Berufs- und Betriebshaftpflicht

Bau: Schadenkosten steigen in fünf Jahren um ein Drittel

Der neue Bauschadenbericht der VHV Allgemeine Versicherung ist da: Seit 2020 sind die Fallzahlen und vor allem die Schadenkosten für die Berufs- und Betriebshaftpflicht gestiegen.
Risse im Boden der St. Matthäus-Kirche in Berlin, entstanden durch Bauarbeiten im benachbarten Museum Berlin Modern
© picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow
Risse im Boden der St. Matthäus-Kirche in Berlin, entstanden durch Bauarbeiten im benachbarten Museum Berlin Modern

Ein Sommertag, die Sonne scheint, und plötzlich liefert die Photovoltaikanlage auf dem Dach keinen Strom mehr. Was ist los? Ein Gutachter findet Risse im Glas der Solarmodule und Brandflecken, auch die Verkabelung zeigt Anzeichen eines Brandes. Die genauere Untersuchung ergibt, dass statt UV-beständiger Solarkabel Standardkabel verwendet und diese auch noch zum Teil schlecht befestigt wurden. In der Folge kam es im Laufe der Zeit zu Beschädigungen. Zudem fehlte beim Wechselrichter die Fehlerlichtbogen-Schutzeinrichtung, sodass er trotz der Beschädigungen nicht abschaltete, was den Schaden weiter vergrößerte.

Fallzahlen und Aufwand steigen

Ein klarer Fall für eine Betriebsschadenhaftpflicht-Versicherung und nur einer von mehreren Tausend Schadenfällen, die der VHV Allgemeine Versicherung Jahr für Jahr gemeldet werden. Laut aktuellem VHV-Bauschadenbericht verzeichnete die Versicherungsgesellschaft, die sich neben dem KFZ-Bereich als Versicherer für die Bauwirtschaft positioniert, im Jahr 2024 in der Berufs- und Betriebshaftpflicht-versicherung 9.904 Meldungen.

Seit 2020 ist die Zahl der Meldungen um 4,5 Prozent gestiegen. 2022 gab es eine Delle, die auf die pandemiebedingte Auftragsschwäche in der Bauwirtschaft zurückzuführen ist. Blickt man etwas länger zurück, ist die 2024er-Zahl allerdings keine Rekordzahl. Sie liegt sogar leicht unter dem Durchschnitt der Schadenzahlen der Langzeit-Auswertung von 2013 bis 2024.

Die Schadenkosten sind in den vergangenen fünf Jahren ebenfalls gestiegen. 2010 lag der durchschnittliche Aufwand pro Schadenfall noch bei 10.710 Euro, 2024 waren es 13.739 Euro. Entsprechend ist auch der Gesamtaufwand in dem Zeitraum gewachsen, um 34 Prozent auf 136 Millionen Euro.

Mehr zum Thema

Alte Kernsysteme werden für Versicherer zum Risiko

Die Modernisierung ihrer zentralen IT-Systeme wird für Versicherer zunehmend zur strategischen Aufgabe. Wer den Umbau…

Warum „Psychotherapie“ in der Krankenakte zu wenig aussagt

„Der Kunde war in Psychotherapie.“ Für die Risikoprüfung einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist dieser Satz ungefähr genau…

KI beeinflusst Auswahl von Versicherungen

Auch wenn Vergleichsportale die Suche nach Versicherungen heute deutlich vereinfachen, bleiben immer noch viele Kunden…

Autorin

Sabine

Groth

Sabine Groth schreibt seit über 20 Jahren schwerpunktmäßig über Geldanlage sowie weitere Finanz- und Wirtschaftsthemen, seit 2009 als freie Journalistin. Zu ihren Auftraggebern zählen vor allem Fachmagazine und -portale.

Teilen:
Nicht verpassen!

Pfefferminzia.pro

Eine Plattform, die liefert: aktuelle Informationen, praktische Services und einen einzigartigen Content-Creator für Ihre Kundenkommunikation. Alles, was Ihren Vertriebsalltag leichter macht. Mit nur einem Login.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert