Pfefferminzia: Herr Sallmann, wie hat sich der Bekanntheitsgrad der Interrisk in der Fachwelt und insbesondere im Maklermarkt im vergangenen Jahr entwickelt?
Florian Sallmann: Ich bin seit gut einem Jahr Vorstandsvorsitzender, und ein solcher Wechsel bringt naturgemäß frischen Schwung mit sich. In der Vergangenheit haben wir zu wenig Presse- und Öffentlichkeitsarbeit betrieben – das haben wir konsequent geändert. Gerade zu Beginn haben wir viele Interviews gegeben und Veröffentlichungen angestoßen, etwa auch eine sehr gut besuchte Pressekonferenz auf der DKM. Aus meiner Sicht hat sich die Bekanntheit der Interrisk dadurch deutlich verbessert. Daran werden wir weiter arbeiten. Unsere Marktposition ist solide – beispielsweise im Bereich Unfallversicherung sind wir ein etablierter Ansprechpartner.
Was waren aus Ihrer Sicht die wichtigsten Meilensteine auf dem Weg zur heutigen Marktposition?
Sallmann: Ein großer Teil basiert natürlich auf der langjährigen Arbeit des Unternehmens. Gleichzeitig haben wir im vergangenen Jahr vieles neu angestoßen. Besonders wichtig waren unsere Produkt- und Leistungserweiterungen: Anfang 2025 haben wir eine neue Schüler-BU eingeführt – ein sehr relevantes Thema, gerade für junge Menschen, die frühzeitig ihre Arbeitskraft absichern möchten. Zudem haben wir zum Jahreswechsel sowohl die Risikolebens- als auch die Berufsunfähigkeitsversicherung überarbeitet und neu positioniert. Ich bin überzeugt, dass wir bei der Produktentwicklung wieder zur Spitze gehören. Ein weiterer Meilenstein ist unser Altersvorsorgeprodukt „myIndex next“, speziell für Honorarberater konzipiert. Insgesamt haben wir in meinem ersten Jahr viel bewegt, das sehen auch die Vermittler. Es ist uns gelungen, eine positive Dynamik zu erzeugen.
Wo sehen Sie aktuell noch ungenutztes Potenzial?
Sallmann: Eine stärkere Marktpräsenz entsteht nicht über Nacht, das ist ein mehrjähriger Prozess. Wir wollen erreichen, dass unser Unternehmen in der Wahrnehmung stärker mit den handelnden Personen verbunden wird und dass unsere Mannschaft noch bekannter wird. Weiteres Potenzial liegt in Österreich, unserem zweiten Markt. Außerdem werden wir häufig noch vor allem als Unfallversicherer wahrgenommen. Dass wir ein breit aufgestellter Versicherer sind, ist vielen noch nicht ausreichend bewusst. Das müssen wir noch stärker kommunizieren.
Sind aktuell weitere neue Produkte geplant?
Sallmann: Wir haben uns zunächst auf biometrische Produkte konzentriert, weil wir dort Aufholpotenzial gesehen haben. Nun geht es darum, diese Lösungen erfolgreich in den Markt zu bringen. Parallel überarbeiten wir unser Kompositgeschäft, um dem Wettbewerb Paroli zu bieten. Grundsätzlich gilt: Es geht nicht darum, möglichst viele Produkte zu entwickeln, sondern die richtigen und diese erfolgreich zu etablieren.
Warum sollte sich ein Makler für Interrisk entscheiden?
Sallmann: Wir arbeiten mit über 10.000 Vermittlern zusammen – und das partnerschaftlich auf Augenhöhe. Unser Erfolg hängt direkt vom Erfolg unserer Partner ab. Makler schätzen besonders unsere kurzen Wege und die persönliche Erreichbarkeit – bis hin zur direkten Ansprache des Vorstands. Dieses Vertrauen und die Verlässlichkeit spüren letztlich auch die Endkunden. Ich selbst bin regelmäßig im Austausch mit Vertriebspartnern, um nah am Markt zu sein.
Was bewegt die Makler aktuell besonders?
