Axel Kleinlein, einige DVAG-ler und die Run-off-Debatte

„Statt Klarheit beim Unternehmen einzufordern, beschimpfen uns nun einige DVAG-ler“

In seiner neuen Kolumne geht Verbraucherschützer Axel Kleinlein auf einen Mini-Shitstorm ein, der den Bund der Versicherten (BdV) vor kurzem ereilte. Anlass war die Berichterstattung des BdV über die Run-off-Pläne der Ergo und der Generali. Gerade von Seiten einiger DVAG-ler sei Unmut über die Verbraucherschützer hereingebrochen, so Kleinlein. Woran das lag, und wie die angesprochenen DVAG-ler reagieren, lesen Sie hier.
© BdV
Axel Kleinlein: Der Vorstandssprecher der Verbraucherschutzorganisation Bund der Versicherten (BdV) kritisiert in seiner Kolumne den Mini-Shitstorm seitens einiger DVAG-ler.

Zu den Run-off-Plänen beziehungsweise Prüfungen der Ergo und Generali haben sich auch die Verbraucherschützer des Bunds der Versicherten zu Wort gemeldet. Sie sehen einen möglichen Bestandsverkauf kritisch und befürchten Nachteile für die Kunden.

„Solche Pressemitteilungen prallen dann zuweilen auf den Frust der Vermittlerschaft“, berichtet Kleinlein in seiner neuesten Kolumne. „So wollen etwa einige DVAG-ler nicht wahrhaben, dass auch in Sachen Aachen-Münchener große Unsicherheit herrscht und die Unternehmen die unterschiedlichsten Planspiele prüfen“, erklärt der Verbraucherschützer weiter.

Anstatt Klarheit beim eigenen Unternehmen einzufordern, beschimpften nun einige DVAG-ler den BdV, weil man das Problem benenne, heißt es in der Kolumne weiter. Es würden dem BdV etwa „haarsträubende Falschmeldungen“ vorgeworfen. Auch das Wort „Lügenpresse“ sei gefallen. Schließlich stünde bei der Aachen-Münchener kein Run-off oder Verkauf bevor.

Kleinlein sieht das Problem darin, dass die DVAG-ler höchstwahrscheinlich nicht stets über alle Pläne des Unternehmens informiert seien. „Was aber noch schwerer wiegt: Wir haben das gar nicht behauptet, sondern darüber berichtet, dass bei den Versicherern eine Prüfung solcher Lösungen vorgenommen würde“, so Kleinlein.

Und schiebt nach:

„Den aufgebrachten DVAG-lern hätte aber auch auffallen können, dass sie von ihrem Unternehmen – und von der Aachen-Münchener und der Generali – in ihrer Empörung alleine gelassen werden. Keines der betroffenen Unternehmen hat sich seinerseits bei uns beschwert. Auch etwa in Sachen Pressemeldung mit einer Gegendarstellung: Fehlanzeige!“

Das ist aber nicht richtig. Auf der Seite der Aachen-Müchener gibt es seit dem 16. Oktober einen Hinweis auf Falschmeldungen bezüglich des Verkaufs von Versicherungsbeständen. „Die Aachen-Münchener wird auch künftig Lebensversicherungen anbieten; eine Auslagerung oder ein Verkauf von Lebensversicherungsbeständen stand und steht bei der Aachen-Münchener zu keinem Zeitpunkt zur Diskussion.“ Auch Pfefferminzia hat zunächst bedauerlicherweise falsch darüber berichtet, die Sache dann aber richtig gestellt.

Ist alles schlecht, was von den Verbraucherschützern kommt?

Der BdV-Chef gibt weiter zu bedenken, dass es offensichtlich einen Automatismus bei Vermittlern gebe, „ungeprüft alles was vom Verbraucherschutz kommt, schlecht zu finden“. Für die Diskussion um das Thema Run-off sei das nicht hilfreich.

Die Nutznießer seien hier nämlich die Versicherer, die „auch weiter ihre Pläne im Verborgenen halten“ und für ihre Aktionäre das Beste rausholen könnten. Kleinlein: „Das geht dann vermutlich zu Lasten der Kunden und auch zu Lasten des Vertriebs.“ Sein Appell an die DVAG-ler sei daher, sich nicht von den Versicherern instrumentalisieren zu lassen. Kleinlein schließt seine Kolumne sodann mit einem offenen Brief an Christoph Schmallenbach, Vorstandsvorsitzender der Aachen-Münchener, dass man sich doch zur Fortführung des Lebensversicherungsgeschäfts bekennen sollte.

Gibt bereits ein Statement

Kleinlein greift sich in seiner Kolumne einzelne DVAG-ler heraus und nennt sie namentlich. Das wiederum stößt auf wenig Verständnis in der Vermittlerschaft, wie etwa auf einer Facebook-Seite nachzulesen ist. Einer den Genannten hat sich in den Kommentaren unter Kleinleins Kolumne alsdann zu Wort gemeldet. Die Unterstellungen sowie der Aufruf an Christoph Schmallenbach entbehrten jeder Grundlage, heißt es da.

Bereits am 16. Oktober habe es von Seiten der Aachen-Münchener und der Generali eine öffentliche Stellungnahme gegeben. Zu diesem Datum seien auch alle Vermögensberater von Christoph Schmallenbach und von Peter Heise in einer separaten Stellungnahme genauestens informiert worden. 

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