Fintech will Makler für Kreditvermittlung gewinnen

„Bei sehr geringem Aufwand ein zusätzliches Einkommen generieren“

Viele Versicherungsmakler fragen sich, wie sie ihr Serviceangebot verbessern können, um regulatorisch bedingte Einbußen im klassischen Vorsorgegeschäft abzumildern. Hier setzt das britische Fintech Iwoca an, das Kredite an Kleinunternehmen verleiht – und dabei auch auf die Unterstützung von hiesigen Vermittlern setzt, wie Oliver Schmid, Geschäftsführer für Deutschland, im Interview erklärt.
© Iwoca
Oliver Schmid ist in Frankfurt am Main als Country Manager für das Deutschlandgeschäft des britischen Fintechs Iwoca verantwortlich.

Pfefferminzia: Iwoca hat sich auf Finanzierungslösungen von Kleinunternehmen spezialisiert. Ist dieses Feld nicht bereits von den traditionellen Banken besetzt, deren gesellschaftlicher Auftrag ja darin besteht, die Wirtschaft mit Krediten zu versorgen?

Oliver Schmid, Iwoca: Den kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMUs) in Deutschland werden von herkömmlichen Banken leider immer noch viele Hürden bei der Beantragung einer Finanzierung in den Weg gestellt. Grund dafür ist unter anderem, dass die Risikobereitschaft von Banken bei der Kreditvergabe immer weiter sinkt. Laut dem KfW-Mittelstandspanel entsteht dadurch im Investitionsbedarf von deutschen KMUs Stand 2017 eine jährliche Finanzierungslücke von etwa 45 Milliarden Euro. Insbesondere den kleinsten Unternehmen mit unter 10 Mitarbeitern wird der Zugang zu einer Finanzierung in der Regel verwehrt.

Wie wollen Sie mit Ihrem Geschäftsmodell dieses Marktpotenzial für sich nutzen?

Iwocas Ziel ist es, KMUs und Selbstständigen eine schnellere sowie bessere Finanzierung zu ermöglichen und unnötige Hürden abzubauen. Für eine Antragsstellung müssen bei uns daher keine endlos langen und komplizierten Formulare ausgefüllt werden. Stattdessen können unsere Kreditlinien ganz einfach online und innerhalb von wenigen Minuten beantragt werden. Der Antragsteller erhält von Iwoca bereits Stunden später die Entscheidung über seine Kreditanfrage. Bei einer traditionellen Bank dauert dieser Prozess mehrere Wochen. Im Gegensatz dazu stellen wir unseren Kunden die vereinbarte Kreditsumme innerhalb von 24 Stunden nach der Kreditentscheidung zur Verfügung.
Auf diese Weise konnten wir europaweit bereits 15.000 Unternehmen mit 350 Millionen Euro unterstützen. In Deutschland ist die Fidor Bank unser Hauptpartner über den wir die Kredite auszahlen. Unsere Kunden sind von unserem schnellen und transparenten Service begeistert, was sich auch in unserer Bewertung auf Trustpilot zeigt.

Im Vorjahr erklärten Sie, dass ihr Produkt auch für Versicherungsmakler interessant sei, weil es eine attraktive Vergütung für wenige Minuten Aufwand ermögliche. Können Sie das näher ausführen?

Für die Zusammenarbeit mit Versicherungsmaklern sowie anderen Berufsgruppen, die in einer beratenden Funktion tätig sind, haben wir ein eigenes Partnerprogramm entwickelt.

Das Programm bietet ihnen zwei Vorteile: Erstens können sie bei sehr geringem Aufwand ein zusätzliches Einkommen generieren, da wir unseren Partnern selbstverständlich eine Provision auszahlen, sobald einer ihrer Kunden einen Kredit bei Iwoca aufnimmt. Zweitens ermöglicht unser Programm eine interessante Erweiterung des Serviceangebots für existierende Kunden oder zur Neukundengewinnung. Insbesondere der Versicherungsmarkt ist heutzutage einem ständigen Wandel unterworfen, durch welchen die Produktvielfalt sinkt und die Beratungsmöglichkeiten eingeschränkt werden. Dem kann ein Versicherungsmakler unter anderem entgegenwirken, indem er sein Serviceangebot ausweitet und finanzielle Aspekte in seine Beratung integriert.

Was muss ein Makler hierfür tun?

Um unsere Kreditlinien zusätzlich in sein Beratungsportfolio aufnehmen zu können, muss sich ein Makler oder Berater lediglich online bei unserem Partnerprogramm registrieren. Die Registrierung dauert nur eine Minute und verschafft ihm Zugang zu einem persönlichen Benutzerkonto, in dem er Kreditanträge hochladen und den Status laufender Anträge in Echtzeit einsehen kann. Sämtliche Informationen und Unterlagen, die unsere Partner für eine umfassende Beratung zu unseren Kreditlinien benötigen, werden von uns zur Verfügung gestellt.

Kann denn in einer Zeitspanne von wenigen Minuten überhaupt eine seriöse Kreditvermittlung erfolgen?

Unsere internen Prozesse, wie beispielsweise die Analyse der Unternehmen, haben wir weitestgehend automatisiert und digitalisiert. Über Schnittstellen ziehen wir eine Vielfalt von Daten, wie zum Beispiel Bonitäts- oder Handelsregisterdaten. Jene Unterlagen und Informationen, die wir nicht automatisch abrufen können, können von dem Makler binnen weniger Minuten in unserem Onlineportal hochgeladen werden.

In unserem Entscheidungsprozess achten wir auf hohe Qualitätsstandards. Wenn diese von den uns vorliegenden Unterlagen nicht erfüllt werden, können wir die Kreditanfrage nicht genehmigen. Die Nachhaltigkeit unseres Risikomanagements spiegelt sich in dem Vertrauen, welches uns die führenden europäischen Investoren, die über die letzten sieben Jahre über 50 Millionen Euro in iwoca investiert haben, wider.

Zurück zum Makler: Gibt es ein bestimmtes Know-how, dass Vermittler mitbringen müssten, um für sie als verlässlicher Partner zu gelten und was wäre womöglich bei der Haftung zu beachten?

Für eine Zusammenarbeit zum beiderseitigen Vorteil benötigt der Makler lediglich das Know-How seiner Beratertätigkeit. Wir legen großen Wert darauf, unser Produkt leicht verständlich und transparent zu gestalten, sodass auch Berater, die weniger mit finanziellen Produkten vertraut sind, das Produkt problemlos in ihre Beratung integrieren können. Sollte es dennoch Fragen oder Unklarheiten geben, helfen unsere Mitarbeiter immer gerne persönlich weiter.

Das Thema Haftung ist unseren Partnern sehr wichtig, daher ist es gut, dass Sie es ansprechen. Iwocas Produktpartner haften nicht für das vermittelte Geschäft und müssen keinerlei Rücklagen stellen. Wir vertrauen darauf, dass unsere Partner nach bestem Gewissen und im Interesse ihrer Kunden handeln.

Autor

Lorenz

Klein

Lorenz Klein gehörte dem Pfefferminzia-Team seit 2016 an, seit 2019 war er stellvertretender Chefredakteur bei Pfefferminzia. Im Oktober 2023 hat Klein das Unternehmen verlassen, um sich neuen Aufgaben in der Versicherungsbranche zu widmen.

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