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Zu Anfang der Diskussionsrunde ging es um das Thema Bürgerversicherung. Diese sei für die private Krankenversicherung (PKV) ja eher unsexy, leitete Moderator Uwe Kremer, Chefredakteur von Kapital-Markt intern, in das Thema ein. Welche Vorteile würde eine solche Versicherung bringen, fragte er Maria Klein-Schmeink, gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion.
Prinzipiell sei jemand nicht automatisch besser versichert, nur weil er oder sie privat versichert seien, so die Politikerin. In beiden Systemen gebe es Probleme: In der GKV seien das vor allem die Leistungseinschränkungen, die es in den vergangenen Jahren gegeben habe. In der PKV sei die Crux die Bezahlbarkeit der Beiträge im Alter. „Daher müssen wir zu einer nicht-risikobezogenen Berechnung der Beiträge kommen.“ Das bedeute aber keinen Ausschluss der privaten Anbieter, auch sie dürften die Bürgerversicherung anbieten, so die Politikerin.
Es gehe prinzipiell darum, die Erwartungshaltung der Kunden zu erfüllen, dass man existenziell bedeutende Risiken abgesichert habe. Wichtig, um dabei Vertrauen zu schaffen, sei eine Transparenz der Leistungen, nach vorgegeben Standards: Was ist abgesichert, welche Leistungen kann ich erwarten, wie lange dauert die Leistungsprüfung und so weiter. „Die Anbieter müssen sich Qualitätsanforderungen stellen, sodass der Versicherte entscheiden kann, ob der Versicherer in meinem Sinne agiert oder bloß Kosten sparen will“, sagte Klein-Schmeink.
„Wenn die Branche sich nicht bewegt, wird es die Politik machen“
Kremer hakte dann bei den Vorständen nach, ob sie solche Transparenzstandards begrüßen würden? Hermann Schrögenauer, Vertriebsvorstand der LV 1871, gab zu bedenken, dass es schwierig sein werde, solch einen Standard zu schaffen. „Die Produkte sind zu unterschiedlich und die Materie ist zu komplex.“ Man könne gewisse Kriterien festlegen, aber eine gewisse Komplexität werde immer bleiben. „Irgendwann wird es auch ein Produkt geben, das einfach ist und digital abgeschlossen werden kann. Deckt das den individuellen Bedarf des Kunden aber adäquat ab? Wohl eher nicht“, so Schrögenauer.
Claus-Dieter Gorr, Geschäftsführer von Premium Circle und Gastgeber des Tages, bekräftigte, dass der Branche mehr Transparenz definitiv guttäte. „Wir werden einen brancheneinheitlichen Konsens brauchen, gerade weil es auch so viele Rating-Häuser gibt. Es kann nicht sein, dass aufgrund oberflächlicher Standards schwache Produkte verkauft werden.“ Es geht hier schließlich um die existenzielle Absicherung er Kunden. „Und wenn die Branche sich nicht bewegt, wird die Politik das machen“, warnte Gorr.
