Viele haben Pläne und Träume für ihren Ruhestand. Wenn es aber um die finanzielle Planung geht, ist man schnell überfordert. Professionelle Ruhestandsplanung wird aufgrund steigender Lebenserwartung immer wichtiger.
Um sorgenfrei in den Ruhestand zu blicken, braucht es professionelle Ruhestandsplanung. Damit Ihre Kundinnen und Kunden ihr bestes Leben leben können.
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Theo Westarp zeigt im Video, wie man dank guter Beratung und kluger Ruhestandsplanung mehr finanziellen Spielraum für die schönen Dinge hat.
Wer heute bereits über 2.500 Euro Rente verfügt, ist in der Regel gut aufgestellt. Wer hingegen diese Zielrente im Ruhestand erst noch anstrebt, muss sich darüber im Klaren sein, dass die Teuerung die Kaufkraft dieser Rente kontinuierlich mindern wird.
Denn bei einer moderaten Inflationsrate von 2,0 Prozent pro Jahr (dem Zielwert der Europäischen Zentralbank EZB) schrumpft der reale Wert der Rente wie folgt: Nach 20 Jahren haben die 2.500 Euro nur noch eine Kaufkraft von rund 1.682 Euro, gemessen an den heutigen Preisen. Nach 25 Jahren hat sich der reale Wert auf rund 1.524 Euro reduziert. Bei 3,0 Prozent jährlicher Inflation verschärft sich das Szenario: Hier bleiben nach 20 Jahren real 1.384 Euro und nach 25 Jahren nur mehr 1.194 Euro Kaufkraft übrig.
„Für eine realistische Ruhestandsplanung sollten Makler standardmäßig mit einer langfristigen Inflationsrate von 2 bis 3 Prozent pro Jahr kalkulieren“, bestätigt Steffen Liebig, Business Development Manager Strategic Relationships bei Standard Life. Auch sind 20 oder 25 Jahre kein zu lang gewählter Zeitraum für eine Beispielrechnung. Aktuell beziehen Frauen laut Statistischem Bundesamt mit 22,1 Jahren im Schnitt etwa drei Jahre länger Rente als Männer mit 18,9 Jahren. Und die Lebenserwartung steigt weiter.
In unserem Beispiel müsste die nominale Rente bei einer zweiprozentigen Inflation bei 3.715 Euro liegen, um in 20 Jahren den Lebensstandard von heutigen 2.500 Euro zu halten. Bei dreiprozentiger Inflation sind es sogar 4.515 Euro. Diese Zahlen verdeutlichen, dass eine statische Rentenplanung ohne Inflationsausgleich mit hoher Wahrscheinlichkeit zu ungeplanten finanziellen Herausforderungen im Alter führt. Die Inflation ist daher eine der zentralen Variablen, sowohl in der Altersvorsorge als auch in der Ruhestandsplanung.
Die Inflation ist ein schleichender Prozess, den das menschliche Gehirn psychologisch gern ausblendet. Im Beratungsgespräch ist es daher sinnvoll, mit einer emotionalen und visuellen Verankerung zu arbeiten. Kunden erinnern sich leicht daran, was zum Beispiel eine Kugel Eis oder ein Kinoticket in ihrer Kindheit gekostet hat und was sie heute dafür bezahlen. Das macht das Prinzip der Teuerung sofort greifbar.
Neben der sinkenden Kaufkraft durch die Inflation ist noch ein weiterer Faktor für die künftige Rente zu beachten: Auch die nachgelagerte Besteuerung sowie Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung der Rentner (KVdR) schmälern das Budget im Alter. Erst wenn diese Faktoren gemeinsam mit der Inflation vom Nominalbetrag abgezogen werden, zeigt sich die tatsächliche Netto-Kaufkraft.
Ein schlüssiges Vorsorgekonzept weist daher ausreichenden Inflationsschutz in Verträgen und Depots auf. So stellt eine jährliche Beitragsdynamik, zum Beispiel zwischen 3 bis 5 Prozent, in der Ansparphase sicher, dass die Sparraten mit der Gehaltsentwicklung und der Inflation schrittweise mitwachsen.
Ebenso wie in der Ansparphase lassen sich auch die Konzepte für die Auszahlungsphase im Rentenalter an die Inflation anpassen. Bei Entnahmeplänen aus einer fondsgebundenen Rentenversicherung kann der Auszahlungsbetrag in der Regel jährlich um die aktuelle Inflationsrate erhöht werden. Bei Wahl der lebenslangen monatlichen Rente und der Option „dynamische Rente“ startet die Auszahlung mit einer etwas geringeren Anfangsrente.
Die jährlich erwirtschafteten Überschüsse des Versicherers werden jedoch genutzt, um die Rente von Jahr zu Jahr dauerhaft zu erhöhen. Einmal erreichte Rentenhöhen dürfen danach nicht mehr sinken. Eine weitere Option nennt Vorsorgerexperte Liebig: „Eine vollgarantierte Rente überzeugt gegenüber dynamischen Modellen mit einer hohen Planbarkeit. Um die Auswirkungen der Inflation auszugleichen, empfehlen wir zusätzlich eine garantierte jährliche Rentensteigerung von 2,5 Prozent einzubauen, was der durchschnittlichen Inflationsrate der letzten 75 Jahre entspricht.“
Wählt der Kunde hingegen die Kapitalauszahlung, kann diese auch schrittweise über Teilauszahlungen erfolgen, bei denen das restliche Geld im Vertrag investiert bleibt. Auch hier bieten viele Versicherer die Einrichtung einer festen jährlichen Steigerungsrate im Auszahlungsplan an. Der Entnahmebetrag erhöht sich dann automatisch jedes Jahr um diesen Prozentsatz, um die Inflation auszugleichen. Damit das Kapital trotz steigender Entnahmen nicht vorzeitig aufgezehrt wird, muss die Rendite nach Kosten über der Inflationsrate liegen.
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