Die demografische Entwicklung hierzulande stellt mittelständische Unternehmen vor große Herausforderungen: 58 Prozent aller kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) rechnen damit, dass sie in den kommenden fünf Jahren Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung haben werden.
Rund 40 Prozent dieser Unternehmen wiederum halten es für wahrscheinlich, dass sie wegen des Arbeitskräftemangels perspektivisch weniger Aufträge annehmen. Gut ein Drittel der betroffenen Unternehmen geht außerdem davon aus, zukünftig Produktion, Öffnungszeiten oder Erreichbarkeit zu reduzieren.
Das sind Ergebnisse einer Sonderbefragung zum KfW-Mittelstandspanel vom September 2024. Für das Panel befragt KfW Research jedes Jahr Unternehmen aus allen Wirtschaftszweigen. Im Schnitt rechnen die befragten Unternehmen mit einem Rückgang der Personenzahl im erwerbsfähigen Alter in den kommenden zehn Jahren um 8,2 Prozent. Dabei sind die Erwartungen von Unternehmen in Ostdeutschland mit minus 13,1 Prozent und in ländlichen Regionen mit minus 9,0 Prozent deutlich pessimistischer als die von Unternehmen in Westdeutschland mit minus 7,1 Prozent oder in städtisch geprägten Gebieten mit minus 7,6 Prozent.
33 Prozent der Mittelständler sehen wegen des Arbeitskräftemangels mittel- bis langfristig sogar ihre Existenz in Gefahr. Besonders kleine Unternehmen äußern diese Sorge. Um dem zunehmenden Arbeitskräftemangel entgegenzutreten, wollen fast acht von zehn Unternehmen, die in den kommenden fünf Jahren mit Problemen bei der Stellenbesetzung rechnen, ihre Arbeitgeberattraktivität steigern.

Dagegen haben mit 22 Prozent nur wenige Mittelständler vor, Kinderbetreuungsangebote auszubauen. Dabei ist eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie ein wichtiges betriebliches Attraktivitätsmerkmal. Die Anwerbung ausländischer Arbeitskräfte erwägen 25 Prozent der Mittelständler. Versicherungsförmige Maßnahmen wie eine betriebliche Altersversorgung oder Krankenversicherung wurden nicht abgefragt.
„Angesichts des umfassenden demografischen Wandels werden die Anstrengungen der Unternehmen alleine nicht ausreichen, um die drohenden Engpässe auf dem Arbeitsmarkt zu beheben“, sagt Elisabeth Grewenig, Ökonomin bei KfW Research. Es sei unerlässlich, dass auch die Bildungs- und Wirtschaftspolitik einen Beitrag dazu leiste, den Arbeits- und Fachkräftemangel zu lindern.
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