Manch ein Fußballer scheint vom Pech verfolgt – kaum ist eine Verletzung überstanden, kommt wieder etwas. Manuel Neuer fiel aufgrund eines dritten Mittelfußbruchs in der vergangenen Bundesliga-Saison acht Monate aus. Inzwischen kann sich Neuer glücklicherweise auf den Einsatz als Kapitän in der deutschen Fußballnationalmannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft ab Donnerstag in Russland freuen.
Das Verbraucherportal Die Versicherer, das vom Versicherungsverband GDV betrieben wird, hat mal genauer untersucht, woher Profifußballer im Krankheitsfall ihr Geld bekommen. Grundsätzlich gilt für die Spieler eines Fußballvereins wie für alle anderen Angestellten auch, dass ihr Lohn oder ihr Gehalt bis zu sechs Wochen vom Arbeitgeber weiter gezahlt wird.
Ist ein Sportler jedoch länger als sechs Wochen verletzt, versiegt der Geldstrom des Vereins. „In der Praxis können nur Top-Spieler einen längeren Zeitraum vereinbaren“, zitiert das Portal Ulf Baranowsky, Geschäftsführer der Vereinigung der Vertragsfußballspieler (VDV). Die Spielergewerkschaft schaut dabei neidisch auf die Situation von Profifußballern in anderen Ländern. „In England und Spanien werden die Spieler von ihren Klubs grundsätzlich bis zum Vertragsende bezahlt – unabhängig davon, ob sie lange verletzt oder krank sind. Die sechs Wochen in der Bundesliga sind hingegen sehr kurz – und ein Wettbewerbsnachteil gegenüber anderen Top-Ligen“, erklärte VDV-Justiziar Frank Rybak vor einigen Wochen.
Gesetzliche Unfallversicherung leistet maximal 6.400 Euro pro Monat
Wenn die Lohnfortzahlung versiegt, springt die gesetzliche Unfallversicherung ein. Sie übernimmt neben den Kosten für die Reha bis zu 78 Monate ein Verletztengeld – das ist allerdings auf maximal 6.400 Euro pro Monat begrenzt. Das sei eventuell zu wenig für die Profis, die etwas mehr gewöhnt sein dürften, heißt es seitens der Portalbetreiber. Hier könne eine private Absicherung helfen.
„Fast alle Bundesligaspieler schließen eine separate Krankentagegeld- sowie teilweise auch noch eine zusätzliche Sporttagegeldversicherung ab“, sagt Baranowsky. Bei den gängigen Policen liegen die Tagessätze demnach bei bis zu 2.000 Euro. Die Höhe der Versicherungsbeiträge hängt insbesondere vom Alter des Spielers ab, ferner auch von seinem Gesundheitszustand – wer verletzungsanfällig ist, zahlt unter Umständen Risikozuschläge.
Aber zurück zur Fußball-Weltmeisterschaft: Sollten sich in Russland Spieler der teilnehmenden Nationen verletzten, sind sie über das „Fifa-Schutzprogramm für Klubs“ geschützt. Das Prinzip: Wenn sich ein Spieler während eines offiziellen, internationalen Spiels der jeweiligen Nationalmannschaft verletzt und aus diesem Grund länger als 28 aufeinanderfolgende Tage nicht spielen kann, springt hier die Absicherung ein.
Das Programm entschädigt Vereine mit bis zu 7,5 Millionen Euro pro Spieler je Unfall. Dieser Höchstbetrag errechne sich aus einer täglichen Zahlung von bis zu 20.548 Euro, der für 365 Tage zu zahlen ist. 365 Tage entsprechen zugleich dem maximalen Deckungszeitraum.
Auch Freizeitkicker sind über den Verein abgesichert
Knochenbrüche, Bänderrisse oder Quetschungen: Auch Freizeitkicker bleiben von Verletzungen nicht verschont. Daher kann sich laut dem GDV-Portal eine private Unfallversicherung lohnen. Sie zahlt unter anderem bei bleibenden Schäden eine Geldsumme in vereinbarter Höhe – unabhängig vom tatsächlichen finanziellen Schaden oder von Leistungen etwa aus anderen Versicherungen. Für schwere Gesundheitsfolgen kann zusätzlich eine Unfallrente vereinbart werden.
Fußballer eines Vereins sind in der Regel dort über eine private Unfallversicherung des Vereins geschützt. Ratsam ist es, sich nach den Versicherungssummen zu erkundigen, um zu entscheiden, ob diese für die eigene Absicherung ausreicht.
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