Analyse

Berufswahl beeinflusst Krankheitsdauer

Wer krank ist, der kann nicht arbeiten. Da ist der Beruf egal. Aber wie lange die Genesung dauert und was zur Krankheit führt, ist laut einer aktuellen Analyse von Job zu Job unterschiedlich. Die Details gibt’s hier.
© Pixabay
Bauarbeiter werkeln an einer Straße: Körperlich anstrengende Berufe führen häufig zu Muskel-Skelett-Erkrankungen.

Wie eine aktuelle Untersuchung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK zeigt, hängen krankheitsbedingte Fehlzeiten stark von der Berufswahl ab. So fehlten Arbeitnehmer in den Berufen mit den höchsten Krankenständen im Jahr 2018 durchschnittlich 26,3 Tage. In den Berufen mit den niedrigsten Krankenständen waren es nur halb so viele, im Schnitt 12,8 Tage.

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Die Ergebnisse im Detail:  

Die geringsten Ausfallzeiten hatten mit 4,6 Tagen Beschäftigte in den Berufen der Hochschullehre und -forschung, gefolgt von den Berufen in der Software-Entwicklung mit 7,7 Fehltagen. Die höchsten Werte verzeichneten Beschäftigte in der Ver- und Entsorgung mit 32,5 Tagen vor Straßen- und Tunnelwärtern mit 31,4 Fehltagen und Berufen in der industriellen Gießerei mit 30 Fehltagen. Der Grund liegt nahe: Hier ist täglich körperliche Anstrengung nötig, um den Job zu machen. 

Je nach Beruf kommen laut Analyse auch unterschiedliche Krankheitsbilder zustande:

So treten Muskel-Skelett-Erkrankungen besonders häufig bei körperlich anstrengenden Berufen auf. So wiesen Beschäftigte in den Berufen der Ver- und Entsorgung im Jahr 2018 durchschnittlich 11,6 Fehltage und Straßen- und Tunnelwärter durchschnittlich 11,4 Fehltage aufgrund von Muskel-Skelett-Erkrankungen auf. Über alle Berufe hinweg sind es bei den AOK-Mitgliedern hingegen nur 5,8 Fehltage. 

Aber auch psychische Probleme sind auf dem Vormarsch. Auffällig sind hier insbesondere die Berufe im Dialogmarketing, zu denen Beschäftigte im Callcenter gehören. Jeder Beschäftigte in diesem Beruf fehlt durchschnittlich 7,1 Tage aufgrund einer psychischen Erkrankung. Auch Berufe in der Haus- und Familienpflege und in der Altenpflege sind hohen psychischen Belastungen ausgesetzt. Hier fehlte jeder Beschäftigte im Schnitt 6,3 beziehungsweise 6,0 Tage aufgrund einer psychischen Erkrankung. Der Durchschnitt über alle Berufe lag bei 3,0 Fehltagen. 

Mehr Kranke im Jahr 2018

Allgemein lasse sich sagen, dass der Krankenstand hierzulande im vergangenen Jahr um 0,2 Prozentpunkte auf 5,5 Prozent gestiegen ist. Damit hat jeder bei der AOK versicherte Beschäftigte im Durchschnitt 19,9 Tage aufgrund einer ärztlichen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung im Betrieb gefehlt (2017: 19,4 Tage). Dazu haben psychische Erkrankungen mit einem Plus von 0,1 Tagen beigetragen. 

Mit 26,3 Tagen je Fall dauerten psychische Erkrankungen außerdem mehr als doppelt so lange wie der Durchschnitt mit 11,8 Tagen je Fall. Callcenter-Mitarbeiter führten 2018 indes das Treppchen der am häufigsten erkälteten Beschäftigten an – mit 4,8 erkältungsbedingten Fehltagen. 

Autorin

Juliana Demski gehörte dem Pfeffi-Team seit 2016 an. Sie war Redakteurin und Social-Media-Managerin bei Pfefferminzia. Das Unternehmen hat sie im Januar 2024 verlassen.

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