Pfeffi fragt nach

Wie sich die Generali zu Service-Vorwürfen im Netz äußert

Auf Social Media wird Kritik darüber laut, wie und vor allem wie lange die Generali Schadenfälle bearbeitet. Wir geben dem Versicherer Gelegenheit, darauf einzugehen und Position zu beziehen.
Generali Logo auf rotem Hintergrund vor moderner Gebäudefassade.
© Generali Deutschland
Generali-Sitz in München: Fragen nicht direkt beantwortet

Es beginnt mit einem Post im Facebook-Forum „Versicherungsvermittler Deutschland“, das der Makler Andreas Lohrenz gründete und betreut. Der auf BU-Leistungsfälle spezialisierte Versicherungsberater Christian Müller von der RWM-Group äußert sich sehr verstimmt darüber, wie die Generali mit Kunden verfährt. Von Bearbeitungszeiten über einem Jahr schreibt er. Sechs Monate dauere es, bevor sich jemand den Fall ansieht. Die Erreichbarkeit liege bei null, so der Versicherungsberater weiter. Fünf Beschwerden habe er bei der Bafin mittlerweile eingereicht, alle mit Erfolg.

Müller tritt damit was los. Manche Kommentatoren pflichten bei und schildern eigene Fälle mit der Generali. Von sechs Monaten Rückstand bei der Post ist die Rede, und mehr. Ein Makler erzählt, wie er achtmal versuchte, eine Gebäudeversicherung zu kündigen. Erst als ein Anwalt mit am Start war, ging es.

Andere Kommentatoren hingegen erklärten, dass sie bisher keine Probleme mit dem Versicherer hatten. Das soll natürlich ebenfalls erwähnt sein.

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Der Post läuft wenige Monate, nachdem Versicherungsanwalt Björn Thorben M. Jöhnke von der Kanzlei Jöhnke & Reichow mit dem Versicherer aneinandergeraten war. Eine Kundin mit BU-Versicherung der Generali hatte Leistungen aus ihrem Vertrag beantragt. Der Versicherer habe sich daraufhin elf Monate nicht gemeldet, hieß es. Weshalb sich die Kundin an Jöhnke wandte und so dann Leistungen von der Generali erhielt. Auch in einem weiteren Fall gab es Verzögerungsprobleme mit der Generali, woraufhin die Kanzlei Jöhnke & Reichow Beschwerde bei der Bafin einlegte.

Es kann natürlich immer sein, dass es sich um Einzelfälle handelt. Deshalb wollten wir wissen, wie die Generali die Sache sieht und beurteilt. Deshalb schickten wir ihr dazu fünf Fragen. Darin ging es um Bearbeitungszeiten, Erreichbarkeit und die Bafin-Beschwerden.

Direkte Antworten zu den einzelnen Fragen erhielten wir nicht, dafür eine generelle Stellungnahme. Darin betont der Versicherer, dass Leistungsprüfung anspruchsvoll und individuell sei und Sorgfalt im Interesse aller Beteiligten liege.

Und weiter: „Jeder Leistungsfall wird von uns sorgfältig und fachlich fundiert geprüft, da die Entscheidung für die betroffenen Kundinnen und Kunden von großer finanzieller Bedeutung ist. Dabei sind wir regelmäßig auf Informationen und Unterlagen verschiedener Beteiligter, etwa von Ärzten, Krankenversicherungen oder den Versicherten selbst, angewiesen. Die Dauer der Prüfung hängt daher maßgeblich vom jeweiligen Einzelfall und der Vollständigkeit der erforderlichen Nachweise ab. Unser Anspruch ist es, den Prozess so transparent, kundenorientiert und zügig wie möglich zu gestalten und unsere Kundinnen und Kunden während der gesamten Leistungsprüfung persönlich zu begleiten.“

Am Ende fügt der Versicherer hinzu: „Unabhängige Rating-Agenturen bestätigten uns seit Jahren eine faire, transparente und kundenorientierte Leistungsregulierung in der Berufsunfähigkeitsversicherung.“

Auf die einzelnen Vorwürfe ging er jedoch nicht ein. Das ist bedauerlich, denn er verschenkt unserer Ansicht nach die Gelegenheit, sich mit der Kritik auseinanderzusetzen und Position zu beziehen.

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Autor

Andreas

Harms

Andreas Harms schreibt seit 2005 als Journalist über Themen aus der Finanzwelt. Seit Januar 2022 ist er Redakteur bei der Pfefferminzia Medien GmbH.

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Ein Kommentar

  1. Die Generali Lebensversicherung ist jedenfalls im Bereich BU mehrere Monate mit der Post im Rückstand. Ich selbst warte auch in einigen Fällen schon zu lange auf Antwort. Wenn ich nicht auch noch andere Arbeit hätte, hätte ich längst geklagt. Eigentlich kann man zur Zeit als Vermittler Berufsunfähigkeitsversicherungen bei der Generali nicht mit gutem Gewissen vermitteln.

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