BU für Berufseinsteiger

Fünf Jahre mehr an Schutz kosten nicht mehr Geld

Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist unbedingt die erste Wahl, wenn es um die Absicherung des Einkommens geht. Die beiden größten Hindernisse sind die Bezahlbarkeit und die Versicherbarkeit aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen. Für beide Probleme gibt es die gleiche Lösung: So früh wie möglich die Versicherung abschließen.
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Studenten an der Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn feiern ihren Abschluss: Je früher eine BU abgeschlossen wird, desto günstiger fallen die Beiträge aus.

Leider ist aber gerade bei jungen Menschen die Bereitschaft, sich mit der Absicherung der eigenen Arbeitskraft zu beschäftigen, nicht unbedingt groß. „Ich warte, bis ich Geld verdiene, dann spare ich jetzt schon mal die Beiträge“, lautet einer der häufigen Einwände.

Dieser Einwand ist äußerst plausibel und er beinhaltet noch ein wirklich ernst zu nehmendes Problem. Tatsächlich kann der Schüler oder der Student, oft auch der Azubi, es sich nicht leisten, monatlich 40 bis 70 Euro in eine Risikoabsicherung zu investieren. Aus diesem Grund muss der Vermittler in erster Linie die Eltern überzeugen, was eine zusätzliche Hürde bedeutet. Im Verkaufsgespräch muss der Vermittler darauf achten, beide Parteien gleichermaßen mit Aufmerksamkeit zu bedenken.

Plausibel ist dieser Einwand, weil der Kunde in den nächsten Jahren wahrscheinlich ein paar tausend Euro sparen wird. Es lohnt sich aber, hier mal nachzurechnen. Selbst unter der Annahme, dass das Beitragsniveau in fünf Jahren das gleiche wäre wie heute, und sich weder die Berufsgruppe noch der Gesundheitszustand des Kunden ändern werden, spart der Kunde nämlich nichts.

Ein 16-jähriger Büroangestellter zahlt für eine BU jährlich 516,36 Euro. Bis zum 67. Lebensjahr wird er insgesamt 26.334,36 Euro zahlen. Schließt er eine BU fünf Jahre später, zahlt er 582,36 Euro pro Jahr, was insgesamt 26.788,56 Euro ergibt.

Ein 16-jähriger Büroangestellter dürfte einigermaßen selten sein, aber für die Rechnung ist der Beruf egal. Unterm Strich ist nichts zu sparen. Fünf Jahre mehr an Schutz kosten nicht mehr Geld.

Welche Risiken Studenten drohen

„Wenn ich mit dem Studium fertig bin, komme ich in eine günstigere Berufsgruppe“, lautet ein weiterer Irrtum. Die Akademiker erhalten zwar einen BU-Schutz  5 bis 10 Prozent günstiger als Studenten.

Allerdings sollten Studenten nicht mit dem Abschluss warten. Zum einen ist die Absicherung nicht unbedingt teuer, zum anderen laufen Studenten Gefahr, sich in der Prüfungsphase eine psychisch bedingte Krankschreibung einzufangen. Beispielsweise wird Prokrastination auch Studentenkrankheit genannt. Das ist eigentlich keine echte Krankheit, sondern bezeichnet nur die Eigenschaft, alles auf den letzten Drücker zu erledigen. Da kann es auch mal vorkommen, dass Studenten für eine Prüfung erst kurzfristig zu lernen beginnen.

An dieser Stelle kann der Student zwei Fehler machen. Entweder lässt er sich wegen Konzentrationsschwächen Ritalin verschreiben, um konzentrierter lernen zu können oder er lässt sich für die Prüfung ein Attest schreiben, um erst an der Nachprüfung teilnehmen zu müssen. Im ersten Fall dürfte noch hinzukommen, dass Ritalin wohl auch nicht so einfach abzusetzen ist, aber in beiden Fällen ist eine BU nur mit Ausschluss psychischer Erkrankungen abschließbar.

Darüber hinaus können Studenten wie alle anderen Menschen auch tatsächlich erkranken. Das Risiko ist es für gewöhnlich nicht wert, da mehrere Versicherer eine Besserstellung garantieren, wenn nach dem Studium ein Beruf ergriffen wird, der in eine bessere Berufsgruppe fällt.

Auch Schüler können berufsunfähig werden

„Als Schüler kann ich nicht berufsunfähig werden. Die Absicherung kann also warten“, so ein weiterer Irrtum. Schüler sind mittlerweile als Zielgruppe sehr differenziert bepreist. Viele Versicherer unterscheiden zwischen „bis 10. Klasse“ und „ab 11. Klasse“, manche Versicherer differenzieren zwischen den Schularten. Denn Schüler, die eine Lehre als Dachdecker oder Bombenentschärfer beginnen möchten, brauchen unbedingt eine BU, können sich den wichtigen Schutz aufgrund der Berufsgruppendifferenzierung einfach nicht leisten.

Über die Laufzeit kann der Kunde hier, je nach angestrebtem Beruf, leicht 15.000 bis 30.000 Euro sparen, sofern er die Absicherung schon als Schüler einkauft. Wenn der Vermittler das vorrechnet, steigt die Abschluss-Bereitschaft enorm.

Möchte der Schüler noch studieren oder strebt er einen kaufmännischen Beruf an, bleibt die Unkalkulierbarkeit des Gesundheitszustandes.

Unabhängig davon, muss der Vermittler dem jungen Kunden und seinen Eltern klar machen, dass eine Berufsunfähigkeit nicht aus dem Ersparten finanziert werden kann. Schon bei einer vorübergehenden BU von fünf Jahren würden Kosten von 60.000 Euro entstehen, wenn man davon ausgeht, dass der monatliche Bedarf bei 1.000 Euro läge. Das ist ohne Einkommen nicht zu finanzieren.

Worauf achten?

Wichtig ist bei Schülern und Studenten, dass nicht bei Eintritt ins Berufsleben der Beruf gemeldet werden muss. Das kann zu deutlich höheren Prämien führen und bei manchen Versicherern auch zum Verlust des Versicherungsschutzes, wenn der erlernte Beruf nicht versicherbar ist. Das dürfte bei Kunst-, Schauspiel- oder Sportstudenten regelmäßig der Fall sein.

Bei Studenten und Azubis ist es gut, wenn ab der Hälfte der Ausbildungsdauer im Leistungsfall bei der konkreten Verweisung die Lebensstellung und das durchschnittliche Einkommen des angestrebten Berufes zugrunde gelegt würden. Denn Lebensstellung, Ansehen und Einkommen eines Studenten würden wahrscheinlich dazu führen, dass recht schnell konkret verwiesen werden könnte. 

Grundsätzlich ist aber das wichtigste, dass die Arbeitskraft abgesichert wird. Bei einer Laufzeit von 40 Jahren und länger fällt die Ausbildungsdauer nicht unbedingt ins Gewicht, weshalb allgemeinere Bedingungspunkte am Ende doch wichtiger sind, als spezielle Klauseln für Schüler und Studenten. Aber diese müssen keine Kompromisse eingehen, da die vernünftigen Versicherer auch die Definitionen für Schüler, Studenten und Azubis gut geregelt haben.

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