Domcura-Vorstände im Interview

„Unsere Eigenständigkeit sichert unser Geschäftsmodell“

Vor zwei Jahren ist der Assekuradeur Domcura Teil der MLP Gruppe geworden. Was hat sich dadurch geändert? Und was bietet das grundlegend überarbeitet Einfamilienhauskonzept nun an Neuerungen? Das haben wir die Domcura-Vorstände Uwe Schumacher, Rainer Brand und Horst-Ulrich Stolzenberg gefragt.
© Rüdiger Glahs
Die Teilnehmer des Pfefferminzia-Interviews von links nach rechts: Domcura-Vorstand Rainer Brand, Pfefferminzia-Chefredakteurin Karen Schmidt, die Domcura-Vorstände Uwe Schumacher und Horst-Ulrich Stolzenberg und Pfefferminzia-Geschäftsführer Matthias Heß.

Pfefferminzia: Herr Schumacher, was treibt die Domcura derzeit um?

Uwe Schumacher: Die Domcura durchläuft derzeit eine Transformationsphase, die von drei Entwicklungen geprägt ist. Erstens wurden wir vor zwei Jahren zu 100 Prozent in die MLP Gruppe integriert. Im Zuge dessen hat sich der Domcura-Gründer und langjährige Vorstandsvorsitzende, Gerhard Schwarzer, nach einer Übergangsphase aus dem Vorstand zurückgezogen und ist in den Aufsichtsrat gewechselt. Zweitens haben wir den Vorstand erweitert: Horst-Ulrich Stolzenberg ist als Vorstand für Vertrieb und Marketing neu in das Gremium eingezogen und lenkt neben Produktvorstand Rainer Brand und mir als Vorstandsvorsitzenden nun die Geschicke der Domcura. Drittens sind wir von einem inhabergeführten Familienunternehmen zu einem konzernintegrierten Unternehmen mit nochmals gestärkter Entwicklungsperspektive geworden – wobei wir unsere kurzen Dienstwege und eine gewisse „Hands-on-Mentalität“ beibehalten haben.

Was hat sich durch die Übernahme durch MLP geändert?

Schumacher: Nach außen, aber auch nach innen, genießen wir weiterhin eine sehr große Freiheit innerhalb der MLP Gruppe. Und das ist auch wichtig. Wir arbeiten viel mit Vertrieben und Pools zusammen, die Wert darauf legen, mit Domcura zusammenzuarbeiten – auch in der öffentlichen Darstellung. Diese natürlich auch nach außen getragene Eigenständigkeit ist wichtig für unser Geschäftsmodell. Gerade in der ersten Zeit nach der Übernahme gab es viel Aufklärungsbedarf. Wir wurden von manchen Geschäftspartnern gefragt, wie es denn jetzt weitergeht. Dabei haben wir uns verpflichtet, dass wir alle Partner gleichbehandeln; wir stellen unsere Produkte nach wie vor allen Kanälen zur Verfügung. Das ist auch wichtig für unsere Reputation.

Bleiben wir beim Stichwort Produkt. Sie haben Ihr Kernprodukt in der Wohngebäudeversicherung, das Einfamilienhauskonzept, grundlegend überarbeitet.

Rainer Brand: Richtig. Wir haben bei der Produktentwicklung von Anfang an Makler und Kunden in den Prozess eingebunden und Erkenntnisse aus diesen Befragungen in das neue Tarifwerk einfließen lassen. Da waren doch einige Sachen dabei, die uns Lücken in unserem Versicherungsschutz gezeigt haben und die wir mit dem neuen Bedingungswerk schließen wollten.

Domcura-Vorstand Rainer Brand  © Rüdiger Glahs

Zum Beispiel?

Brand: Nehmen wir etwa die Leck-Ortungskosten. Man glaubt, das Rohr ist kaputt, guckt nach, Fehlanzeige – das Rohr ist heil. Trotzdem muss der Kunde dafür 500 Euro zahlen, das lässt sich nur schwer erklären. In unserem Top-Schutz sind daher nun Leck-Ortungskosten bei vermutetem, nicht versichertem Rohrbruch bis 5.000 Euro abgedeckt.

Was ist sonst noch neu?

Brand: Durch die drei Leistungsstufen Standard-, Komfort- und Top-Schutz sowie einige optionale Bausteine, die sich gegen Mehrprämie einschließen lassen, ist das Einfamilienhauskonzept nun stärker auf die Kunden-Bedürfnisse ausrichtbar. Der optionale Baustein „Unbenannte Gefahren“ beispielsweise sichert das Gebäude gegen alle Gefahren ab, die nicht explizit im Bedingungswerk ausgeschlossen sind. Die inkludierte Marktgarantie erweitert die Versicherungsbedingungen automatisch um höhere Leistungen anderer, frei zugänglicher Tarife auf dem deutschen Markt.

Welchen Vorteil hat das?

Horst-Ulrich Stolzenberg: Der Kunde hat dadurch die Gewissheit, immer gut abgesichert zu sein und der Makler wird seiner Sachwalter-Rolle gerecht, ohne das Produkt immer wieder überprüfen zu müssen.

Domcura-Vorstand Horst-Ulrich Stolzenberg  © Rüdiger Glahs

War das etwas, das sich Makler in Ihren Befragungen gewünscht haben?

Stolzenberg: Unbedingt, ja. Der Wunsch des Maklers ist es, dass Sie ihm möglichst viel Adjustierungsaufwand abnehmen. Dass er dem Produkt nicht ständig hinterherarbeiten muss. Aus dem gleichen Grund arbeiten wir auch mit mehreren Risikoträgern zusammen. Wenn einer nach fünf Jahren auf die Idee kommt, an der Preisschraube zu drehen, und seine Marge zu erhöhen, oder wenn etwa die Schadenregulierung nicht mehr zügig gelingt, dann können wir den Risikoträger im Hintergrund austauschen, ohne dass Kunde oder Makler Arbeit damit haben.

Es gibt im Einfamilienhauskonzept nun auch einen Neubaurabatt. Was hat es damit auf sich?

Brand: Für junge Gebäude bis zu einem Alter von 30 Jahren gewähren wir einen vom Baujahr abhängigen Rabatt von bis zu 60 Prozent. Wenn Kunden bei älteren Gebäuden nun aber Kern- oder Teilsanierungen durchführen und damit das „biologische“ Gebäudealter reduzieren, kann es ebenfalls bis zu 60 Prozent Rabatt auf den Grundbeitrag geben.

Was hat die Domcura 2018 vor?

Brand: Einiges. Wir haben in der Wohngebäudeversicherung in 2017 unsere Hausaufgaben gemacht. Da geht es nun nach vorne. 2018 wollen wir uns eine ähnlich herausfordernde Sparte vornehmen: die Rechtsschutzversicherung. Auch da wollen wir uns weiter entwickeln.

Schumacher: Die Digitalisierung wird außerdem ein wichtiges Thema für uns sein. Das beinhaltet natürlich, dass wir unser IT-System voranbringen. Damit erhalten wir Freiheitsgrade, die wir heute so nicht haben: Wir wollen Maklern dadurch auch Zusatz-Services liefern. Beispiel: Ein Beratungsgespräch zu einer Handyversicherung lohnt sich für den Makler nicht wirklich. Hier könnten wir uns vorstellen, einen Rechner zur Verfügung zu stellen, den der Makler auf seiner Website einbinden kann. Und der Kunde kann die Handypolice über diesen Rechner dann selbst abschließen. Wir glauben, dass wir in diesem Bereich noch Mehrwerte liefern können.

Domcura-Vorstand Uwe Schumacher  © Rüdiger Glahs
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