Studie

Risiko einer Berufsunfähigkeit noch immer unterschätzt

Viele Vorurteile und Misstrauen beherrschen nach wie vor das Thema Berufsunfähigkeit. Sei es, die Absicherung sei zu teuer, oder die Meinung, dass der Versicherer eh nicht leiste. Aber auch die grundsätzlichen Kenntnisse um die Leistungen einer Berufsunfähigkeitsversicherung fehlen oftmals, wie die aktuelle Continentale-Studie zeigt.
© Continentale-Studie
Die meisten Menschen sind nicht bereit, mehr als 50 Euro monatlich für die Berufsunfähigkeitsversicherung auszugeben.

Obwohl 62 Prozent der Deutschen eine Berufsunfähigkeitsversicherung für „wichtig“ oder „sehr wichtig“ halten, haben nur 36 Prozent diese Vorsorge getroffen. Und nur 16 Prozent glauben, dass ihr eigenes Risiko berufsunfähig zu werden, „groß“ oder „sehr groß“ ist. Tatsächlich ist jeder Vierte davon betroffen. Das sind einige der Ergebnisse der aktuellen repräsentativen Continentale-Studie „Berufsunfähigkeit – das unterschätzte Risiko“.

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Als die häufigsten Gründe sehen die meisten Befragten Rückenleiden und Unfälle. In der Realität sind es dagegen meist psychische Erkrankungen. Weitere Irrtümer gibt es über die Möglichkeiten, sich finanziell abzusichern. 64 Prozent glauben, mit einer Unfallversicherung vor den finanziellen Folgen einer Berufsunfähigkeit geschützt zu sein. 68 Prozent setzen dafür auf Immobilien, 66 Prozent auf das Sparen, 51 Prozent haben eine Lebensversicherung und 49 Prozent eine private Krankenzusatzversicherung.

„Das ist fatal, denn diese Maßnahmen helfen entweder gar nicht oder nicht langfristig“, stellt Helmut Hofmeier, Vorstand Leben im Continentale Versicherungsverbund, fest. Die einzig sinnvolle Vorsorgeform sei die Berufsunfähigkeitsversicherung.

BU ist zu teuer und der Versicherer leistet nicht, sind häufige Vorurteile

Zwei von drei Befragten (68 Prozent) glauben das auch, dennoch nimmt die BU im Vergleich zu den anderen Maßnahmen keine herausragende Rolle ein. Außerdem offenbart die Studie viele Vorurteile: Satte 63 Prozent sind überzeugt, dass der Versicherer im Ernstfall doch nicht leistet. 44 Prozent gehen davon aus, der Versicherer leistet nicht bei selbstverschuldeten Unfällen. 42 Prozent nehmen an, die privaten und gesetzlichen Leistungen werden verrechnet.

Aber auch die Argumente, die Vorsorge ist zu teuer (71 Prozent), das Geld wird lieber für andere Dinge ausgegeben (60 Prozent) oder über das Thema wurde sich noch nicht informiert (46 Prozent) werden genannt. Der Studie zufolge würden die meisten Menschen zwischen 10 bis 50 Euro für die Berufsunfähigkeitsversicherung ausgeben.

Vermittler kennen Hinderungsgründe der Kunden gut

80 Prozent der im Zuge der Studie ebenfalls befragten 239 Vermittler, geben an, den Kunden sei die Versicherung zu teuer. Zudem glauben 75 Prozent der Vermittler, den Kunden ist das Risiko nicht bewusst. Aber ein anderes Problem wiegt demnach noch schwerer: 91 Prozent glauben, viele Menschen schieben das Thema einfach vor sich her. An den Produkten liege es nicht: Nur 11 Prozent der Vermittler sehen hier Verbesserungsbedarf.

Autorin

Manila Klafack war bis März 2024 Redakteurin bei Pfefferminzia. Nach Studium und redaktioneller Ausbildung verantwortete sie zuvor in verschiedenen mittelständischen Unternehmen den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

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