandlung.

Dabei ist das Interesse der Beschäftigten an einer zusätzlichen Altersabsicherung grundsätzlich groß. 90 Prozent gehen davon aus, dass die staatliche Rente später einmal nicht ausreichen wird. Daher ist zum Beispiel für mehr als zwei Drittel der jungen Akademiker das bAV-Angebot des Arbeitgebers ein Kriterium bei der Stellenwahl.

Werbung für die eigene bAV machen

„Unternehmen, die sich mit der betrieblichen Altersversorgung als attraktiver Arbeitgeber positionieren und Mitarbeiter binden wollen, müssen für ihre bAV-Modelle werben. Die Vorteile der Entgeltumwandlung wie auch die arbeitgeberfinanzierten Leistungen sind viel zu wenig bekannt“, sagt Jürgen Helfen, Partner bei PWC und Experte für Altersversorgungssysteme.

Gerade bei der Brutto-Entgeltumwandlung gibt es Aufklärungsbedarf: So wissen viele offensichtlich nicht, dass sie einen Rechtsanspruch auf Entgeltumwandlung haben: 29 Prozent der Befragten meinen, dass es in ihrem Unternehmen so etwas gar nicht gebe. In kleineren Betrieben unter 50 Mitarbeitern liegt dieser Anteil sogar bei 40 Prozent. Zudem haben viele Beschäftigte keine konkrete Vorstellung, wie sich die Entgeltumwandlung im ihrem Fall finanziell auswirken würde.

Kommunikation ist schwach

Als weiteren Schwachpunkt nennt die Studie die unzureichende Kommunikation zu diesem Thema: Fast die Hälfte der Befragten gibt an, von ihrem Arbeitgeber keinerlei Erläuterungen zur bAV zu erhalten. Dabei bleibt offen, ob der Arbeitgeber tatsächlich keine Informationen bereithält oder ob sie einfach nur nicht ankommen. Je kleiner die Firmen, desto schlechter fühlen sich Mitarbeiter informiert: In Betrieben mit weniger als 50 Mitarbeitern geben 70 Prozent an, keine Hinweise auf die bAV zu erhalten, in Konzernen mit 10.000 und mehr Mitarbeitern sind es 29 Prozent.

„Unternehmen tun gut daran, bei der bAV auch ein gewisses Budget für die interne Vermarktung vorzuhalten“, rät Helfen. „Je mehr Kanäle genutzt werden, desto besser.“ In ihrem jeweiligen Wirkungsgrad unterscheiden sich individuelle Beratungstermine, Info-Veranstaltungen oder Auskünfte über Intranet, Broschüren und E-Mail nicht sehr stark. Am besten informiert fühlen sich Mitarbeiter in Unternehmen, die eine breit gefächerte Kombination dieser Kommunikationskanäle nutzen.

Apps als Chance

Besonders vielversprechend ist darüber hinaus der Einsatz von Apps. Sie sind zwar bisher nur selten in Gebrauch, werden aber besonders gut angenommen. Nur bei 3 Prozent der Mitarbeiter, die per App informiert wurden, blieb die Resonanz aus. Zum Vergleich: Bei den übrigen Kommunikationswegen liegt der Anteil der Mitarbeiter, die nicht erreicht wurden, bei etwa 10 Prozent.

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