Die Welt wird digitaler und an der Digitalisierung kommt heute kein Makler mehr vorbei. Wie Versicherer ihre Vertriebspartner auf dem Weg in die digitale Welt begleiten können, demonstrierten die Teilnehmer des Forums, das der AMC Anfang September mit seinem Partner .dotkomm bei der HDI Versicherung in Köln ausrichtete.
Dass selbst ein Schuhkarton mit Digitalisierung zu tun haben kann, zeigte Marius Gerwinn, Geschäftsführer von Fileee aus Münster, in seinem Vortrag. Das 2014 gegründete Unternehmen bietet eine Lösung für Dokumente an. Nutzer von Fileee haben alle Unterlagen digital vorliegen, ergänzt um das analoge Ablagesystem Fileeebox. „Dokumente werden gescannt, digital hochgeladen oder automatisch aus Cloud-Diensten und E-Mail Accounts importiert“, schilderte Gerwinn den Verarbeitungsprozess. Das Angebot rundet eine Kommunikationsplattform ab, mit der Versicherer Dokumente digital und rechtssicher an ihre Kunden verschicken können.
Auf Produkte mit ausführlichem Beratungsbedarf ausrichten
Norbert Eickermann, Vorstandsmitglied von HDI Vertrieb, gab einen Überblick zu den Herausforderungen der Digitalisierung. Darüber hinaus beleuchtete er, warum „ganzheitliches Denken“ in der digitalen Welt nötig ist. Laut Eickermann sollen sich Vermittler auf Produkte mit ausführlichem Beratungsbedarf ausrichten und sich zugleich von günstigen Standardprodukten lossagen.
Wolfgang Reinhardt, Geschäftsführer von Optimise-it aus Hamburg, gab einen Überblick über aktuelle Chat- und Messenger-Lösungen. In seinem Vortrag erläuterte er, wie es um die Kommunikation über Messenger-Dienste wie WhatsApp und Co. zwischen Kunden und Unternehmen derzeit bestellt ist. Zudem ging er auf die Herausforderungen im Hinblick auf die europäischen Anforderungen zum Datenschutz ein.
Wer sich über reibungslose Prozesse im Internet und digitale Versicherungslösungen Gedanken mache, der komme am Thema der Web-Identifikation nicht vorbei, sagte Thomas Hampf, Geschäftsführer der Web ID aus Wien. In seinem Vortrag zeigte er, wie eine sichere Online-Identifikation funktioniert und wie diese zum Erfolgskriterium für Online-Versicherungen werden kann.
Vermittler finden Social Media wichtig, wollen darin aber nicht mehr Zeit investieren
Guerson Meyer, Vertriebsdirektor DACH von Hearsay Systems aus London, erklärte, dass Social-Network-Marketing ein Erfolgsrezept für den Vertrieb in der digitalen Welt sein könne. Doch derzeit vermarkteten die meisten Vermittler in 2017 noch so, als agierten sie im Jahr 2007, so die Kritik Meyers. Damit steuerten sie an einem Großteil der Kunden, „die alles sofort und mobil erwarten“, vorbei. Obwohl viele Vermittler Social Media sehr wichtig finden, sind sie Meyer zufolge nicht bereit, darin mehr Zeit zu investieren. Laut dem Hearsay-Manager können und sollten die Versicherer ihre Vermittler hier tatkräftig unterstützen. Dabei sollen sie idealerweise auf ein zentrales Tool setzen, in dem alle Inhalte und Formate vorhanden sind.
Auch der Beitrag von Ralf Pispers, Vorstand der Personal Business Machine aus Köln, stellte Lösungen für die Vermittlerpraxis vor: Er ist der Ansicht, dass die aktuelle Kommunikation zwischen Kunden und Versicherer von unpersönlichen, kompliziert formulierten und wenig ansprechenden Schreiben geprägt ist. Das habe geringe Conversion (Kaufneigung), hohe Rückfragen und einen niedrigen „Net Promoter Score“ zu Folge. Pispers zeigte an einigen Praxisbeispielen, wie sich Erstgespräche aber auch die Bestandskunden-Kommunikation in die digitale Welt transformieren lassen. Die multimediale Angebots-Box der Personal Business Machine soll hier ein personalisiertes, multimedial erläutertes Angebot mit digitaler Signatur bieten.
Das nächste AMC-Forum Digitaler Vertrieb findet voraussichtlich am 11. September 2018 statt.
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