Sallmann: Neben dem Ziel, ihre Kunden bestmöglich zu beraten, beschäftigen Makler Themen wie Altersnachfolge und wirtschaftliche Veränderungen. Zudem suchen viele nach klaren Alleinstellungsmerkmalen. Gleichzeitig wächst der Bedarf an administrativer Entlastung, etwa durch Pools und digitale Prozesse. Makler können heute nicht mehr alles selbst abbilden, insbesondere im technischen Bereich.
Warum lag Ihr Fokus im ersten Jahr auf biometrischen Versicherungen?
Sallmann: Als Vollsortimenter – mit Ausnahme von Kranken- und KFZ-Versicherung – wollten wir im Bereich Biometrie gezielt aufholen. Dort sehen wir großes Potenzial. Gerade angesichts der Veränderungen in der Arbeitswelt und der wieder anziehenden Immobilienkonjunktur ist das eine strategisch sinnvolle Entscheidung.
Wie positioniert sich Ihre Risikolebensversicherung im Wettbewerb?
Sallmann: Wir haben die Tarifierung deutlich vereinfacht und arbeiten jetzt mit nur noch fünf Berufsgruppen. Zudem haben wir zahlreiche Verbesserungen umgesetzt. Wir haben beispielsweise die Grenze für medizinische Untersuchungen auf 500.000 Euro angehoben. Zuschläge, etwa für Motorradfahrer, sind weggefallen. Die Absicherungssummen gehen nun bis 600.000 Euro, insbesondere im Immobilienkontext. Das Eintrittsalter ist zudem auf 51 Jahre gestiegen. Das macht unser Produkt deutlich attraktiver und einfacher in der Beratung.
Und wie sieht es bei der Berufsunfähigkeitsversicherung aus?
Sallmann: Hier haben wir wie bei der Risikolebensversicherung die Nachversicherungsgarantien erweitert: Bis zu 50 Prozent der BU-Rente – maximal 36.000 Euro jährlich – können nachträglich abgesichert werden. Besonders spannend ist unsere Karrieregarantie: Innerhalb von zwölf Monaten nach einem Einkommenssprung kann die Monatsrente ohne erneute Gesundheitsprüfung auf bis zu 6.000 Euro aufgestockt werden. Zudem bieten wir flexible Lösungen bei finanziellen Engpässen, etwa durch Verzicht auf Stundungszinsen. Unser Ziel ist es, Kunden langfristig zu begleiten.
Wie unterstützen Sie Makler beim Vertrieb der BU?
Sallmann: Der persönliche Austausch ist entscheidend. Wir bieten umfangreiche Schulungen, Materialien und direkten Support. Zudem arbeiten wir intensiv an Prozessverbesserungen, etwa durch digitale Lösungen wie die Voranfrage-Tools. Auch unser telefonischer Service ist ein wichtiger Baustein – wir wollen spätestens nach dem dritten Klingeln erreichbar sein. Diese persönliche Betreuung ist heute keine Selbstverständlichkeit mehr, von unseren Partnern wird sie sehr geschätzt.
Welche Rolle spielt Künstliche Intelligenz bei Ihnen?
Sallmann: Wir haben im vergangenen Jahr alle Mitarbeitenden im Bereich KI geschult. Erste Anwendungen gibt es bereits, etwa in der Schadenbearbeitung – zum Beispiel bei der Erkennung von Versicherungsbetrug. Wir stehen noch am Anfang, sehen aber großes Potenzial. Wichtig ist uns, das Thema verantwortungsvoll und sinnvoll zu integrieren.
Wenn wir fünf Jahre in die Zukunft schauen: Wie ist die Interrisk dann positioniert?
Sallmann: Ich bin überzeugt, dass biometrische Produkte eine zentrale Ertragssäule sein werden. Gemeinsam mit dem Komposit- und Lebengeschäft wollen wir ein starkes Gesamtportfolio bieten. Mein Ziel ist, dass die Interrisk in fünf Jahren als feste Größe und Treiber im Bereich Biometrie wahrgenommen wird.
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