Sommerferien-Zeit

Diese Versicherungen sollten Boots-Besitzer haben

Boots-Kasko- und Boots-Haftpflichtpolicen gehören in die Backskiste eines jeden Seglers. Welche Merkmale gute Tarife aufweisen, erklärt Pfefferminzia.
© picture alliance / Michael Kappeler/dpa
Sommer, Sonne, Segelboot: Segler sind mit ihren Booten auf dem Wannsee in Berlin unterwegs.

Erfahrene Skipper wissen – die Nordsee ist auch während der Segelsaison ein Revier, das viele Gefahren birgt. Zuletzt kam es hier Anfang Mai 2019 zu einem tödlichen Unfall: Eine 29-jährige Frau stirbt, als eine mit vier Mitgliedern besetzte Yacht in der Außenjade kentert und kieloben treibt. Laut ersten Ermittlungen ließen starke Windböen die Segelyacht kentern.

 

Das tragische Unglück wirft die Frage auf, wie gefährlich der Segelsport tatsächlich ist. Insgesamt 472 Vorfälle verzeichnete die Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung (BSU) für das vergangene Jahr in ihrem im Mai 2019 vorgelegten Jahresbericht. Davon entfallen 407 Meldungen auf die Berufsschifffahrt, 5 auf Traditionsschiffe und 60 auf Sportboote – das sind 7 Yachtunfälle mehr als im Vorjahr, jedoch 76 weniger als noch vor zwölf Jahren (siehe Grafik).

Was lässt sich daraus schließen? Nun, die Unfallexperten der BSU sehen die Entwicklung eher positiv: „Die angezeigten Unfälle im Sportschifffahrtsbereich sind seit Jahren rückläufig und betrafen nur gut ein Drittel der zum Beispiel für 2009 noch gemeldeten Zahlen“, heißt es. Auch mit nur einem tödlich verlaufenen Sportbootunfall sei das Jahr 2018 „historisch niedrig besetzt“. Und weiter: „Im besten Fall bedeutet dies, dass sich der Sicherheitsgedanke auch im Sportbootbereich immer mehr durchsetzt.“

Manchen Experten aus der Versicherungswirtschaft reicht es allerdings nicht, nur auf die Einsicht der Skipper zu hoffen. „Im Gegensatz zur Kfz-Versicherung ist der Abschluss einer Wassersport-Haftpflicht in Deutschland leider nicht vom Gesetzgeber vorgeschrieben“, bedauert Jan Garbade, Leiter Vertriebsförderung Nichtleben bei den Basler Versicherungen.

Andere Länder, wie etwa Italien, hätten hingegen frühzeitig die Gefahren, die durch den Gebrauch eines Bootes entstehen können, erkannt und eine Versicherungspflicht eingeführt, so Garbade. Dabei ist das Gefahrenspektrum weit gefächert: „Wie schnell es bei einer Kollision zu größeren Forderungen kommen kann, ein Taucher übersehen wird oder es bei der Wartung im Winterlager zu Schäden an anderen Booten kommt, zeigen viele Ereignisse, mit denen wir täglich konfrontiert werden“, berichtet der Basler-Mann. Man empfehle daher jedem Bootseigner, eine entsprechende Versicherung abzuschließen.

Die Gothaer gehört traditionell zu den größten Anbietern für Wassersport-Policen in Deutschland. Wie fällt das Verhältnis Haftpflicht zu Kaskoschutz bei den Kölnern aus? „Über 50 Prozent unserer Kunden haben sowohl eine Haftpflicht- als auch eine Kaskoversicherung. Knapp 35 Prozent haben lediglich eine Haftpflichtversicherung, und die weiteren Verträge sind reine Kaskoversicherungen“, berichtet Gothaer-Sprecherin Sabine Essing.

 

Als Faustregel gilt, ähnlich wie beim Auto, dass man für neue und hochwertige Boote immer auch eine Kaskoversicherung abschließen sollte. Und was gibt es hier zu bedenken? „Einen guten Tarif zeichnet aus, dass es keine versteckten Ausschlüsse gibt“, sagt Essing. Natürlich sei es nicht möglich, alle Risiken zu versichern, die Liste der Ausschlüsse sollte jedoch nicht länger sein als die der versicherten Risiken, sagt die Gothaer-Frau. Die Gothaer bietet mit ihrem Tarif Nautic Plus eine Allgefahrendeckung zum Neuwert/Marktwert an. Daneben besteht mit dem Tarif Nautic eine günstigere Alternative zum Zeitwert.

„Vereinbaren Sie eine Allgefahrendeckung“, empfiehlt der Bund der Versicherten (BdV). Die Besonderheit: Bei diesem Deckungskonzept sind alle Schäden versichert, die nicht ausdrücklich vom Versicherungsschutz ausgenommen sind. Für den Versicherten hat dies laut BdV den Vorteil, dass der Versicherer darlegen und gegebenenfalls beweisen muss, dass der Schaden vom Schutz ausgenommen ist. Demgegenüber ist bei der Einzelgefahrendeckung alles vom Versicherungsschutz ausgenommen, was nicht ausdrücklich in den Bedingungen eingeschlossen wurde, sodass sich hier die Beweislast umkehrt.

Allgefahrendeckung hat Vorteile 

„Eine zeitgemäße Wassersport-Kaskoversicherung sollte immer eine Allgefahrendeckung haben“, pflichtet Garbade von der Basler bei. „Andere Deckungsformen, zum Beispiel nur Teilkasko oder eine Zeitwert-Versicherung, bieten wir gar nicht mehr an, da der Kunde hier einen ungenügenden Versicherungsschutz hat.“

Natürlich hat das alles seinen Preis. Wie die Segelfachpresse jüngst berichtete, müssen sowohl Neu- als auch Bestandskunden für ihren Versicherungsschutz tiefer in die Tasche greifen als noch vor einigen Monaten. Ist dem so? „Bei der Basler bleiben die Prämien im Gegensatz zu vielen Mitbewerbern dieses Jahr konstant“, sagt Jan Garbade. Gleichwohl seien die Schadenkosten in den vergangenen Jahren stark gestiegen.

Das liegt laut Basler daran, dass die Boote immer älter werden und deren Reparaturen mit höheren Kosten beziffert werden müssen. „Immer wichtiger wird es werden, auch für ältere Boote Versicherungsschutz zu bekommen“, bestätigt Gothaer-Sprecherin Essing. Hier zeige sich bereits, dass es schwieriger werde, über 50 Jahre alle Boote überhaupt noch zu versichern, so Essing.

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Autor

Lorenz

Klein

Lorenz Klein gehörte dem Pfefferminzia-Team seit 2016 an, seit 2019 war er stellvertretender Chefredakteur bei Pfefferminzia. Im Oktober 2023 hat Klein das Unternehmen verlassen, um sich neuen Aufgaben in der Versicherungsbranche zu widmen.

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