Das Rating-Haus Ascore Analyse hat den Jahrgang 2026 des „Ascore Leben-Unternehmens-Scoring“ vorgelegt. Von 57 untersuchten Lebensversicherungsunternehmen erreichen elf Versicherer die Bestnote von sechs Kompassen. Diese hier sind es (alphabetisch):
Das Verfahren ist nach wie vor ein relativer Marktvergleich. Ascore stellt zentrale Kennzahlen der Versicherer dem Markt gegenüber. Für jedes erfüllte Kriterium gibt es halbe oder ganze Punkte. Eine Gewichtung nutzt Ascore nicht. Die Summe führt dann in sechs Bewertungsklassen, die Ascore als Kompasse zeigt.
Im Mittelpunkt stehen die Felder „Erfahrung“, „Sicherheit“, „Erfolg“ und „Bestand“. Insgesamt prüft Ascore 41 Kennzahlen. 16 davon fließen direkt in die Bewertung ein. Um kurzfristige Ausschläge zu glätten, mittelt Ascore die Kennzahlen über die vergangenen drei bis fünf Jahre.
Neu ist im Feld „Sicherheit“ die Kennzahl „Verlustausgleichsfähigkeit der versicherungstechnischen Rückstellungen“. Damit soll sichtbar werden, wie stark die ausgewiesene Solvenzquote von künftigen Überschussbeteiligungen und anderen verlustausgleichenden Effekten gestützt wird. In die Bewertung fließt die Kennzahl nicht ein. Ascore weist sie nur informativ aus.
Das Geschäftsjahr 2025 verlief für Lebensversicherungsunternehmen laut Ascore wie im Vorjahr uneinheitlich. Der Höchstrechnungszins stieg im Versicherungsjahr 2025 von 0,25 Prozent auf 1 Prozent. Das zeigte sich wohl auch in den Bestandskennzahlen der Lebensversicherer.
Gemessen an den Einmalbeiträgen stiegen die Bestandskennzahlen um circa 20,4 Prozent. Der Neuzugang, gemessen an der Beitragssumme des Neugeschäfts, erhöhte sich im Geschäftsjahr um 6,4 Prozent von 171,5 auf 182,6 Milliarden Euro. Die gesamten gebuchten Beiträge einschließlich Einmalbeiträge stiegen um 7,3 Prozent von 80,9 auf 86,8 Milliarden Euro.
Was zeigt die Sicherheitsseite? Viele Kennzahlen änderten sich gegenüber dem Vorjahr nur geringfügig bis moderat. Die Eigenmittelquote sank um etwa 3,1 Prozentpunkte von 131,1 Prozent auf etwa 128,0 Prozent. Die RfB-Quote, also die Quote der Rückstellungen für Beitragsrückerstattungen, blieb auf gleichem Niveau und stieg um knapp 0,1 Prozentpunkte von 5,7 Prozent auf fast 5,8 Prozent. Das Eigenkapital der bewerteten Unternehmen erhöhte sich leicht von rund 15,7 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf insgesamt 15,8 Milliarden Euro im Jahr 2025.
Nahezu alle Versicherer senkten ihre Zinszusatzreserve im Geschäftsjahr 2025 weiter. Sie liegt nun bei etwa 63,4 Milliarden Euro, nach 66,2 Milliarden Euro im Vorjahr. Für die Berechnung gilt weiter ein Referenzzins von 1,57 Prozent. Ascore folgert daraus, dass der Abbau der Zinszusatzreserve weiterhin überwiegend aus dem Bestand stammt.
Im Umfeld steigender Zinsen verschob sich das Niveau der stillen Reserven und der stillen Lasten deutlich. Die Bewertungsreservequote (Verhältnis der saldierten Bewertungsreserven zu den Kapitalanlagen, sank um 2,7 Prozentpunkte von minus 6,9 Prozent auf minus 9,6 Prozent. Die Quote der stillen Lasten stieg um etwa 1,7 Prozentpunkte und erreichte im Geschäftsjahr 2025 einen Wert von 13,5 Prozent nach 11,8 Prozent im Vorjahr.
Die Erfolgskennzahlen liefen auseinander. Die laufende Durchschnittsverzinsung und die Nettoverzinsung stabilisierten sich auf einem Niveau von 2,4 Prozent. Die Verwaltungskostenquote sank um 0,11 Prozentpunkte von 2,0 Prozent auf 1,88 Prozent, die Abschlusskostenquote um 0,12 Prozentpunkte von 4,28 Prozent auf 4,17 Prozent.
Die Ergebnisquote, also das Verhältnis des gesamten Überschusses einschließlich Direktgutschriften zur Summe der gebuchten Beiträge und dem Kapitalanlageergebnis, sank im Geschäftsjahr 2025 von 13,7 Prozent auf 12,9 Prozent. Der Anteil des Überschusses, an dem die Versicherten durch Zuführung zur Rückstellung für Beitragsrückerstattung oder durch Direktgutschrift beteiligt sind, lag bei 90,1 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das plus 4,3 Prozentpunkte.
Auch die Solvenzwerte legten zu. Ascore verweist auf den angehobenen Höchstrechnungszins und die allgemeine positive Entwicklung der Zinsen. Dadurch sinken die Barwerte versicherungstechnischer Verpflichtungen.
Die aufsichtsrechtliche Solvenzquote der bewerteten Lebensversicherer erhöhte sich um rund 86,7 Prozentpunkte auf 401,3 Prozent im Jahr 2025. Die Netto-Solvenzquote ohne Übergangsmaßnahmen und Volatilitätsanpassungen stieg auf 356,1 Prozent. Der Vorjahreswert lag bei 233,7 Prozent.
Die vollständigen Scoring-Ergebnisse aller analysierten Versicherer stehen unter www.ascore.de. Nutzer des Ascore Navigators können die aktualisierten Einzel- und Detailergebnisse direkt im Programm einsehen. Die Unternehmenswertungen sollen zeitnah auch in den LV-Vergleichslösungen von Softfair als qualitativer Filter innerhalb der Berechnungsvorgaben nutzbar sein.
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