Neue Versicherungsmarke

„Was bedeutet der Name Redion, Herr Schmidt?“

Und wieder wurde was verschmolzen. Diesmal sind es Europ Assistance und Generali Employee Benefits, die nun unter der globalen Marke Redion auftreten. Wie passt das zusammen, welche Schwerpunkte setzen sie, und wo ist das Alleinstellungsmerkmal? Fragen wir mal den Redion-Deutschland-Chef Tim Schmidt.
Tim Schmidt, Deutschland-Chef von Redion
© Redion
Tim Schmidt, Deutschland-Chef von Redion

Die Aktivitäten von Europ Assistance und Generali Employee Benefits sind unter der gemeinsamen globalen Marke Redion vereint. Seit 1. Oktober 2026 sind die damit verbundenen gesellschaftsrechtlichen Maßnahmen auch in Deutschland wirksam. Das Ganze markiert einen weiteren Schritt in der im Mai 2026 von der Generali Group angekündigten Transformation. Fragen wir den Redion-Deutschland-Chef Tim Schmidt, wohin die Reise nun gehen soll.

Pfefferminzia: Herr Schmidt, was bedeutet eigentlich der Name Redion?

Tim Schmidt: Redion lehnt sich an „Ready On“ an. Dahinter steht unser Versprechen „Always ready, always on“: Wir sind bereit zu helfen, und unsere Services und Produkte sind jederzeit einsatzbereit. „Ready“ steht für unsere Mitarbeitenden und unser globales Netzwerk aus Ärzten und Ärztinnen, Pflegekräften und Pannenhelfern. „On“ beschreibt die digitale Vernetzung, über die Kunden und Kundinnen uns direkt erreichen und ihren Fall live verfolgen können. Unser Markenversprechen bleibt „You live, we care“.

Sind Europ Assistance und GEB nun auch verschmolzen, oder sind es getrennte Unternehmen?

Schmidt: Hier muss man zwischen der gemeinsamen Marke und den rechtlichen Gesellschaften unterscheiden. Redion vereint die Aktivitäten von Europ Assistance und Generali Employee Benefits unter einer Identität. Diese Kooperation ist nicht neu: Beide Bereiche arbeiten bereits seit 2023 unter dem Dach von Generali Care zusammen.

In Deutschland haben wir zum 1. Oktober 2026 die Firmennamen an Redion angepasst. Die juristischen Personen ändern sich dabei nicht, es handelt sich um keine gesellschaftsrechtliche Verschmelzung. Alle bestehenden Verträge, Zuständigkeiten und Geschäftsbeziehungen bleiben bestehen.

Warum diese Maßnahme?

Schmidt: Unser Geschäft hat sich über Jahrzehnte stark weiterentwickelt. Heute verbinden wir Assistance und Reiseversicherung mit Mitarbeiterleistungen sowie Gesundheits- und Mobilitätslösungen. Der Name Europ Assistance hat diese geografische Reichweite und die Breite unseres Portfolios nicht mehr ausreichend widergespiegelt.

Für unsere B2B-Partner und Partnerinnen verbessert der gemeinsame Auftritt die Übersichtlichkeit unseres weltweiten Angebots. Dahinter steht auch eine technologische Ausrichtung: Wir bündeln Investitionen und setzen einheitliche Standards. Das macht Hilfe einfacher zugänglich und steigert die Servicequalität.

Mobilität, Reise, Gesundheit und betriebliche Vorsorge scheinen zunächst nicht zusammenzupassen. Woher diese Mischung?

Schmidt: Die Verbindung wird deutlicher, wenn man vom Menschen statt von Versicherungssparten ausgeht. Der Mensch ist zugleich Reisender, Autofahrer und Patient im Gesundheitssystem. Er erwartet in jeder Situation verlässliche Unterstützung. Bei den Employee Benefits geht es zudem um die Absicherung von Gesundheit, Arbeitsunfähigkeit, Unfall- und weiteren Risiken – das umfasst weit mehr als nur die betriebliche Vorsorge.

Auch unsere Geschäftsmodelle passen perfekt zusammen: Wir erreichen Menschen meist über B2B-Partner wie Reiseunternehmen beziehungsweise touristische Anbieter, Versicherer, Banken, Automobilhersteller, Mobilitätsanbieter oder Arbeitgeber. Im Hintergrund nutzen wir dafür dieselbe starke Infrastruktur.

Sollen es diese Gebiete bleiben, oder kommt noch etwas hinzu?

Schmidt: Wir wollen unsere Geschäftsfelder gezielt weiterentwickeln. International stehen insbesondere unsere Produkte im Bereich Reise und Mobilität im Fokus unserer Wachstumsstrategie. Ein wichtiges Handlungsfeld ist ebenfalls der Bereich Embedded Insurance – also Versicherungsschutz, der direkt in das digitale Angebot eines Partnerunternehmens integriert ist, beispielsweise beim Buchen einer Reise.

Wofür soll Redion in Deutschland stehen?

Tim Schmidt: Redion soll in Deutschland die erste Adresse für die Kombination aus Versicherung und konkreter, schneller Hilfe sein. Unser Alleinstellungsmerkmal ist die Verbindung von lokaler Expertise mit einem weltweiten Netzwerk.

Wir wollen uns durch exzellente Servicequalität und eine unkomplizierte Zusammenarbeit differenzieren. Dabei setzen wir auf KI und Automatisierung nach dem Prinzip „Digital first, aber nicht digital only“.

Gleichzeitig gilt für uns ganz klar: Bei Notfällen und in Krisensituationen ist der direkte Kontakt zu einem Menschen zentral. Wir stellen die Unterstützung durch kompetente und empathische Experten sicher.

Über den Interviewten:

Tim Schmidt ist Deutschland-Chef von Redion, einem Unternehmen der Generali-Gruppe. Redion ist spezialisiert auf Assistance, Reiseversicherung und Mitarbeiterleistungen und in mehr als 190 Ländern tätig.

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Autor

Andreas

Harms

Andreas Harms schreibt seit 2005 als Journalist über Themen aus der Finanzwelt. Seit Januar 2022 ist er Redakteur bei der Pfefferminzia Medien GmbH.

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