Ein Sommertag, die Sonne scheint, und plötzlich liefert die Photovoltaikanlage auf dem Dach keinen Strom mehr. Was ist los? Ein Gutachter findet Risse im Glas der Solarmodule und Brandflecken, auch die Verkabelung zeigt Anzeichen eines Brandes. Die genauere Untersuchung ergibt, dass statt UV-beständiger Solarkabel Standardkabel verwendet und diese auch noch zum Teil schlecht befestigt wurden. In der Folge kam es im Laufe der Zeit zu Beschädigungen. Zudem fehlte beim Wechselrichter die Fehlerlichtbogen-Schutzeinrichtung, sodass er trotz der Beschädigungen nicht abschaltete, was den Schaden weiter vergrößerte.
Fallzahlen und Aufwand steigen
Ein klarer Fall für eine Betriebsschadenhaftpflicht-Versicherung und nur einer von mehreren Tausend Schadenfällen, die der VHV Allgemeine Versicherung Jahr für Jahr gemeldet werden. Laut aktuellem VHV-Bauschadenbericht verzeichnete die Versicherungsgesellschaft, die sich neben dem KFZ-Bereich als Versicherer für die Bauwirtschaft positioniert, im Jahr 2024 in der Berufs- und Betriebshaftpflicht-versicherung 9.904 Meldungen.
Seit 2020 ist die Zahl der Meldungen um 4,5 Prozent gestiegen. 2022 gab es eine Delle, die auf die pandemiebedingte Auftragsschwäche in der Bauwirtschaft zurückzuführen ist. Blickt man etwas länger zurück, ist die 2024er-Zahl allerdings keine Rekordzahl. Sie liegt sogar leicht unter dem Durchschnitt der Schadenzahlen der Langzeit-Auswertung von 2013 bis 2024.
Die Schadenkosten sind in den vergangenen fünf Jahren ebenfalls gestiegen. 2010 lag der durchschnittliche Aufwand pro Schadenfall noch bei 10.710 Euro, 2024 waren es 13.739 Euro. Entsprechend ist auch der Gesamtaufwand in dem Zeitraum gewachsen, um 34 Prozent auf 136 Millionen Euro.
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