Studie

Auch das Arbeiten bis 70 schließt die Rentenlücke nicht

Garantiert das Arbeiten bis 70 ein sicheres Einkommen im Alter? Eindeutige Antwort einer neuen Studie: nein. Hier kommen die Details.
© Werding, Läpple (2018), Renteneintrittsalter und Rentenlücke: Auswirkungen auf eine lebensstandardsichernde Altersvorsorge, Bochum.
Die Rentenlücke wird auch mit einem längeren Arbeiten nicht geschlossen.

Selbst der Eintritt in den Ruhestand mit 70 Jahren verringert die Rentenlücke nur und schließt sie nicht vollständig. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Ruhr-Universität Bochum im Auftrag der Fondsgesellschaft Fidelity International. Als Grundlage für diese Berechnung nutzte Professor Martin Werding typische Erwerbsbiografien mit dem heute geltenden Rentenrecht.

Er ermittelte anhand der Daten die Rentenlücke mit 67 Jahren und diejenige, die mit 70 Jahren vorhanden ist. Ergebnis: Sie wäre zwar kleiner, aber nicht verschwunden.

Zwei Beispiele: Einem 42-jähriger Facharbeiter werden mit 67 Jahren rund 840 Euro netto im Monat fehlen. Mit 70 Jahren reduziert sich dieser Betrag auf immer noch 590 Euro monatlich. Bei einer 42-jährigen Versicherungskauffrau sind es mit 67 Jahren 687 Euro, die monatlich fehlen. Drei Jahre später sind es immer noch 310 Euro im Monat.

„Die Rente mit 70 ist keine Lösung“, sagt Alexander Leisten, Leiter des Deutschlandgeschäfts von Fidelity International. „An zusätzlicher privater und betrieblicher Vorsorge führt kein Weg vorbei. Leistungsstark und generationengerecht wird unser Rentensystem nur dann, wenn wir die Kapitaldeckung stärken.“

Es liege auch in der Verantwortung der Politik, den Bürgern diese Wahrheit deutlich zu machen, und sie durch finanzielle und steuerliche Anreize zu motivieren, eigenverantwortlich vorzusorgen.

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Autorin

Manila Klafack war bis März 2024 Redakteurin bei Pfefferminzia. Nach Studium und redaktioneller Ausbildung verantwortete sie zuvor in verschiedenen mittelständischen Unternehmen den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

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