Kritische Verbraucherumfrage

Versicherungsverband GDV warnt vor Panikmache

Haben 79 Prozent der Lebensversicherungskunden wenig bis gar kein Vertrauen mehr in ihre Vorsorge? Eine Umfrage eines Rückabwicklers für Lebensversicherungen sagt ja. Beim Versicherungsverband GDV dagegen bezweifelt man das Ergebnis und vermutet eigennützige Motive hinter der Aussage.
© GDV
Jörg von Fürstenwerth ist der Vorsitzende der GDV-Geschäftsführung.

Die Lage der deutschen Lebensversicherung könne und müsse diskutiert werden, schreibt Jörg von Fürstenwerth in seiner Kolumne auf der Homepage des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Doch prangert der Vorsitzende der GDV-Geschäftsführung den Umgang mit einer aktuellen Umfrage an. Konkret wehrt sich von Fürstenwerth gegen die Schlagzeile der Tageszeitung Bild. „Massiver Vertrauensverlust in Lebensversicherungen“ hieß es dort am Montag.

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Hintergrund war eine Befragung vom Februar 2018, die ergeben hatte, dass knapp 79 Prozent der Befragten wenig bis gar kein Vertrauen mehr in die Lebensversicherung haben soll. 62 Prozent sollen sich getäuscht und schlecht beraten fühlen. Und insbesondere ältere Versicherte würden sich angesichts immer neuer Hiobsbotschaften in den Medien allein gelassen fühlen und würden verunsichert reagieren.

Veröffentlicht wurde das Ergebnis von der Facto Financial Service AG, einem Rückabwickler von Lebensversicherungen.

Und das sei laut GDV der Grund dafür, diese Ergebnisse kritisch zu sehen. Denn der Versicherungsverband gibt an, dass im vergangenen Jahr „trotz widriger Umstände nur ein minimaler Beitragsrückgang von 0,1 Prozent auf 90,7 Milliarden Euro“ zu verzeichnen sei.

Die Motive einer Debatte, der Auftraggeber einer Studie sowie die Methodik dahinter sollten klar erkennbar sein – und vor allem von der Redaktion bewertet und eingeordnet werden, fordert der GDV-Geschäftsführer. Sonst drohe Panik- und Stimmungsmache auf Kosten der Verbraucher.

Autorin

Manila Klafack war bis März 2024 Redakteurin bei Pfefferminzia. Nach Studium und redaktioneller Ausbildung verantwortete sie zuvor in verschiedenen mittelständischen Unternehmen den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

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