„Wir erleben aktuelle einen Vertrauensverlust in vielen Institutionen in der Gesellschaft“
Bernhard Rapp, Direktor Marketing und Produktmanagement bei Canada Life, warf ein, dass neben der Transparenz auch andere Themen für die Branche entscheidend seien. „Wie schaffen wir es etwa, mehr Leute abzusichern? In der Altersvorsorge gibt es branchenweit seit Jahren kaum Steigerungen“, so Rapp. Ein Transparenz-Kodex wäre sicherlich sinnvoll. „Aber ist er das, was der Kunde braucht, um die Entscheidung zu treffen, wie er sich absichern soll? Da bin ich skeptisch.“
Auch Eric Sievert, Leiter Maklervertrieb, unabhängige Vermittler und Kooperationen bei der SDK, bekräftigte, dass man sich dem Thema Transparenz stelle. „Die Frage ist aber, ob sowas immer gesetzlich geregelt werden muss?“ Politikerin Klein-Schmeink machte hier noch einmal deutlich, dass es wichtig sei, sich als Anbieter der Transparenz zu stellen – sowohl als Krankenkasse, als auch als PKV-Anbieter. Das sei ein legitimes Interesse der Bürger. „Wir erleben aktuelle einen Vertrauensverlust in vielen Institutionen in der Gesellschaft. Das können wir uns nicht leisten. Wir brauchen ein klares Signal an die Bürgerinnen und Bürger, dass verlässlich auf ihre Bedürfnisse eingegangen wird. Wenn die Bürgerversicherung kommt, stellen wir sie uns als Wettbewerb zwischen GKV und PKV vor, und da müssten sich die PKV-Anbieter auch entsprechenden Transparenzkriterien stellen. Unter anderen Bedingungen könnte man das politisch gar nicht durchsetzen.“
Frank Lamsfuß, Vorstandsmitglied der Barmenia Versicherungen, bestätigte, dass esmHerausforderungen in GKV und PKV gebe. „Als Antwort darauf eine Bürgerversicherung beziehungsweise Einheitsversicherung einzuführen, um die Probleme zweier verschiedener Systeme zu lösen, kann ich nicht nachvollziehen. Wir sollten uns hier den Sachfragen stellen und nicht ideologisch an das Thema herangehen. Und die Sachfragen löst eine Bürgerversicherung nicht.“
Klein-Schmeink stellte daraufhin noch klar, dass die Bürgerversicherung ein Prinzip sei, wie man eine solidarische Finanzierung im Gesundheitswesen herstellen könne. Es gehe nicht darum, Leistungen vorzugeben. Alternativ könnte man das Problem auch über ein Finanzausgleichssystem in Verbindung mit Wahlfreiheit angehen.
„Wir sind eine regulierte Branche mit vorgegebenen Standards“
Zur Transparenzdiskussion warf Lamsfuß ein, dass Transparenz und Qualität zwei unterschiedliche Dinge seien, und es bereits Transparenzstandards in der Branche gebe. „Wir sind eine regulierte Branche mit vorgegebenen Standards.“ Hier nannte er als Beispiele die Produktinformationsblätter und die Solvenzberichte unter Solvency II. Auch der Versicherungsvertrieb sei durchreguliert. „Wir messen uns am Urteil unserer Kunden. Wenn sie nicht zufrieden sind, werden sie das kundtun.“
Hartmut Holz, Bereichsleiter Fachmanagement Leben bei der Basler, pflichtete Lamsfuß bei, dass in der Branche schon einiges in Sachen Transparenz getan werde. „Bei der Basler haben wir zum Beispiel mit Sprachwissenschaftlern daran gearbeitet, mehr Klarheit in die Versicherungsbedingungen zu bringen. Man wird in der Branche permanent daran gemessen, was man tut. Daher werden die Verbesserungen weitergehen.“
„Wir müssen einen viel stärkeren Fokus auf Prävention legen“
Beim Thema Gesundheit gab Aktuar Sebastian Leipert zu bedenken, dass der technologische Wandel dazu führen werde, Gesundheitsleistungen effizienter anbieten zu können. „Das wird Kosten reduzieren, auf der anderen Seite aber auch die Lebenserwartung noch mal verlängern, was wiederum zu höheren Kosten führen kann.“ Insgesamt sei die Wirkung auf die Kosten ungewiss. Er wies auch darauf hin, dass es selbst bei der Bürgerversicherung Menschen geben würde, die sich Zusatzleistungen leisten könnten. Das könnte die Preise dann nach oben treiben.
Die Versicherer müssten sich weg vom Zahler von Leistungen hin zum Partner des Kunden werden, meinte Patrick Dahmen, Vorstandsvorsitzender der HDI Lebensversicherung. „Wir müssen einen viel stärkeren Fokus auf Prävention legen, sodass der Kunde gar nicht erst krank oder berufsunfähig wird.“
„Gutverdiener tragen nicht zur gesamtgesellschaftlichen Aufgabe der Finanzierung der Gesundheit bei“
Aus dem Plenum kam an die Grünen-Politikerin der Einwurf, dass das Kollektiv der GKV doch schon gigantisch sei. Was die zusätzlichen PKV-Versicherten denn verbessern könnten?
