Neugeschäft endet

Continentale: Keine Wohngebäudeversicherung mehr über Makler

Continentale zieht die Reißleine – ab Oktober bietet der Versicherer keine neuen Wohngebäudeversicherungen mehr über Makler und Mehrfachagenten an. Die Ausschließlichkeit ist davon nicht betroffen.
Der Continentale-Campus in Dortmund: Defizitäres Geschäft mit der Wohngebäudeversicherung
© Continentale Versicherung
Der Continentale-Campus in Dortmund: Defizitäres Geschäft mit der Wohngebäudeversicherung

Die Continentale Sachversicherung beendet für ihre Wohngebäudeversicherung zum 1. Oktober 2025 das Neugeschäft mit Versicherungsmaklern und Mehrfachagenten. Entsprechende Medienberichte bestätigte ein Continentale-Sprecher.

Demnach seien bestehende Verträge von der Maßnahme nicht betroffen. Ausschließlichkeitsvermittler könnten zudem weiter neue Wohngebäudeversicherungen vermitteln.

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Die Begründung des Sprechers legt eine rein wirtschaftliche Entscheidung nahe: „Die Wohngebäudeversicherung hat in der Partnerschaft mit unseren Maklern und Mehrfachagenten in der Vergangenheit nie eine große Rolle gespielt und ist, wie bei vielen anderen Unternehmen in der Branche, defizitär.“

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Weitere Auskünfte gibt es dazu zwar nicht. Aber ein Blick in den Geschäftsbericht der Continentale Sachversicherung bestätigt die Aussage auf ganzer Linie. Zwar lässt sich die Rolle des Makler- und Mehrfachagentenvertriebs dort nicht herauslesen (danach wird nicht unterschieden), die Rentabilität dagegen schon. Und die sieht gar nicht gut aus: Demnach beliefen sich die verdienten Bruttobeiträge in der Wohngebäudeversicherung im Jahr 2024 auf 113,7 Millionen Euro. Und als versicherungstechnisches Ergebnis für eigene Rechnung steht ein Verlust von 15,5 Millionen Euro. 2023 waren es minus 14,3 Millionen Euro.

Ein Ergebnis, mit dem der Versicherer nicht allein ist, wie wir hier berichten.

Im selben Bericht (erschienen Anfang Juni) wurden schon die Prioritäten im Vertrieb deutlich. Für die Ausschließlichkeit sei die Schaden- und Unfallversicherung „eine wesentliche Grundlage ihrer Einnahmen“, heißt es dort. Dementsprechend wolle man „vertriebliche Aktivitäten zur Gewinnung von Neugeschäft und zur Bestandserhaltung“ entwickeln.

Im Maklervertrieb trete die Continentale Sachversicherung hingegen vor allem „im Firmenkundengeschäft sowie in der Kraftfahrt- und Unfallversicherung chancenorientiert“ auf. Von Schadenversicherungen ist an dieser Stelle keine Rede. Insofern wirkt die aktuelle Entscheidung konsequent.

Übrigens kündigt die Continentale in ihrem Bericht einen neuen Tarif in der Verbundenen Wohngebäudeversicherung an. Starten soll er im Oktober 2025.

Autor

Andreas

Harms

Andreas Harms schreibt seit 2005 als Journalist über Themen aus der Finanzwelt. Seit Januar 2022 ist er Redakteur bei der Pfefferminzia Medien GmbH.

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