Im Rahmen einer aktuellen Untersuchung hat die Zeitschrift Finanztest 59 Berufsunfähigkeitstarife unter die Lupe genommen – darunter sowohl selbstständige Verträge (SBU) als auch Zusatzversicherungen (BUZ). Das Gesamtergebnis ist positiv: Von allen untersuchten Tarifen schnitten 35 mit der Bestnote „sehr gut“ ab. Das liegt aber auch daran, dass sich die Tester die Tarife mit einem schlechten Ruf nach eigenem Bekunden gar nicht erst vorgeknöpft haben.
Folgende Anbieter haben mit ihren als „sehr gut“ bewerteten Tarife mindestens die Note 1,2 erhalten:
Weitere neun Anbieter bekamen für ihre Tarife ebenfalls ein „sehr gut“ zugesprochen, jeweils mit der Note 1,3. Weitere sechs Tarife erhielten ein „sehr gut“, jeweils mit der Note 1,4 und ebenfalls sechs „sehr gut“-Tarife schnitten mit der Note 1,5 ab.
Für den Test hat das Verbrauchermagazin laut eigenen Angaben „alle in Deutschland niedergelassenen Versicherer nach ihren Bedingungen für Berufsunfähigkeitsschutz gefragt und um ein Angebot für den preiswertesten Schutz für drei Modellkunden gebeten“.
Dabei flossen die Versicherungsbedingungen zu 75 Prozent in das jeweilige Testergebnis ein, die Qualität der Beantragung (zum Beispiel die Art der Gesundheitsfragen) zu 25 Prozent.
Die Kriterien für die Modellkunden lauteten wie folgt:
Für jeden Modellkunden wird sodann der Zahlbeitrag aufgelistet, den die angefragte Gesellschaft nach den Finanztest-Vorgaben ermittelt hat – jeweils unterschieden nach Netto- und Bruttobeitrag.
Dabei weisen die Tester darauf hin, dass alle Beiträge für Nichtraucher gelten und es keine Beitragsdynamik gibt. Ist der Schutz an eine Risikolebensversicherung gekoppelt (BUZ), ist die für die gewünschte Rente vorgegebene Todesfallsumme ausgewiesen.
Finanztest rät seinen Lesern vor allem dazu, sich möglichst früh um eine BU-Versicherung zu kümmern. Gerade Studenten und Berufseinsteiger könnten im jungen Alter günstige Verträge erhalten, heißt es. Denn: 12 Versicherer aus dem Test haben für diese Altersklasse besondere Angebote.
Auch zur Frage, wo man den BU-Schutz am besten abschließen sollte, äußern sich die Tester – und verweisen auf verschiedene Abschlusswege.
„Wenden Sie sich an einen unabhängigen Versicherungsberater oder einen Versicherungsmakler – diese können anonyme Risikovoranfragen stellen“, heißt es etwa. Doch in einer anderen Texpassage relativiert Finanztest diese maklerfreundliche Empfehlung wieder:
„Viele Interessierte schließen ihren Vertrag über einen Versicherungsvertreter ab oder über einen Makler, der viele Versicherer vertritt. Eine gute Adresse sind unabhängige Versicherungsberater, die neutral beraten und keine Verträge vermitteln. Doch junge und gesunde Menschen können den Abschluss auch selbst in die Hand nehmen. Unsere Grafik links zeigt, wie das geht.“
Nun ja, beim Lesen dieses Absatzes dürften Makler gleich dreimal aufstöhnen:
Erstens: Ein Makler „vertritt“ keine Versicherer, das macht bekanntlich der „Vertreter“ – der Makler vermittelt Versicherungsverträge von Versicherern.
Zweitens: Der zweite Satz erweckt den Anschein, dass Makler nicht dazu in der Lage seien, eine neutrale Beratung zu erbringen.
Drittens: Dass Verbraucher den Abschluss auch selbst in die Hand nehmen könnten, wurde bereits von erfahrenen BU-Maklern in Zweifel gezogen. Wir verweisen an dieser Stelle auf die Meldung: „Danke, Finanztest!“ Makler warnen Verbraucher vor BU-Selbstversuch vom April 2019.
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