Weniger Fachvokabular, mehr Empathie

Was Frauen und Männer von Finanzberatern erwarten

An ein Beratungsgespräch über die eigenen Finanzen stellen Frauen und Männer klare Anforderungen: Der Experte muss das Thema ohne Fachchinesisch verständlich darlegen und sollte sich dabei auch in sein Gegenüber hineinversetzen können – eine geschlechterbezogene Finanzberatung ist den Deutschen hingegen nicht wichtig, wie eine aktuelle Umfrage im Auftrag von Union Investment zeigt.
© Union Investment
Ein Viertel der Frauen schaut ohne Emotionen auf das Thema „Geld und Geldanlage“, aber nur 13 Prozent der Männer.

Zwei Drittel der deutschen Sparer (66 Prozent) halten es für wünschenswert, wenn der Berater in einem Gespräch über die eigenen Finanzen stärker auf ihre individuellen Bedürfnisse eingehen würde. Das zeigt eine aktuelle Umfrage durch das Marktforschungsunternehmen Forsa im Auftrag der Investmentgesellschaft Union Investment, zu der quartalsweise 500 Finanzentscheider in privaten Haushalten zu ihrem Anlageverhalten befragt werden.

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Auch eine bessere Verständlichkeit des Themas liegt demnach vielen am Herzen: 61 Prozent sind der Ansicht, dass eine einfachere Sprache mit weniger Fachvokabular die Beratung optimieren würde. Frauen (66 Prozent) vertreten diese Position häufiger als Männer (57 Prozent).

Eine geschlechterbezogene Finanzberatung hingegen entspricht nicht dem Wunsch der Anleger. Drei Viertel (75 Prozent) der Umfrageteilnehmer sehen darin keine Notwendigkeit, Frauen noch etwas weniger (70 Prozent) als Männer (76 Prozent). Auch ein Beratungsgespräch von Frau zu Frau halten 67 Prozent der befragten Frauen für nicht wünschenswert.

Die häufigste Informationsquelle der Befragten zum Thema Finanzen ist das Internet. 71 Prozent suchen online nach Informationen rund ums Geld. Insbesondere Männer sind im Netz sehr aktiv (80 Prozent). Unter den Frauen recherchieren nur 56 Prozent zu Finanzthemen im Internet.

Männer emotionaler als Frauen beim Thema Geld

Weiter fanden die Umfragemacher heraus, dass ein Viertel der Frauen ohne Emotionen auf das Thema „Geld und Geldanlage“ schaut, aber nur 13 Prozent der Männer. Dass Männer mehr Gefühle beim Umgang mit Finanzen zeigten, lasse sich möglicherweise damit erklären, dass sie ihren Kenntnisstand in Sachen Geld höher einschätzten als Frauen, teilen die Experten von Union Investment mit.

So gibt jeder zweite Mann (54 Prozent) an, sich gut bis sehr gut darin auszukennen. Unter den Frauen hält sich dagegen nur jede Dritte (31 Prozent) für fachlich fit. Von den Gesamtbefragten meinen 45 Prozent, über gute bis sehr gute Finanzkenntnisse zu verfügen.

Ob allein diese Selbsteinschätzung dazu führe, dass Männer andere Entscheidungen beim Thema Geldanlage treffen als Frauen, könne aus diesem Ergebnis jedoch nicht abgeleitet werden, so Union Investment.

Quelle: Union Investment

Autor

Lorenz

Klein

Lorenz Klein gehörte dem Pfefferminzia-Team seit 2016 an, seit 2019 war er stellvertretender Chefredakteur bei Pfefferminzia. Im Oktober 2023 hat Klein das Unternehmen verlassen, um sich neuen Aufgaben in der Versicherungsbranche zu widmen.

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