Klein-Schmeink gab als Antwort, dass nur eine bestimmte Gruppe, privat versichert sei: diejenigen, die es über die Beitragsbemessungsgrenze schaffen, Beamte und Selbstständige. „Die Gutverdiener tragen damit nicht zur gesamtgesellschaftlichen Aufgabe der Finanzierung der Gesundheit bei.“ Laut eines Gutachtens würde es 1,9 Prozentpunkte ausmachen, wenn man PKV-Versicherte mit in die GKV einbezöge. „Wer heute privat versichert ist, hätte bei einem Wechsel des Systems ein Anrecht drauf, das auch zu bleiben. Das geht gar nicht anders. Es würde Übergangsszenarien geben“, so Klein-Schmeink.
Die Diskussionsrunde widmete sich dann dem Thema Provisionsdeckel. LV-1871-Mann Schrögenauer machte hier noch einmal deutlich, dass der geplante Deckel in seiner jetzigen Form verfassungswidrig sei. „Das ignoriert die Politik. Ich finde es völlig unverständlich, warum man die Ausschließlichkeit und Banken damit fördert. Und denjenigen, die im Lager des Kunden stehen – den Maklern – am meisten schadet.“
Bernhard Rapp, Canada Life, wies darauf hin, dass es die Fehlanreize nicht gebe, von denen als Begründung für den Deckel immer gesprochen werde. „Dass die Kosten runter müssen in einer derartig langen Niedrigzinsphase ist doch klar. Aber nicht mithilfe solch einer Maßnahme.“ In Großbritannien sei die Versorgung mit Beratung für weite Teile der Bevölkerung zusammengebrochen, nachdem man dort die Provisionen verboten habe. „Das kann doch hier keiner wollen.“ HDI-Leben-Chef Patrick Dahmen stimmte Rapp zu. „Wir haben einen gesellschaftspolitischen Auftrag zu erfüllen. Daher lehnen wir einen Provisionsdeckel strikt ab. Es besteht kein Anlass dazu, dass haben Studien zur Entwicklung der Provisionen gezeigt. Und ich habe meine Schwierigkeiten damit, wenn die Politiker sich die Diäten erhöhen auf teilweise über 10.000 Euro, und hier werden Provisionen auf viel geringerem Niveau gedeckelt.“
„Wir sind keine Hedgefonds“
Auch Frank Lamsfuß von der Barmenia übte Kritik an der Politik: „Als Begründung für den Deckel wird die Falschberatung in der Finanzkrise 2008/2009 angeführt. Wir sind aber keine Hedgefonds. Es hat keine Ausfälle in der Altersvorsorge gegeben. Das muss man mal festhalten.“ Außerdem könne es sich nicht um einen freien Markt handeln, wenn die Politik in die Vergütung eingreife.
Politikerin Klein-Schmeink, die keine Expertin auf diesem Gebiet ist, hörte sich die Kritik an und versprach, diese an ihre Parteikollegen weiterzugeben. Sie meinte aber auch, dass aus der Branche Ideen kommen sollten, wie man das Problem lösen könne. Hier stimmte auch Gastgeber Gorr ein. In seinem Schlusswort bekräftigte er: „Die Branche muss Vorschläge erarbeiten. Es liegt an uns allen, etwas zu tun.“
An der Podiumsdiskussion im Rahmen des Vorsorge-Fach-Forums von Premium Circle am 13. Juni 2019 in Essen nahmen folgende Personen teil: Hartmut Holz (Bereichsleiter Fachmanagement Leben bei der Basler), Hermann Schrögenauer (Vertriebsvorstand der LV 1871), Frank Lamsfuß (Vorstandsmitglied der Barmenia Versicherungen), Maria Klein-Schmeink (gesundheitspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion der Grünen), Claus-Dieter Gorr (Geschäftsführer Premium Circle), Patrick Dahmen (Vorstandsvorsitzender HDI Leben), Eric Sievert (Leiter Maklervertrieb, unabhängige Vermittler und Kooperationen bei der SDK), Bernhard Rapp (Direktor Marketing und Produktmanagement bei Canada Life) und Sebastian Leipert (Aktuar DAV/IVS). Moderiert wurde die Runde von Uwe Kremer (Chefredakteur Kapital-Markt intern).
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